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Krankheiten referenzindex «Allergie - Die Psyche spielt mit»

Photocase.de/shybuuuNiesattacken beim Anblick von Katzenfotos? Das gibt’s nicht, mögen Sie denken. Doch - denn bei Allergien spielt auch die Psyche mit. Niesattacken, Luftnot und Augenjucken lassen sich bei manchen Allergikern hervorrufen, ohne dass sie überhaupt mit der allergieauslösenden Substanz in Kontakt kommen. Dies funktioniert mittels Suggestion, unter Hypnose oder eben durch ein Foto. Beim Katzenhaarallergiker kann beispielsweise schon das Bild einer Katze ausreichen. Da der Allergiker weiß, dass er bei Katzen immer niesen muss, erwartet er es geradezu. Irgendwann läuft die allergische Reaktion dann reflexartig ab und der Betroffene bekommt Schnupfen, auch wenn er nur ein Foto sieht. Das entspricht einem unbewussten Lernvorgang.

Psyche als Cofaktor

Solche Phänomene sind nicht die Regel - normalerweise macht sich die Psyche bei Allergikern anders bemerkbar. Ärger im Beruf, Beziehungsprobleme oder zwischenmenschliche Konflikte belasten die Seele und können allergische Symptome verstärken. So reagieren beispielsweise manche Pollenallergiker während des Pollenflugs viel stärker mit Heuschnupfen, wenn sie emotional gestresst sind. Klinische Studien zeigen, dass psychische Faktoren bei einem Drittel der Allergiker die Beschwerden verstärken.

Auch bei Asthmatikern spielt die Seele mit. Allergologen gehen davon aus, dass bei etwa der Hälfte aller Asthmaanfälle auch emotionale Faktoren als mögliche Auslöser beteiligt sind. Umgekehrt erhöht eine spürbare Verschlechterung der Allergie auch die seelische Belastung der Betroffenen.

Schnittstelle Neurotransmitter

Ursache für solche psychischen Einflüsse auf eine Allergie ist eine enge Interaktion zwischen dem Nerven- und dem Immunsystem. Neurotransmitter (Botenstoffe des Nervensystems) stellen die Verbindung zwischen beiden Systemen her. Ein Beispiel sind die sogenannten Neurotrophine. Sie werden nicht nur von Nervenzellen, sondern auch von Immunzellen gebildet, und wirken auf beide Zellsysteme. Experten gehen davon aus, dass Neurotrophine eine wichtige Schnittstelle zwischen Nervensystem und Immunsystem bilden. Sie werden bei allergischen Reaktionen überschießend produziert und bleiben über Tage und Wochen hinweg wirksam.

Wie das komplexe Zusammenspiel von Psyche und Allergie im Einzelnen funktioniert, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die Psyche nicht als alleiniger Verursacher der Allergie infrage kommt - sie spielt vielmehr eine Rolle als begleitender Faktor. Den Experten zufolge gibt es auch keine "Allergiepersönlichkeiten".

Hoher Leidensdruck

Allergologen suchen zunächst in der Krankheitsgeschichte des Betroffenen nach psychosozialen Faktoren, die für die Beschwerden mitverantwortlich sein könnten. Manche Allergiker sind jedoch erst nach hohem und jahrelangem Leidensdruck bereit, eine Verbindung zwischen seelischen Problemen und ihrer Allergie zu akzeptieren. Besonders ausgeprägt sind diese Zusammenhänge bei Hautekzemen und Asthma.

Stressnotizen

Der erste Schritt aus dem Teufelskreis ist ein Allergie-Stress-Tagebuch. Damit können Betroffene die psychisch belastenden Situationen (Stressauslöser) identifizieren, die ihre Beschwerden verschlechtern. Außerdem hilfreich: Übungen zum Stressabbau (Yoga, Autogenes Training oder ähnliches), die sich auch bei Menschen mit Neurodermitis und Asthma bewährt haben. Parallel dazu müssen die körperlichen Beschwerden behandelt werden.


Kommentar «Allergie - Die Psyche spielt mit»