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Krankheiten referenzindex «Berufsallergien - Bäckerasthma und Friseurekzem»

GettyImagesStäube in der Backstube, Tierhaare und Pollen in der Landwirtschaft, hautreizende und allergieauslösende Substanzen beim Friseur: In der Berufswelt gibt es für Allergiker jede Menge Risiken. Wer seinen Beruf nicht nur nach Neigung, sondern auch im Hinblick auf seine Gesundheit auswählt, spart sich so manche Enttäuschung. In Deutschland brechen nach Expertenmeinung etwa 25.000 Jugendliche jährlich ihre Ausbildung ab, weil sie in Ihrem Beruf eine Hauterkrankung (zumeist eine Allergie) entwickelten. Besonders gefährdet sind Menschen, die schon vor Aufnahme der Beschäftigung an einer Allergie leiden. Zum Beispiel gehen Fachärzte davon aus, dass etwa die Hälfte der Bäcker mit berufsbedingtem allergischem Schnupfen oder Asthma schon vor Jobantritt an einer Pollenallergie litten.

Berufsbedingte Allergien: Vorher schlau machen

Allergische Haut- und Atemwegsleiden zwingen Berufsanfänger, ihren Traumjob an den Nagel zu hängen. Wer schon vorher weiß, dass er mit Allergien zu kämpfen hat, sollte sich seinen Traumberuf nicht mit dem Argument "es wird schon irgendwie klappen" schön reden, sondern sich genau informieren, was auf ihn zukommt: Ein Praktikum, eine Beratung beim Allergologen, Betriebsarzt oder der Berufsgenossenschaft helfen herauszufinden, ob die Berufswahl die richtige ist.

Wer trotz der möglichen Allergie-Risiken auf seinen Traumberuf nicht verzichten will, kann sich in manchen Fällen ausreichend schützen. Dazu gehören unter anderem Schutzhandschuhe, Staubschutzmasken oder die Hautpflege mit speziellen Cremes.

Durch eine spezifische Immuntherapie (SIT) lassen sich bestimmte allergische Atemwegserkrankungen sogar heilen. Diese Therapie ist die einzige, die eine Allergie ursächlich behandeln kann. Deshalb kann es zum Beispiel einem Pollenallergiker nach einer SIT möglich sein, problemlos als Gärtner zu arbeiten. Anders beim Bäckerasthma: Eine Hyposensibilisierung mit Mehlextrakten verspricht hier nur wenig Aussicht auf Erfolg.

Riskante Berufe

Allergiker sollten sich in erster Linie nach Berufen umsehen, bei denen sie nicht mit Wasser, Schmutz, Staub, Chemikalien, Pflanzen oder Tieren in Kontakt kommen. Für Asthmatiker ist beispielsweise die Arbeit in der Bäckerei, Gärtnerei oder Schreinerei nicht geeignet. Berufe mit hohem Allergierisiko sind, zum Beispiel:

BerufAllergene
Bäcker und KonditorMehlstaub, natürliche und künstliche Aromen, Gewürze, Konservierungsmittel
Bauarbeiter, MalerZement, Kunststoffe, Chrom, Kobalt
Landwirt, Tierarzt und-PflegerStaub von Nahrungs- und Futtermittel, Stoffe von Tieren, Pollen
FriseurHaarfarben und –waschmittel, Haarfestiger, Gummihandschuhe
FotolaborantFotochemikalien, Gummihandschuhe
Gärtner, FloristPflanzen und Pflanzenschutzmittel
Medizin, GesundheitswesenDesinfektionsmittel, Medikamente, Gummihandschuhe
SchreinerHolzstaub, Kleber, Beizen, Holzschutzmittel
MetallarbeiterSchmierstoffe, Metallstaub, Korrosionsschutzmittel
Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Spezialbericht Allergien (2000)

Dagegen sind Berufe in der Verwaltung, im kaufmännischen Bereich sowie in der EDV eher für anfällige Personen geeignet. Das gleiche gilt für die Berufe Lehrer, Sozialarbeiter, Optiker oder Feinmechaniker.

Berufsbedingte Allergie - Was tun?

Wer glaubt, durch seinen Beruf zum Allergiker geworden zu sein, sollte zunächst ein genaues Protokoll führen, wann die Beschwerden auftreten. Der nächste Gang führt dann zu Betriebsarzt und Betriebsrat. Zusammen können sie über geeignete Schutzmaßnahmen, einen anderen Arbeitsplatz oder eine andere Tätigkeit im gleichen Beruf beraten.

Rechtzeitig auf die Warnsignale des Körpers zu hören, ist auf jeden Fall besser, als nach vielen Jahren im Job krank zu sein. Die Umschulung auf einen anderen Beruf ist hier allemal besser: Fachärzte gehen davon aus, dass rund 17 Prozent der Fälle von Berufskrankheit, die zur Berentung führen, auf Allergien zurückzuführen sind,


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