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Krankheiten referenzindex «Angststörungen - Therapie»

Medikamente und Psychotherapie

Die Behandlung richtet sich nach der Art der Angststörungen. Abhängig von der Ausprägung können sowohl Medikamente als auch eine geeignete Psychotherapie helfen. Verschreibt der Arzt Medikamente, so haben sich besonders Medikamente aus der Klasse der Antidepressiva bewährt. Vor allem neuere Antidepressiva, die weniger Nebenwirkungen haben, finden Anwendung (sogenannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI).

Auch Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine können die Symptome einer Angststörung lindern. Allerdings können sie wegen ihrer angstlösenden Wirkung süchtig machen und sollten daher nur unter ärztlicher Aufsicht und zeitlich befristet eingesetzt werden.

Für die Behandlung einer Angststörung hat sich vor allem die Verhaltenstherapie bewährt. Eine Fachperson führt die Betroffenen bewußt in die angstauslösende Situation. Die Vorstellung alleine ruft bei vielen Betroffenen schon eine mehr oder weniger große Angst hervor. Ziel und Zweck dieser Methode ist jedoch nicht, den Patienten zu quälen, sondern ihn erleben zu lassen, dass die befürchtete Katastrophe nicht eintritt. Mit der Zeit erkennt die Person, dass sie Einfluss auf das Ausmaß der Angst hat. Sie beherrscht die Angst und nicht umgekehrt.

Bei der Sozialphobie verlernen die Betroffenen mit der Zeit die Fähigkeit, sich in sozialen Situationen richtig zu verhalten. In Gruppentherapien werden Rollenspiele geübt, in denen ganz alltägliche Situationen nachgespielt werden. Das sogenannte Soziale-Kompetenz-Training hilft, die durch die Angststörung verlernten Fertigkeiten wieder einzusetzen.

Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung nach Jakobson werden immer häufiger in die Therapie einer Angststörung eingebaut.

Tipps bei Angststörungen

Sie sind nicht alleine! Angststörungen sind weit verbreitet. Fünf von 100 Menschen leiden an einer Angststörung.

Es kann Ihnen geholfen werden! Versuchen Sie, so schnell wie möglich professionelle Hilfe aufzusuchen. Je länger Sie diesen Schritt hinausschieben, desto schwieriger wird die Therapie der Angststörung. Wenden Sie sich an eine vertraute Person, einen vertrauenswürdigen Arzt. Diese Menschen können Ihnen helfen, sich über mögliche Therapiemöglichkeiten zu informieren. Versuchen Sie nicht mit der Störung alleine zurecht zu kommen oder sich damit zu arrangieren. Gehen Sie dagegen vor! Informieren Sie sich auch hier über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe!

Versuchen Sie nicht, durch Vermeidung der angstauslösenden Situation Ihre Angststörung in den Griff zu bekommen. Dadurch verhindern Sie eher eine Lösung. Meist entstehen lediglich weitere Schwierigkeiten, weil sich die Angst nur stärker in Ihrem Leben verfestigt.

Nehmen Sie keinesfalls auf eigene Faust Beruhigungsmittel (zum Beispiel Benzodiazepine) zur Dämpfung der Angst ein. Diese Beruhigungsmittel können leicht abhängig machen. Die Therapie der Angststörung wird dadurch zusätzlich erschwert.

Vermeiden Sie es, Alkohol als Angstlöser einzusetzen! Alkohol kann, wenn überhaupt, nur im Moment helfen. Auch hier besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, was die Situation entscheidend verschlimmert. Allgemein sollte Alkohol niemals als Problemlöser eingesetzt werden!


Kommentar «Angststörungen - Therapie»