Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Brustkrebs - Vorbeugen»

Es gibt viele Faktoren, die Brustkrebs begünstigen. Manche können Sie nicht beeinflussen, beispielsweise die genetische Veranlagung oder das Lebensalter, wohl aber Ihren Lebensstil. Dazu gehören unter anderem die Ernährungsweise, das Gewicht oder Bewegung. Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass sich rund 30 Prozent aller Brustkrebsfälle durch Bewegung und den Verzicht auf die Hormonersatztherapie verhindern ließen, errechneten Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz). Mehr als 19 Prozent der Brusttumoren seien allein auf Hormonersatzpräparate zurückzuführen, fast 13 Prozent auf mangelnde körperliche Aktivität, so das Ergebnis der MARIE-Studie (9).

Übergewicht

Einen erheblichen Einfluss auf das individuelle Brustkrebsrisiko hat beispielsweise das Körpergewicht, beziehungsweise die Menge an Fettgewebe im Körper. Je höher der Body-Mass-Index (BMI), desto höher ist auch das Krankheitsrisiko. Dies haben verschiedene Studien gezeigt (1).

Denn Fett ist kein passiver Energiespeicher, es fördert die Produktion einer ganzen Reihe von Hormonen, darunter auch die der Östrogene. Diese wiederum regen die Brustdrüsen zur Zellteilung an. Bei jeder Teilung aber kann es zu Fehlern im Code kommen - schlimmstenfalls entartet die Zelle.

Hinzu kommt, dass Übergewichtige häufig auch einen erhöhten Insulinspiegel haben - auch dieser begünstigt Krebs. Insulin reguliert nicht nur den Blutzuckerspiegel, es ist auch ein potentes Wachstumshormon. Auf den Krebsvorläuferzellen sitzen Rezeptoren, die beim Kontakt mit Insulin das Tumorwachstum fördern. Tatsächlich konnten US-Forscher im Rahmen einer Studie zeigen, dass die Teilnehmerinnen mit den höchsten Insulinwerten ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko hatten wie Frauen mit besonders niedrigen Spiegeln (2).

Auch wenn ein Tumor bereits vorhanden ist, spielt das Gewicht eine erhebliche Rolle: Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Überlebenschance von schlanken Brustkrebspatientinnen deutlich höher ist als die von übergewichtigen (3).

Bewegung

Dazu passt die Erkenntnis, dass körperliche aktive Frauen ihr persönliches Brustkrebsrisiko senken können. So hat die Hamburger MARIE-Studie mit rund 10.000 Teilnehmerinnen gezeigt, dass das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren bei körperlich aktiven Teilnehmerinnen um rund ein Drittel niedriger lag als bei Frauen, die sich wenig bewegten (9). Ein intensives Sportprogramm musste es gar nicht sein: Für den Effekt reichte es aus, wenn die Frauen zwei Stunden täglich Fuß unterwegs waren oder eine Stunde Fahrrad fuhren. Grund ist, dass körperliche Aktivität die Östrogenwerte reduziert. Zudem ist das Risiko, dick zu werden, für Sport treibende Frauen geringer.

Alkohol

Auch Alkohol hat einen erheblichen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Denn Alkohol erhöht den Östrogenspiegel. Tatsächlich hat eine große britische Übersichtsstudie gezeigt, dass Frauen, die mehr als 35 Gramm Alkohol (ca. 0,3 Liter Wein) täglich konsumierten, ein 1,32-mal höheres Brustkrebsrisiko haben als Frauen, die gar nicht oder moderat trinken (6 Gramm/Tag) trinken. Bei noch größerem Konsum (ab 45 Gramm Alkohol oder 0,5 Liter Wein) steigt das Risiko sogar auf das 1,46-Fache (5).

Ernährung

Ernährungswissenschaftler gehen davon aus, dass eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, Krebserkrankungen vorbeugt. Der Grund ist der hohe Gehalt an Antioxidantien. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hat nun genaueres zum Thema Brustkrebs ergeben (6): Demnach sind Frauen, die viel Butter, Margarine, Fleisch und Fisch, aber wenig Brot- und Fruchtsäfte zu sich nehmen, besonders gefährdet. Im Vergleich zu Frauen mit entgegengesetzten Ernährungsgewohnheiten verdoppelt sich ihr Erkrankungsrisiko.

Schwangerschaft und Stillen

Sicherlich wird keine Frau ein Baby bekommen wollen, nur weil sie damit ihr Risiko verringern kann, an Brustkrebs zu erkranken. Doch tatsächlich ist ein positiver Nebeneffekt des Kinderkriegens, dass Mütter seltener an Brustkrebs erkranken als kinderlose Frauen. Je jünger eine Frau beim ersten Kind ist, je mehr Kinder sie geboren hat und je länger sie stillt, desto niedriger ist ihr Brustkrebsrisiko (7).


Kommentar «Brustkrebs - Vorbeugen»