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Krankheiten referenzindex «Aids und HIV - Ursachen»

Aids und HIV - UrsachenAids und HIV - Ursachen

Entstehung von HIV/Aids

Bei nicht HIV-Infizierten greifen weiße Blutkörperchen und Antikörper fremde Organismen an, die in den Körper eingedrungen sind, und zerstören sie. Die Immunantwort wird von bestimmten weißen Blutkörperchen, den T-Helfer-Zellen (CD4-Lymphozyten), koordiniert. Sie sind das Hauptangriffsziel der HI-Viren. Der Aids-Erreger dockt an die Zellen an und wird eingeschleust. In der Zelle integriert er das eigene Erbgut in das Erbgut der Wirtszelle und benutzt diese zur Vermehrung.

Nach einiger Zeit zerstören die neu produzierten HI-Viren die Wirtszelle und werden ins Blut freigesetzt. Sofort suchen sie neue CD4-Lymphozyten, und der Vermehrungsprozess startet von vorne. So werden täglich mehr als zehn Milliarden neuer HI-Viren produziert. Um diesen Prozess zu stoppen, bildet der Körper täglich etwa zwei Milliarden neuer CD4-Lymphozyten. In den meisten Fällen gewinnen die Viren den Kampf und die Zahl der CD4-Lymphozyten sinkt kontinuierlich. Dadurch entsteht eine schwere Immunschwäche, und der Körper kann eingedrungene Erreger nicht mehr ausreichend bekämpfen.

Wie kann man sich mit HIV infizieren?

Es gibt verschiedene Wege, sich mit HIV zu infizieren:

Sexueller Kontakt: Sie können sich über vaginalen, analen oder oralen Sex mit einem HIV-infizierten Partner anstecken. Das Virus lässt sich sowohl im Samen als auch in der Scheidenflüssigkeit nachweisen. Es kann über kleinste Verletzungen, die während des Sexualkontaktes entstehen, in den Körper eindringen. Wenn Sie bereits eine andere sexuell übertragbare Krankheit wie etwa Chlamydien haben, ist die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, deutlich größer. HIV wird in Deutschland in etwa 90 Prozent der Fälle durch sexuelle Kontakte übertragen.

Infiziertes Blut: In einigen Fällen wurde das HI-Virus durch infiziertes Blut und Blutprodukte, die transfundiert wurden, übertragen. Ende 1985 begannen Krankenhäuser und Blutbanken in Deutschland und in anderen westlichen Ländern, das Blut auf HIV-Antikörper zu untersuchen. Diese Tests sowie eine verbesserte Untersuchung der Spender hat das Risiko, sich bei einer Blutübertragung zu infizieren, deutlich reduziert. Das gilt leider nicht für arme Länder der Dritten Welt.

Gemeinsamer Gebrauch von Nadeln: HIV wird sehr leicht durch kontaminierte Nadeln und Spritzen übertragen. Dabei können auch andere Erkrankungen wie Hepatitis übertragen werden. Auf diesem Weg infizieren sich in Deutschland etwa fünf Prozent der HIV-Patienten.

Verletzungen: Das HIV-Infektionsrisiko durch einen Stich mit einer infizierten Nadel ist bei Angehörigen medizinischer Berufe sehr gering. Das durchschnittliche Risiko liegt bei etwa 3 von 1000 Fällen.

Übertragung Mutter - Kind: Etwa ein Viertel bis ein Drittel aller unbehandelten HIV-infizierten Mütter stecken ihre ungeborenen Kinder an. Werden diese Mütter aber bereits während der Schwangerschaft behandelt, sinkt das Infektionsrisiko um etwa zwei Drittel. Wird das Kind zusätzlich per Kaiserschnitt entbunden, sinkt das Infektionsrisiko noch weiter.

Andere Übertragungsmöglichkeiten: In sehr seltenen Fällen wird das HI-Virus durch Organtransplantation oder schlecht desinfiziertes Operationsbesteck übertragen.

Wer ist besonders gefährdet?

Prinzipiell ist niemand vom Risiko einer HIV-Infektion ausgeschlossen. Es gibt aber Situationen, bei denen die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist:

  • Ungeschützter Sex mit vielen wechselnden Partnern (Promiskuität). Das gilt unabhängig davon, ob Sie hetero-, homo- oder bisexuell sind. Ungeschützter Sex bedeutet Sex ohne Kondom. Das Ansteckungsrisiko ist besonders hoch, wenn Sie bereits an einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit wie Syphilis, Herpes genitalis, Chlamydien oder Gonorrhoe leiden.
  • Ungeschützter Sex mit einer infizierten Person
  • Gemeinsames Benutzen von Spritzen bei Drogenabhängigkeit
  • Bluter, die vor 1985 Blutprodukte bekommen haben
  • Personen, die vor 1985 mit Bluttransfusionen behandelt wurden
  • Kinder einer unbehandelten HIV-infizierten Mutter

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