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Krankheiten referenzindex «Arzneimittelexanthem bei Baby & Kind»

Arzneimittelexanthem bei Baby & Kind

Was ist ein Arzneimittelexanthem?

Unter einem Arzneimittelexanthem versteht man eine unerwünschte allergische Reaktion, die nach der Einnahme von Medikamenten auftritt. Die allergische Reaktion äußert sich häufig als Hautausschlag (Exanthem), aber auch andere Organsysteme können betroffen sein. Erbrechen, Durchfall und Schwellung der Schleimhäute von Mund und Rachen können dann hinzukommen. Arzneimittelexantheme treten sowohl bei Babys und Kindern als auch bei Erwachsenen relativ häufig auf.

Oft macht sich ein Arzneimittelexanthem dadurch bemerkbar, dass während der Einnahme eines Medikaments rote Flecken auf der Haut erscheinen. Meist beginnt der Ausschlag an den Armen und Beinen und weitet sich dann über den Rumpf aus. Häufig klagen die betroffenen Kinder über starken Juckreiz. Der Ausschlag kann feinfleckig (wie bei Röteln) oder großfleckig und zusammenfließend (wie bei Masern) sein. Häufig bilden sich auch Quaddeln (Urtikaria), die ähnlich wie Mückenstiche aussehen.

Das Erscheinungsbild des Ausschlags erlaubt keinen Rückschluss auf ein Arzneimittelexanthem. Nur der zeitliche Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme lässt auf die Ursache schließen.

Wie kommt es zu einem Arzneimittelexanthem?

Neben den erwünschten Haupteffekten haben alle Arzneimittel Nebenwirkungen – ein Arzneimittelexanthem ist eine mögliche dieser Nebenwirkungen. Meistens fallen sie bei einer Therapie nicht ins Gewicht, aber in manchen Fällen kommt es zu allergischen Reaktionen. Im Körper erkennt das Immunsystem bestimmte Stoffe einer Arznei als "fremd" und löst eine Abwehrreaktion aus. Üblicherweise geschieht das bei Arzneimittel-Wirkstoffen nicht, aber es gibt immer wieder Ausnahmen. Daher besteht die Möglichkeit, dass jeder Mensch auf jedes Medikament irgendwann allergisch reagieren kann.

Medikamente, die häufig Arzneimittelexantheme auslösen, sind Schmerzmittel (zum Beispiel Pyrazolone, Narproxen), Antibiotika (Penizilline, Sulfonamide, Cephalosporine), Schilddrüsenhormone, Herz-Kreislaufmittel (wie ACE-Hemmer) und selten auch Immunglobuline (Antikörper). Eine Ausnahme bildet der Hautausschlag bei Menschen, die Ampicillin einnehmen und gleichzeitig am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt sind. Hierbei kommt es zu einer bestimmten Reaktion des Immunsystems, es handelt sich jedoch nicht um eine Arzneimittelallergie im eigentlichen Sinn. Daher dürfen Menschen, die einmal eine solche Hautreaktion hatten, später trotzdem wieder mit Ampicillin behandelt werden.

Symptome eines Arzneimittelexanthems

Hautausschlag (kleinfleckig, großfleckig oder quaddelförmig) lässt sich bei einem Arzneimittelexanthem immer beobachten. Dieser kann in seinem Aussehen und Verteilungsmuster jedoch vielfältig sein.

Manchmal kommen bei einer Arzneimittelallergie folgende Symptome hinzu:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Schwellung der Schleimhäute von Mund und Rachen
  • Selten Fieber und Störung des Allgemeinbefindens

Ist ein Arztbesuch notwendig?

Bei jedem unklaren Hautausschlag oder bei Verdacht auf Arzneimittelexanthem sollten Sie mit Ihrem Kind unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es ist häufig schwierig, eine Arzneimittelunverträglichkeit von Ausschlägen zu unterscheiden, die zum Beispiel durch Masern, Scharlach oder Röteln hervorgerufen wurden.

Um festzustellen, auf welches Mittel der Körper mit einem Arzneimittelexanthem reagiert hat, kann der Arzt einen Allergietest durchführen. Dieser sollte allerdings erst nach dem Abklingen aller Symptome, frühestens nach drei Wochen durchgeführt werden.

Wie wird ein Arzneimittelexanthem behandelt?

Ihr Kinderarzt setzt bei einem möglichen Arzneimittelexanthem das im Verdacht stehende Medikament sofort ab. Falls nötig, kann er ein Mittel verordnen, das eine andere Zusammensetzung hat.

Tritt bei einem Arzneimittelexanthem starker Juckreiz auf, helfen Juckreiz lindernde Salben. Dabei handelt es sich meist um sogenannte Antihistaminika oder auch kortisonhaltige Präparate zum Auftragen. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung verabreicht der Arzt meist Kortison in Form von Zäpfchen oder Infusionen.

Prognose

Sobald das Medikament, welches ein Arzneimittelexanthem auslöst, abgesetzt wird, bessert sich das Hautbild, und die Beschwerden lassen nach. Wichtig ist, dass das Arzneimittelexanthem frühzeitig behandelt wird; die Prognose ist dann normalerweise gut.

Notieren Sie sich den Namen des Arzneimittels, das bei Ihrem Kind ein Arzneimittelexanthem ausgelöst hat. Den darin enthaltenen Wirkstoff sollte Ihr Kind nicht mehr bekommen, da beim zweiten Mal die allergische Reaktion wesentlich stärker ausfallen würde.


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