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Krankheiten referenzindex «Angststörungen - Ursachen»

Es gibt verschiedene Theorien, wie eine Angsstörung entsteht:

Lerntheoretische Erklärung

Hier gehen Ärzte von einem mehrstufigen Prozess aus, der zu einer Angststörung führt. Zuerst "erlernt" die Person die Angst in einer ursprünglich neutralen Situation. Zum Beispiel kommt es während eines Flugs zu Turbulenzen, die Angst auslösen. Die zuerst als angenehm empfundene Situation erscheint plötzlich bedrohlich.

Würde sich die betroffene Person bald wieder in ein Flugzeug setzen, so würde sie feststellen, dass die Angst unbegründet ist. Die Angst vor dem Fliegen hält die Person jedoch davon ab. Durch die Vermeidung der angstbesetzten Situation wird die Angst aufrecht erhalten. Hier spielt auch die Wahrnehmung der körperlichen Reaktionen eine entscheidende Rolle. Angst löst gewisse körperliche Symptome (zum Beispiel Herzrasen) aus. Betroffene nehmen diese verstärkt wahr und deuten sie als drohende Gefahr, was die körperliche Reaktion weiter verstärkt. Ein Teufelskreis der Angst entsteht.

Neurobiologische Aspekte

Zusätzlich wird auch eine biologische Komponente von Angststörungen diskutiert. Das autonome Nervensystem reguliert und kontrolliert die inneren Organe, zum Beispiel Herz und Atmung. Man geht davon aus, dass bei Betroffenen ein übererregbares autonomes Nervensystem vorliegt, das leichter gereizt werden kann. Dies führt dazu, dass die Angstsymptome schneller entstehen. Untersuchungen sollen belegen, dass ein solch übersensibles Nervensystem vererblich ist. Vollends bewiesen ist diese Vermutung aber noch nicht. Zusätzlich lassen neurobiologische Befunde vermuten, dass bestimmte Hirnregionen und die darin wirkenden Botenstoffe eine Rolle bei der Entstehung einer Angststörung spielen.

Psychoanalytisches Erklärungsmodell

Im Laufe unseres Lebens kommen wir immer wieder in Situationen, in denen wir in einen innerlichen Konflikt geraten. Besispielsweise würden wir gerne etwas tun, trauen uns aber nicht, da die Tat von anderen Menschen negativ bewertet werden könnte. Der Konflikt wird meistens durch einen Kompromiss gelöst, worauf sich wieder ein psychisches Gleichgewicht einstellt. Misslingt eine solche Konfliktlösung, tritt Angst auf.

Experten gehen davon aus, dass Menschen mit einer Angsstörung in ihrer Jungend nicht gelernt haben, mit Ängsten umzugehen. In konflikthaltigen Situationen fühlen sich diese Menschen schnell überfordert, und alte kindliche Ängste brechen auf. Sehr häufig entwickeln sie beim drohenden Verlust einer engen Bezugsperson Trennungsängste.


Kommentar «Angststörungen - Ursachen»