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Krankheiten referenzindex «Brustkrebs (Mammakarzinom)»

Brustkrebs (Mammakarzinom)Brustkrebs (Mammakarzinom)Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs ist ein bösartiger (maligner) Tumor der Brust, der vor allem Frauen und nur wenige Männer betrifft. Mediziner sprechen auch von Mammakarzinom, Carcinoma mammae oder kurz Mamma-Ca. In Deutschland erkranken derzeit rund 59.500 Frauen pro Jahr* an Brustkrebs. Das Kennzeichen des Krebses ist, dass der Tumor nicht an Ort und Stelle bleibt, sondern sich invasiv verhält - er dringt ins gesunde Gewebe vor und zerstört es. Er kann außerdem Absiedlungen (Metastasen) in anderen Regionen und Organen bilden. Beim Brustkrebs sind das vor allem die Knochen, Leber, Lunge und das Gehirn.

Es gibt auch nicht invasive Tumoren - Vorstufen von Brustkrebs -, welche die Basalmembran der Zelle noch nicht durchbrochen haben und an Ort und Stelle bleiben. Sie haben noch nicht das Potenzial zur Ausbreitung und damit Metastasenbildung.

Kurz erklärt
Tumor ist das lateinische Wort für Schwellung und bezeichnet zunächst jede Art von Geschwulst - bösartige und gutartige

Dazu zählt das Duktale Carcinoma in situ (DCIS). Das Lobuläre Carcinoma in situ (LCIS) wird nicht mehr als Krebsvorstufe gesehen, sondern als „Riskomarker“, den es zu beobachten gilt.

Viele Frauen ertasten den Tumor selbst als derben Knoten in der Brust, der sich schlecht verschieben lässt. Invasive Karzinome können aber auch wachsen, ohne dass ein Knoten zu sehen oder spüren ist.

Brustkrebs - die Häufigkeit

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs. Insgesamt macht sie fast 30 Prozent aller Krebserkrankungen beim weiblichen Geschlecht aus. Etwa jede zehnte Frau trifft die Diagnose im Lauf ihres Lebens. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 Jahren, Brustkrebs betrifft aber auch Jüngere, manchmal schon vor dem 35. Lebensjahr. Ein Drittel aller Frauen mit Brustkrebs ist jünger als 50 Jahre. Als Ursachen werden Umwelteinflüsse und der Lebensstil diskutiert - die genauen Gründe sind aber noch unbekannt. Auch bei Männern kommt Brustkrebs vor, allerdings nur sehr selten. In Deutschland erkranken schätzungsweise 400 Männer pro Jahr.

Weltweit steigen die Zahlen der Brustkrebs-Neuerkrankungen leicht an. Die Gründe sind unter anderem die höhere Lebenserwartung und die bessere Früherkennung, etwa durch das Mammografie-Screening. Die Zahl der Todesfälle sinkt dagegen seit einigen Jahren. In Deutschland sterben pro Jahr etwa 18.000 Frauen an Brustkrebs - diese Zahl ist seit 1990 nahezu konstant. Fünf Jahre nach der Diagnose sind zwischen 83 und 87 Prozent der Patientinnen noch am Leben.

Brustkrebs ist aber nicht gleich Brustkrebs. Die Heilungschancen hängen unter anderem vom Stadium der Erkrankung (z.B. Grading, Lymphknotenbefall, Metastasenbildung, Tumorstadium, histologischer Typ, Alter, Lymph- bzw. Gefäßinvasion, Rezeptorstatus), der Aggressivität der Zellen und davon ab, welche Therapien in Frage kommen (z.B. Hormonrezeptorstatus, HER2-Status). Rechtzeitig erkannt und behandelt ist Brustkrebs in vielen Fällen heilbar (Zeitraum von fünf Jahren ohne Rückfall).

Wo Brustkrebs wächst

Mediziner teilen die Brust in vier Quadranten ein (15 Minuten-Schritte, analog dem Zifferblatt einer Uhr). So lässt sich eine Aussage machen, wo genau der Tumor wächst.

Die meisten (55 Prozent) befinden sich im oberen, äußeren Viertel der Brust (der Achsel zugewandten Seite). Hier sitzt auch das meiste Drüsengewebe.

Danach folgt der obere innere Quadrant (15 Prozent), der untere äußere Quadrant (10 Prozent) und der untere innere Quadrant (5 Prozent).

Auch hinter der Brustwarze kann sich Brustkrebs bilden (15 Prozent).

Brustkrebs – verschiedene Formen

Brustkrebs lässt sich in verschiedene Typen einteilen, am häufigsten kommen aber duktale (Milchgang) und lobuläre (Drüsenläppchen) Karzinome vor.

Duktales Mammakarzinom: Etwa 80 Prozent aller invasiven Mammakarzinome gehen von der Zellschicht an der Innenseite der Milchgänge aus.

Kurz erklärt

Multizentrisch: Ein zweites Karzinom in einem zweiten Quadranten.

Multifokal: Ein zweites Karzinom im gleichen Quadranten bzw. in unmittelbarer Umgebung.

Duktale Mammakarzinome entstehen in etwa einem  Drittel der Fälle multizentrisch, oft sind sie von einem Duktalen Carcinoma in situ umgeben. In etwa drei Prozent der Fälle findet sich auch ein bösartiger Tumor in der anderen Brust.

Lobuläres Mammakarzinom: Der Tumor geht von den Drüsenläppchen aus, die Häufigkeit liegt zwischen 5 und 15 Prozent. Meist wächst das lobuläre Mammakarzinom multizentrisch, selten tritt Mikrokalk auf. Häufiger als beim duktalen Mammakarzinom ist auch die zweite Brust betroffen (30 Prozent).

Seltenere Formen des Mammakarzinoms:

  • Medulläres Karzinom ( 1 bis 7 Prozent  der Fälle);
  • Tubuläres Karzinom (1 bis 2 Prozent der Fälle);
  • Muzinöses Karzinom (1 bis 2 Prozent der Fälle), kann zähflüssigen Schleim produzieren.
  • Invasiv-papilläres Karzinom (1 bis 2 Prozent der Fälle), tritt häufig zentral hinter der Brustwarze auf.
  • Inflammatorisches Mammakarzinom (1 bis 4 Prozent der Fälle): Aggressive Form des invasiven Brustkrebses; Krebszellen siedeln sich in die Lymphbahnen (Lymphangiosis carcinomatosa) der Haut ab, deshalb vergrößerte, warme, gerötete Brust mit geschwollener, verdickter Haut (Ödem); Abklärung nötig, ob Entzündung oder Brustkrebs.
  • Morbus Paget: Entzündliche Rötung der Brustwarze, nässende, krustenartige Beläge, Hinweis auf ein duktales, invasives Karzinom in der Tiefe der Brust. Bei diesem Brustkrebs hat die Geschwulst Anschluss an die Brustwarze (Mamille). Die Brustwarze ist rot, schuppt und juckt.

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