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Krankheiten referenzindex «Angeborene Schwerhörigkeit»

GettyImagesEntwickeln sich Hörstörungen vor der Geburt (pränatal), während der Geburt (perinatal) oder innerhalb der ersten sechs Lebensmonate (postnatal), spricht man von einer angeborenen Schwerhörigkeit. Bei etwa einem von 1.000 Neugeborenen kommt es zu einer solchen angeborenen Hörstörung.

Ursachen einer angeborenen Schwerhörigkeit

Vor der Geburt

  • Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft
  • Alkoholismus oder Drogenkonsum während der Schwangerschaft
  • Infektionen während der Schwangerschaft, z.B. Röteln, Herpes, Syphilis oder Toxoplasmose
  • Genetisch bedingte Erbleiden (z.B. Down-Syndrom)
  • Vererbte Schwerhörigkeit
  • Enzymdefekte

Während der Geburt

  • Sauerstoffmangel
  • Frühgeburt
  • Gelbsucht wegen Blutgruppen-Unverträglichkeit von Mutter und Kind
  • Geburtstrauma mit Hirnblutung

Nach der Geburt

  • Virusinfektionen, z.B. Masern, Mumps oder Röteln
  • Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Schädelverletzung
  • Einnahme bestimmter Antibiotika

Symptome

Eine verminderte oder fehlende Reaktion des Kindes auf Geräusche oder eine verzögerte oder ausbleibende Sprachentwicklung deuten auf eine Schwerhörigkeit hin.

Diagnose

Hörtests lassen sich bei Säuglingen und kleinen Kindern schwieriger durchführen als bei älteren Kindern und Erwachsenen, weil die Kinder Fragen zu ihrem Hörvermögen noch nicht beantworten können. Trotzdem muss das Gehör möglichst schon beim Neugeborenen getestet werden (universelles Neugeborenen-Hörscreening).

Schon ein leichter Hörschaden kann zu gravierenden Problemen in der Sprachentwicklung führen und die geistige Reifung beeinflussen, wenn er zu spät entdeckt wird. Mit modernen Messverfahren (zum Beispiel Otoakustische Emissionen oder Hirnstammaudiometrie) kann man objektiv testen, ob das kindliche Innenohr intakt ist. Weitere Untersuchungen sind eine Ohrenspiegelung und Hörprüfungen.

Hörprüfungen

Ab dem SäuglingsalterUniverselles Neugeborenen-Hörscreening, Tympanometrie, Hirnstammaudiometrie (BERA), Otoakustische Emissionen (TEOAE, DPOAE) und Freifeldaudiometrie: Hier werden standardisierte Töne und Geräusche nicht über einen Kopfhörer angeboten, sondern über Lautsprecher, die im Kreis aufgestellt sind. Der Untersuchungsraum muss dazu schallisoliert sein.

Ab 1,5 JahrenZusätzliche Prüfung der Sprachentwicklung

Ab dem 5. LebensjahrTonschwellen- und Sprachaudiogramm

Kommentar «Angeborene Schwerhörigkeit»