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Krankheiten referenzindex «Bandscheibenvorfall - Diagnose»

Bandscheibenvorfall - DiagnoseBandscheibenvorfall - DiagnoseBandscheibenvorfall - Diagnose

Basis-Untersuchungen

Die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten und eine ausführliche klinisch-neurologische Untersuchung sind von äußerster Wichtigkeit. Hier prüft der Arzt Muskelkraft, Gefühl in den Beinen und die Reflexe. Ist der Zehen- oder Hackengang möglich, kann eine Lähmung rasch ausgeschlossen werden. Der Arzt versucht mögliche Schmerzen, Lähmungen oder Taubheitsgefühle einer bestimmten Nervenstruktur zuzuordnen, die von dem Vorfall gereizt wird. In vielen Fällen kann der Arzt schon allein dadurch feststellen, ob und zwischen welchen Wirbelkörpern ein Bandscheibenvorfall vorliegt.

Weiterführende Tests

Eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sind nur notwendig, wenn die körperliche Untersuchung einen Hinweis auf einen klinisch bedeutsamen Bandscheibenvorfall ergeben hat. Von den bildgebenden Verfahren ist in der Regel das MRT die erste Wahl. Eine normale Röntgenuntersuchung ist in den meisten Fällen überflüssig, da sie nur Knochen, aber nicht die Bandscheiben und das Nervengewebe zeigen kann.

Da viele Bandscheibenvorfälle ohne Beschwerden (asymptomatisch) verlaufen, muss jedoch nicht jeder im CT oder MRT nachgewiesene Bandscheibenvorfall die Ursache der Beschwerden sein. Ein asymptomatischer Bandscheibenvorfall ist ein Bandscheibenvorfall, der keine Rückenschmerzen verursacht.

Problematisch an den Bildern ist zudem, dass sie dazu beitragen können, dass die Schmerzen chronisch werden: Der Blick aufs eigene Rückgrat kann offenbar eine negative psychologische Wirkung entfalten. Vor allem bei diffusen Rückenschmerzen ohne neurologische Symptome sollte man erst einmal abwarten. Erst wenn sich die Beschwerden auch nach sechs bis acht Wochen nicht bessern, sind Röntgenaufnahmen angezeigt.

Ausnahmen sind Rückenschmerzen, die mit Symptomen einhergehen, die auf einen möglichen Tumor hindeuten (Fieber, nächtliches Schwitzen oder Gewichtsverlust). In diesen seltenen Fällen ist eine Darstellung des Raums zwischen Rückenmark und Rückenmarkssack (Duralraum) mit einem Röntgenkontrastmittel notwendig, um die Auswirkungen eines Bandscheibenvorfalls genau zu beurteilen (Myelografie oder Myelo-CT).

Liegt eine Lähmung oder Gefühlsstörung vor und ist unklar, ob sie direkte Folge des Bandscheibenvorfalls ist, kann ein EMG oder eine Elektro-Neurografie die Klärung bringen. Mit dem EMG misst der Arzt über eine Nadel die elektrische Aktivität einzelner Muskeln. Die Elektro-Neurografie kann in Zweifelsfällen aufdecken, welche Nervenwurzeln genau von dem Vorfall gequetscht werden oder ob eine andere Nervenerkrankung (zum Beispiel Polyneuropathie) vorliegt. Denn dort, wo Druck auf den Nerv ausgeübt wird, reduziert sich seine elektrische Leitfähigkeit, und das kann neurografisch aufgedeckt werden.

Da in seltenen Fällen einige Infektionserkrankungen wie Borreliose oder Herpes Zoster ähnliche Beschwerden wie ein Bandscheibenvorfall hervorrufen können, wird das Blut und gegebenfalls auch das Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) auf diese Erreger hin untersucht, wenn die Bildgebung keinen Befund zeigt.

Fachliche Mitarbeit: Dr. med. Jean-François Chenot, Facharzt für Allgemeinmedizin


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