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Krankheiten referenzindex «Adipositas - Therapie»

Drei Pfeiler

Die Therapie der Adipositas besteht in einer dauerhaften Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Betroffene müssen aktiv an sich arbeiten und erst einmal akzeptieren, dass sie ein Gewichtsproblem haben. Vorsicht ist in der Schwangerschaft, der Stillzeit oder bei schweren Allgemeinerkrankungen geboten. In diesen Fällen sollte die Behandlung der Adipositas aufgeschoben werden.

Die drei Grundpfeiler der Adipositas-Therapie sind:

  • Diätberatung, Kalorienreduktion (z.B. Reduktionsdiät)
  • Verhaltenstherapie: Das Hunger- und Sättigungsgefühl wird neu erlernt, außerdem werden Stress abgebaut und Essstörungen vorgebeugt.
  • Regelmäßiges körperliches Training (Sport und Bewegung)

Abnehmen sollten übergewichtige Personen mit einem Body-Mass-Index ≥ 30. Das gilt auch für Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 29,9, die zusätzlich übergewichtsbedingte Gesundheitsstörungen (zum Beispiel Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes), Fettablagerungen vor allem am Bauch ("Apfelform") oder einen hohen psychosozialen Leidensdruck haben.

Positive Effekte

Adipöse Menschen können durch eine Gewichtsreduktion enorme gesundheitliche Vorteile erzielen. Der Cholesterinspiegel und das Risiko für Folgeerkrankungen sinken. Dazu gehören beispielsweise Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Das Risko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, nimmt ebenfalls deutlich ab.

Damit der Diät-Erfolg auch bestehen bleibt, sollten sich Adipositas-Patienten weiter beraten lassen. Der Fettanteil der Nahrung sollte 20 bis 25 Prozent nicht übersteigen. Gleichzeitig sollten sich alle Übergewichtigen im Alltag regelmäßig bewegen. Das kann einfaches Treppen steigen oder ein Spaziergang sein.

Medikamente

Nur bei Adipositas-Patienten, die trotz Diät und ausreichender körperlicher Aktivität nicht genügend Gewicht verlieren, kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein.

Bislang wurden bei Adipositas Medikamente wie die Appetitzügler Sibutramin und Rimonabant eingesetzt. Diese verändern den Gehirnstoffwechsel und verstärken das Sättigungsgefühl. Es kam jedoch mehrfach zu schweren Nebenwirkungen, vor allem bei vorher bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rimonabant ist daher nicht mehr zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Bei Sibutramin wird ebenfalls erwogen, die Zulassung zu entziehen. Der Hersteller hat das Präparat inzwischen vom Markt genommen. Adipositas-Therapie der Wahl sind nach wie vor Reduktionskost und Bewegung.

Mittlerweile sind auch frei verkäufliche Tabletten mit dem Wirkstoff Orlistat auf dem Markt, die gegen Adipositas zum Einsatz kommen. Orlistat war zuvor nur auf Rezept erhältlich. Das Medikament hemmt die Fett verdauenden Enzyme im Darm und vermindert so die Fettaufnahme. Als Folge wird nur ein Teil des Fetts verdaut – der Rest verlässt den Körper unverändert. Nebenwirkungen sind unter anderem Durchfall und vermehrte Blähungen. Die Diätpillen helfen jedoch nur nennenswert, wenn gleichzeitig die Kalorienzufuhr eingeschränkt wird und regelmäßige Bewegung auf dem Programm steht. "Schlankheitspillen" ersetzen weder Sport noch Diät.

Chirurgische Therapie

Ein chirurgischer Eingriff ist keine einfache, schnelle Lösung. Nur bei extremer Adipositas (BMI ≥ 40) beziehungsweise einem BMI ≥ 35 mit erheblichen Folgekrankheiten (zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2) besteht nach dem Scheitern einer konservativen Therapie die Möglichkeit einer operativen Behandlung:

  • Verkleinerung des Magens (Gastroplastik)
  • Verkleinerung des Mageneingangs mit anpassbarem Magenband
  • Operationen am Darm, die zu einer veränderten Nährstoffaufnahme führen

Die Fettabsaugung (Liposuktion) ist ein Verfahren der Plastischen Chirurgie, das zur Entfernung überschüssiger lokaler Fettdepots bei stark übergewichtigen Personen eingesetzt wird. Für die Adipositas-Therapie ist sie nicht geeignet.


Kommentar «Adipositas - Therapie»