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Krankheiten referenzindex «Brustkrebs bei jungen Frauen»

Brustkrebs bei jungen FrauenBrustkrebs bei jungen Frauen

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Die Sängerin Kylie Minogue erkrankte mit 36 an Brustkrebs, Pop-Sängerin Anastacia traf es mit 29, die Moderatorin Miriam Pielhau mit 32 und Sylvie van der Vaart mit 31. In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 59.500 Frauen* an Brustkrebs (Mammakarzinom). Im Durchschnitt sind sie bei der Diagnose 64 Jahre alt. Es trifft aber auch Frauen in jungem Alter, also schon vor dem 35. Lebensjahr. Rund 30 Prozent aller Brustkrebsfälle treten bei Frauen unter 50 Jahren auf. Ein Alter, in dem man ein Mammakarzinom nicht unbedingt vermutet.

Die Zahlen sind seit Jahren nahezu konstant, auch wenn der Eindruck besteht, dass sie steigen. Dies hänge mit der höheren öffentlichen Aufmerksamkeit zusammen, vermuten Fachleute. In der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren liegt die Zahl der Neuerkrankungen in der Bevölkerung statistisch gesehen bei nur etwa 0,01 Prozent.

Radikaler Einschnitt

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet für fast alle Frauen zunächst einen totalen Schock und extreme Hilflosikeit. Viele haben gerade ihre Ausbildung beendet und freuen sich auf den ersten Job. Manche bekommen die Diagnose Brustkrebs, wenn sie mitten im Berufsleben stehen und ihre Karriere noch vor sich haben. Viele Frauen kümmern sich neben ihrem Beruf um Kinder und den Haushalt. Andere wünschen sich vielleicht Kinder und fragen sich, ob dies mit Krebs überhaupt möglich ist. Brustkrebs kann also den gesamten Lebensplan auf den Kopf stellen.

Es tauchen unendlich viele Fragen und Ängste auf: Warum ausgerechnet ich? Warum so früh? Wie stehen die Heilungschancen? Wie lange lebe ich noch? Was ist mit meinem Beruf? Wie werden Familie und Freunde reagieren? Was bedeutet eine Operation, bei der möglicherweise sogar die Brust abgenommen wird, für das Selbstwertgefühl und die Attraktivität? Wie wird mein Sexualleben aussehen? Wie werde ich mit Chemotherapie und Nebenwirkungen wie Haarverlust fertig? Wie werden sich monate- und jahrelange Therapien auf die Psyche und den Körper auswirken? Und wie werde ich mit all den Ängsten fertig?

Hilfe suchen

Wichtig ist es, sich Hilfe zu suchen! Gespräche mit dem Team der behandelnden Ärzte, Psychoonkologen, anderen Brustkrebspatientinnen (z.B. Selbsthilfegruppen), dem Partner oder mit Freunden können jungen Frauen helfen, mit den Ängsten klar zu kommen und ihr Leben trotz der neuen Situation zu gestalten. Seien Sie nicht passiv - auch wenn es schwer fällt. Suchen Sie sich Ihr individuelles Netzwerk, denn was für die eine Patientin gut ist, muss nicht unbedingt für eine andere Frau stimmen.

Gut informieren

Wissen nimmt Angst! Entscheidend ist es deshalb, dass Sie sich gut über die Krankheit und Ihre genaue Form des Brustkrebses informieren. So verstehen Sie Therapieentscheidungen besser und können auch dahinter stehen.

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Es gibt verschieden Formen, Stadien und damit auch Prognosen. Auch die Therapie ist nicht bei jeder Brustkrebspatientin gleich, sie hängt immer vom "Fingerabruck" des Brustkrebses ab (pathologischer Befund). Wichtige Faktoren sind unter anderem Alter, Stadium, Grading, Lymphknotenbefall oder die Hormonempfindlichkeit der Tumorzellen.

Verschleppte Diagnose

Ein bösartiger (maligner) Tumor der Brust kann Frauen jeden Alters treffen. Wenn Frauen sehr früh erkranken, spricht viel dafür, dass es sich um einen familiär vererbten Brustkrebs handelt. Bei etwa einem Drittel der Brustkrebspatientinnen unter 35 ist dies der Fall. Doch gerade junge Frauen rechnen nicht damit, an Brustkrebs zu erkranken. Manche nehmen erste Anzeichen für den Krebs, beispielsweise einen Knoten, nicht wahr oder halten es für eine harmlose Veränderung. Auch manche Mediziner denken bei sehr jungen Frauen nicht zwangsläufig an Brustkrebs. Sie interpretieren einen Knoten als harmloseZyste und schlagen vor abzuwarten.

Dichteres Brustgewebe

Bei älteren Frauen lässt sich Brustkrebs oft leichter feststellen: Sie haben oft ein lockereres Brustgewebe und Knoten fallen daher eher auf. Bei Jüngeren ist das Brustgewebe meist dichter und Knoten lassen sich nicht so leicht tasten. Einige junge Frauen leiden auch an aggressiven Krebsformen, die weniger auf eine Behandlung ansprechen. Insgesamt ist ein junges Erkrankungsalter mit einer etwas ungünstigeren Prognose verknüpft.

Therapie bei jungen Frauen

Die Behandlung einer jungen Frau mit Brustkrebs unterscheidet sich im Prinzip nicht von der einer älteren Frau. Die Säulen sind Operation (brusterhaltend = BET oder Abnahme der Brust = Mastektomie o. Ablatio), Chemotherapie, Strahlentherapie und Anti-Hormontherapie.Letztere sieht bei Frauen vor den Wechseljahren anders aus. Sie werden in der Regel fünf Jahre lang mit dem Antiöstrogen Tamoxifen behandelt. Es blockiert die Andockstellen für Östrogen an den Zellen. Manchmal kommt auch ein Medikament hinzu, das die Östrogenproduktion unterdrückt - die Frauen fallen in die Wechseljahre.

Bei der Therapiewahl spielt nicht nur die Größe des Krebses oder seine Ausbreitung im Körper eine Rolle, sondern auch die persönlichen Lebensumstände und Wünsche der Patientin – egal wie alt sie ist.

Eine Chemotherapie kann die Eierstöcke der Frau so schädigen, dass sie unfruchtbar wird. Möchten Frauen trotz Brustkrebs ein Kind bekommen, gibt es Möglichkeiten, um die Fruchtbarkeit zu erhalten. So können befruchtete oder unbefruchtete Eizellen vor der Behandlung eingefroren werden. Forscher versuchen außerdem, die Eizellen mit bestimmten Medikamenten vor den schädlichen Wirkungen der Chemotherapie zu schützen. Sprechen Sie auf jedem Fall mit Ihrem Gynäkologen bzw. anderen behandelnden Ärzten über Ihren Kinderwunsch.


Kommentar «Brustkrebs bei jungen Frauen»