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Krankheiten referenzindex «Blähungen»

Photocase.de/ Hui Buh

Lästige Winde

Blähungen sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Bei Blähungen befindet sich zu viel Luft im Darm. Etwas Luft im Darm zu haben und sie über den After zu entlassen, ist völlig normal. Auch der unangenehme Geruch, der dabei auftreten kann, ist nicht ungewöhnlich. Er wird durch Darmbakterien verursacht, die schwefelhaltige Gase produzieren. Wie Menschen Blähungen wahrnehmen, ist unterschiedlich. Einige Personen empfinden schon geringe Gasmengen im Bauch als störend, andere sind in dieser Hinsicht weniger empfindsam.

Blähungen, die ohne weitere begleitende Beschwerden auftreten, haben keinen Krankheitswert und verschwinden häufig von allein. Sie entstehen meist durch:

  • Falsche Ernährung
  • Hastiges Essen
  • Stress

Aber auch eine Reihe von Darmerkrankungen können übermäßig viel Gas im Darm verursachen. Je nach Ursache sind Blähungen von Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Durchfall oder Verstopfung und Völlegefühl begleitet.

Ist der Bauch gebläht und vorgewölbt ("Blähbauch"), sprechen Ärzte von Meteorismus. Gehen übermäßig viele Darmgase über den Anus ab, spricht man von Flatulenz.

Ursachen

Blähungen entstehen entweder durch Verschlucken von Luft (Aerophagie) oder wenn sich zu viele Gase im Darm bilden. In den allermeisten Fällen sind sie harmlos und entstehen durch falsche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Schon beim hastigen Essen wird etwa doppelt so viel Luft mitgeschluckt als normalerweise.

Zu den blähenden Speisen gehören beispielsweise:

  • Kohl
  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebeln

Zu üppiges, fettiges, süßes oder hastiges Essen verursacht ebenfalls Blähungen. Auch kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Kaffee lösen unter Umständen die Beschwerden aus. Ein weiterer Grund kann das plötzliche Umstellen der Ernährung auf Vollkornprodukte sein, weil sich der Verdauungstrakt erst an die ungewohnte Nahrung anpassen muss. Ein großer Teil der unverdaulichen Bestandteile der Ballaststoffe, die in Vollkornprodukten stecken, wird im Dickdarm durch Bakterien zersetzt. Dabei entstehen Abfallprodukte, die zu verstärkter Gasbildung führen. Auch Stress und Angst können Blähungen zur Folge haben.

Selten werden Blähungen durch Krankheiten ausgelöst. Dazu zählen beispielsweise Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) oder Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie).

Weitere seltene Ursachen sind unter anderem:

  • Reizmagen oder Reizdarm
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Verstopfung

Diagnostik

Für die Diagnose reichen eine Befragung und körperliche Untersuchung durch den Arzt. Dabei stellt er Fragen zu möglichen weiteren Beschwerden wie:

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Verändertes Stuhlverhalten

Auch Vorerkrankungen sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sind wichtig. Zusätzlich tastet der Arzt den Bauch ab und überprüft mit dem Stethoskop die Darmgeräusche. Hat er den Verdacht, dass eine organische Erkrankung die Ursache der Blähungen ist, veranlasst er weitere Untersuchungen. Dazu zählen beispielsweise eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) des Bauchs, Stuhluntersuchungen oder Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten wie ein Laktose-Toleranztest.

Therapie

Blähungen sind in den meisten Fällen harmlos und bedingt durch falsche Lebens- und Essgewohnheiten. Daher sollten Sie Folgendes beachten:

  • Essen Sie vorwiegend Speisen, die leicht verdaulich sind. Meiden Sie zu große Mengen blähender Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Kohl, weiße Bohnen, Linsen, unreifes Obst, Nüsse, Rosinen, sehr frisches Brot, grobes Vollkornbrot, Kaffee, Schokolade, Eiskaltes oder Fettgebackenes.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen und kauen Sie gründlich. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag einzunehmen, ist besser, als die Nahrungsmenge auf drei große Mahlzeiten zu verteilen.
  • Meiden Sie stark kohlensäurehaltige Getränke.
  • Bewegung und Sport bringen auch den Darm in Schwung. Wenn Sie Sport nicht mögen, versuchen Sie es zumindest mit einem kleinen Verdauungsspaziergang nach den Mahlzeiten.
  • Auch Hausmittel wie etwa eine Wärmflasche, kreisförmige Bauchmassagen und Heilpflanzen wie Kümmel oder Kamille können hilfreich sein.

Bei hartnäckigen Blähungen können Medikamente helfen. Entschäumer-Präparate zerstören die Gasblasen im Darm und ermöglichen, dass die quälende Luft entweichen kann. Bei Blähungen, die mit Bauchkrämpfen einhergehen, helfen krampflösende Mittel. Werden Blähungen durch eine Darmerkrankung verursacht, muss selbstverständlich diese Ursache behandelt werden.


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