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Krankheiten referenzindex «ADHS - Tipps für Eltern»

Mit den kleinen Wirbelwinden mit ADHS klar zu kommen, raubt Eltern manchmal den letzten Nerv. Sie müssen ein wenig experimentieren, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Dennoch gibt es einige allgemeine Tipps für den Umgang mit ADHS-Kindern.

Struktur ins Chaos

ADHS-Kinder sind kaum in der Lage, Ordnung in das tägliche Chaos zu bringen. Zeigen Sie deshalb Ihrem Kind, wie man Handlungen strukturiert, große Aufgaben in kleine zerlegt und dadurch nicht so schnell den Überblick verliert. Bei ADHS sind klare Zeit- und Aufgabenpläne, transparente Regeln und Hinweise zum Zeitablauf wichtig. Stellen Sie zudem sicher, dass die aufgestellten Regeln einhaltbar sind.

Kinder mit ADHS müssen die umgebenden Situationen möglichst klar einschätzen können, um sich selbst zu organisieren. Dazu gehören auch ausreichend und regelmäßig Schlaf, Essen, Trinken sowie Ruhezeiten und Pausen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind möglichst keine Überraschungen erlebt, denn das lieben ADHS-Kinder gar nicht. Beziehen Sie es in die Planung mit ein und kündigen Sie Veränderungen rechtzeitig an.

Belohnen

Belohnen bewirkt viel mehr, als wenn Sie mit Ihrem Kind schimpfen oder es bestrafen. Führen Sie ein Belohnungssystem ein, mit dem Ihr Kind sich bestimmte Vergünstigungen erarbeiten kann. Überlegen Sie, welches Verhalten Sie bei Ihrem Kind gerne sehen würden. Stellen Sie für diese Handlungen Bonuspunkte in Aussicht. Eine Belohnung kann alles mögliche sein, überlegen Sie, was Ihr Kind am liebsten hat (gemeinsamer Ausflug, Bücher etc.). Stellen Sie einen Plan auf, wofür Sie die Bonuspunkte vergeben, und wie viele davon Ihr Kind in etwas anderes eintauschen kann.

Ermutigen

Ermutigen Sie ein ADHS-Kind immer wieder, etwas auch durchzuziehen. Helfen Sie durch Zwischenstopps, dass es immer wieder versucht (und vielleicht auch schafft), sein Vorhaben zu Ende zu bringen. Nur allzu leicht verlieren Kinder mit ADHS ihr Ziel aus den Augen. Machen Sie Ihrem Kind öfters Mut, denn es vergisst die eigenen Erfolgserlebnisse sehr schnell. Unterstützen Sie Ihr Kind beim Aufbau von Freundschaften, denn ADHS ist häufig auch ein Handicap für das Knüpfen und Aufrechterhalten von sozialen Kontakten (Ängste, Egozentrik).

Interaktion

Reagieren Sie schnell, wenn Ihnen etwas am Verhalten Ihres Kindes mit ADHS nicht passt. Wenn Sie zu lange warten, weiß das Kind nicht mehr, wofür es belohnt oder bestraft wird.

Akzeptieren Sie die Eigenheiten ihres ADHS-Kindes. Bekämpfen Sie nicht die negativen Seiten, sondern versuchen Sie, die positiven Eigenschaften Ihres Kindes zu erkennen. Ist Ihr Kind vielleicht besonders kreativ, hilfsbereit oder zeigt es einen starken Gerechtigkeitssinn? Ist es musikalisch? Fördern Sie Ihr Kind in seinen Stärken!

Lernen Sie, besser mit den unerwünschten Verhaltensweisen Ihres Kindes umzugehen. Vergessen Sie nie, dass es sich bei den störenden Verhaltensweisen nicht um Charaktereigenschaften handelt, sondern um Symptome von ADHS, den Auswirkungen einer neurobiologischen Grundstörung.

Feiraum

Schränken Sie Ihr ADHS-Kind nicht ein, ermöglichen Sie ihm viele soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, etwa in außerschulischen Aktivitäten, Sportvereinen, Musikschulen, Kirchengemeinden etc. Dies fördert die Integration in ein stabiles soziales Netz und gewährleistet wichtige Lernerfahrungen. Ermöglichen Sie ihrem Kind, Judo oder eine andere Kampfsportart zu erlernen. Hier kann es sich austoben und gleichzeitig seine Konzentration und sozialen Fähigkeiten stärken. Aber auch Tischtennis und andere Ball- und Zweiersportarten, Geräteturnen sowie Jogging, Schwimmen und Radfahren helfen Kindern (und Erwachsenen) mit ADHS, ihren Neurotransmitter-Haushalt im Gehirn zu stabilisieren.

Fördern

Versuchen Sie, Begabungen Ihres mit ADHS lebenden Kindes zu erkennen und fördern Sie diese konsequent (musische, gestalterische, sportliche oder wissenschaftliche Begabungen). Sie ermöglichen damit Ihrem Kind Erfolgserlebnisse, die es für den Aufbau von Selbstvertrauen dringend braucht.

Selbst cool bleiben

Schaffen Sie sich selbst Auszeiten, wenn Ihr Kind ADHS hat. Sorgen Sie für ausreichende Freizeit- und Sozialaktivitäten als Ausgleich. Integrieren Sie das Teilproblem ADHS als einen Aspekt unter vielen positiven und negativen Erfahrungen beziehungsweise Problembereichen, aber machen Sie es nicht zum alleinigen Schwerpunkt Ihres Lebens.

Befassen Sie sich immer wieder mit sachlichen Informationen und Zusammenhängen der ADHS, um das persönlich Erlebte und Vorgefallene angemessen bewerten zu können. Dann bleiben irrationale Reaktionen Ihrerseits aus. Sie ersparen sich den "Verlust weiterer Nerven" und Ihrem Kind erneute negative Erlebnisse und Erfahrungen. Lesen Sie regelmäßig Bücher und Texte zu ADHS und diskutieren Sie mit anderen Interessierten über dieses Thema. Hilfreich sind hier zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder Foren im Internet.


Kommentar «ADHS - Tipps für Eltern»