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Krankheiten referenzindex «Aphthen»

Eine Aphthe (sprich: Afte; Transliteration von griech. αφθη; von griech. απτω brennen, andere, ebenfalls gültige Schreibweise: Aphte) ist eine schmerzhaft entzündete Stelle der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich. Es handelt sich dabei um ein Ulcus. Beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer solcher Stellen spricht man vom Krankheitsbild der Mundfäule (Stomatitis aphthosa). Treten Aphthen häufig wiederkehrend auf, spricht man von chronisch rezidivierender Aphthose. Die Häufigkeit (Prävalenz) beträgt 5 - 21 Prozent.[1]

Ursachen

Ursachen (Ätiologie) und Entstehungmechanismus (Pathogenese) der rezidiverenden Aphthose sind weitgehend unklar. Eine multifaktorielle Entstehung mit genetischer Komponente wird angenommen.[2]

Als mögliche assoziierte Faktoren sind Verletzungen der Mundschleimhaut, Zusammenhänge mit verschiedenen Nahrungsmitteln, Nahrungsdefiziten (Vitamin B12-, Eisen- oder Folsäuremangel) sowie Veränderungen des Hormonhaushaltes. In schweren Fällen können Systemerkrankungen wie Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Morbus Behçet oder HIV-Infektionen zu Grunde liegen.[1]

Es wird keine Verbindung zum Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Menopause gesehen [3], Raucher sind hingegen seltener betroffen.[4]

Krankheitsbild

Aphthen sind kleine, weisse, eng umgrenzte Flecken in der Mundhöhle. Kleinere Aphthen (Minor-Form) haben einen Durchmesser von unter einem Zentimeter, sie heilen innerhalb von 1-2 Wochen aus. Es wird aber auch von Aphthen mit einem Durchmesser von ca. 30 mm und mehr berichtet. Bei diesen grösseren Aphthen wird von der Major-Form gesprochen, die Wochen bis Monate persistieren kann. Bei herpetiformen Ulcera tritt eine grosse Zahl kleiner Apthen auf, diese Form ist jedoch selten.[2][5]

Wie schmerzhaft Aphthen sind, ist stark individuell unterschiedlich. Aphthen können sehr schmerzhaft sein, bei stärkerem Befall ist oft die täglichen Lebensführung deutlich beeinträchtigt. Teilweise ist sogar das Sprechen, Essen, Schlucken von Wasser oder Speichel schmerzhaft. In wenigen Fällen treten auch nahezu nicht schmerzende Aphthen auf.

Diagnostik

Die Diagnose der rezidivierenden Aphthose basiert auf Anamnese und klinischem Bild, da spezifische Labortests nicht zur Verfügung stehen. Zur Erkennung zugrunde liegender Erkrankungen (Immunerkrankungen, Infektionen, Mangelzustände) können neben der Krankengeschichte auch verschiedene Laborparameter weiterhelfen.[2]

Behandlung

Neben der lokalen Behandlung steht bei systemischen Erkrankungen die Behandlung dieser im Vordergrund.

Zur Behandlung von Aphthen werden schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel, wie auf der Läsion haftende Salben mit Polidocanol oder Lidocain und Benzalkoniumchlorid angewandt. Schmerzstillende Sprays oder Salben zur lokalen Betäubung beschleunigen den Heilprozess nicht.[6]

In schweren Fällen kann man mit lokal angewandten Kortisonsalben oder Kortisonhafttabletten unter Umständen eine Verbesserung erreichen. Benzydamin (als Spray und zum Gurgeln) ist ein schmerzstillendes und gleichzeitig antibakterielles Medikament.Teebaumöl und ein Phytotherapeutikum aus Rhabarberextrakt und Salicylsäure sowie eine Spülung mit Kamillen- oder Salbeitee sind auch bekannte schmerzlindernde Mittel. Ferner gibt es verschiedene film-bildende Medikamente. Viele Autoren empfehlen Spülung mit einer Tetrazyklinlösung oder Minocyclin. [7]

Eine Ätzung mit Silbernitrat-Lösung verringert den Schmerz, beschleunigt aber die Abheilung nicht.[8] Der Wirkstoff Policresulen beschleunigt durch die ätzende Wirkung und durch folgende Abstossung des abgestorbenen Gewebes den Heilungsprozess und sorgt für eine unmittelbare Schmerzfreiheit. In Grossbritannien werden in Drogerien zu diesem Zweck Lösungen aus Hydroxybenzolsulfonsäure, Hydroxymethoxybenzolsulfonsäure und Schwefelsäure in Wasser verkauft.

Einige Anwender berichten von guten Erfolgen mit Propolis. Es hinterlässt einen länger haftenden schützenden Film. Propolis kann jedoch für Blütenpollenallergiker zu Problemen führen. Welche Langzeitauswirkung Propolislösung auf Zähne und Mundraum hat, ist nicht bekannt. Manche Anwender berichten von geschwollenen, gereizten Schleimhäuten oder einer erhöhten Empfindlichkeit von Zähnen und Zahnfleisch.[9]

Aphthen treten seltener bei Rauchern als bei Nichtrauchern auf. Rauchverzicht kann Aphthen verschlechtern. Als Ursache wird die Hyperkeratinisierung der Schleimhaut bei Rauchern vermutet.[10]

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Letzte Aktualisierung: 14. November 2006


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