Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Alzheimer - Tipps für Angehörige»

PhotoDisc

Umgang mit Alzheimer-Kranken

Es gibt keine Patentrezepte für den Umgang mit Alzheimer-Betroffenen. Einige Verhaltensregeln haben sich jedoch sich in vielen Familien bewährt und das Leben vereinfachen. Sie beziehen sich vor allem auf frühe Krankheitsstadien.

Zehn Punkte, auf die Sie beim Zusammenleben mit einem Alzheimer-Patienten achten sollten:

1. Information

Informieren Sie sich gründlich über das Thema Alzheimer. Was sind die Ursachen der Krankheit? In welchen Stadien verläuft sie? Welche Vorkehrungen sollten Sie in Ihrer Wohnung treffen, um Unfälle zu verhindern? Je mehr Sie über die Erkrankung wissen, desto sicherer sind Sie im Umgang mit dem Erkrankten.
Hilfreich sind hier unter anderem die Ratgeber und Broschüren der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V., die Sie unter www.alzheimer-forschung.de oder www.deutsche-alzheimer.de abrufen können.

2. Akzeptanz

Versuchen Sie nicht mit allen Mitteln, auf den Betroffenen einzuwirken und ihn zu ändern. Gegen Alzheimer haben Sie keine Chance. Nehmen Sie den Erkrankten so an wie er ist. Durch die Veränderungen in seiner geistigen Leistungsfähigkeit und Wahrnehmung lebt der Betroffene mehr und mehr in seiner eigenen Welt.

3. Eigenständigkeit

Halten Sie die Eigenständigkeit des Erkrankten so weit und so lange wie möglich aufrecht. Geben Sie Ihrem Angehörigen ein Maximum an Sicherheit, aber lassen Sie ihn auch gewähren und genießen. Für sein Selbstwertgefühl braucht er eigene Erlebnis- und Aktivitätsräume. Sichern Sie mögliche Gefahrenquellen wie Gas- oder Elektrogeräte, Treppen und glatte Badewannen.

Bedenken Sie außerdem: Leben ist immer mit Risiko verbunden. Finden Sie einen vernünftigen Kompromiss zwischen Sicherheit und Freiheit.

4. Kontinuität und Tagesstruktur

Behalten Sie liebe Gewohnheiten bei. Vertraute Menschen, Dinge und Erinnerungsstücke an die gemeinsame Vergangenheit sind für Demenz-Kranke wichtiger als die Gegenwart, in der sie sich nicht mehr zurechtfinden.

Besonders wichtig ist eine klare Tagesstruktur: Alzheimer-Patienten finden sich besser zurecht, wenn sie zu regelmäßigen Zeiten morgens aufstehen und abends zu Bett gehen. Die Mahlzeiten sollten möglichst jeden Tag zur selben Zeit eingenommen werden. Ebenso empfehlenswert ist ein täglicher Spaziergang zu selben Zeit oder ein Besuch bei Freunden.

Das richtige Maß an Aktivität und Pausen gibt dem Tag eine Struktur, die das Vor-sich-hin-Dösen aus Langeweile verhindert. Denn das gäbe den Nervenzellen nur die Information: Kein Grund, sich anzustrengen.

5. Einfachheit, Klarheit

Alzheimer-Patienten brauchen eine einfache, überschaubare und unkomplizierte Umwelt. Bringen Sie in der Wohnung Hinweisschilder, farbige Kennzeichnungen und gut lesbare Uhren an. Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung in allen Räumen.

Schreiben Sie wichtige Mitteilungen nur in kurzen, verständlichen Sätzen. Verzichten Sie auf abstrakte Begriffe.

Gestalten Sie die Räume frei und offen, ohne verwirrende optische Reize.

6. Blicke, Gesten und Berührungen

Suchen Sie den emotionalen Kontakt über Blicke, Gesten und Berührungen. Versuchen Sie ohne Worte zu kommunizieren, wenn die sprachliche Verständigung immer schwieriger wird. Sie vermitteln so das Erlebnis von Nähe zwischen zwei Menschen und fördern die Speicherung von Informationen im Gehirn. Jede Information, die mit Gefühlen einhergeht, wird besser behalten.

7. Keine Verbote

Demenz-Kranke stoßen oft an Grenzen und Ablehnungen, die sie kränken und nur schwer zu verarbeiten sind. Schlagen Sie Alternativen vor, statt Nein zu sagen. Dabei ist Ihre Fantasie gefragt.

8. Mut zum Streit

Kleinere Auseinandersetzungen mit Demenzkranken sind nicht unbedingt gefährlich. In ihnen drücken sich auch Lebendigkeit und intensive Empfindungen aus. Aber: Vermeiden Sie unsinnige Wortgefechte. Lösen Sie Konflikte durch Ablenkung und Zuwendung.

9. Gelassenheit

Reagieren Sie gelassen auf Ängstlichkeit oder Aggressivität Ihres Angehörigen und nehmen Sie sie nicht persönlich. Meistens sind die Betroffenen nur ratlos oder verunsichert - und wollen Sie keinesfalls schikanieren.

10. Vergessen Sie nicht sich selbst

Haushalten Sie mit Ihren Kräften. Wenn Sie sich Erholungspausen verschaffen oder Ihren eigenen Interessen nachgehen, ist das kein Grund für Schuldgefühle. Nur, wenn Sie sich selbst wertschätzen und pflegen, haben Sie ausreichend Energie, um Ihre Angehörigen auch über einen längeren Zeitraum versorgen zu können.

Holen Sie sich Hilfe von außen. Das ist kein Eingeständnis von Unzulänglichkeit und Hilflosigkeit. Gespräche mit anderen Angehörigen, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, geben Anregungen und neuen Mut.


Kommentar «Alzheimer - Tipps für Angehörige»