Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Cholesteatom»

CholesteatomCholesteatomCholesteatom

Cholesteatom (Chronische Mittelohrentzündung)


Bei der chronischen Mittelohrentzündung unterscheidet man zwischen zwei Unterformen: der ungefährlichen chronischen Schleimhauteiterung und dem gefährlicheren sogenannten Cholesteatom. Beim Cholesteatom wächst die Haut von der Trommelfelloberfläche in die Tiefe der Mittelohrräume vor und verursacht dort eine schwere Entzündung. Ein Cholesteatom kann schwere Komplikationen nach sich ziehen und muss operativ behandelt werden.

Definition: Chronische Mittelohrentzündung


Die chronische Mittelohrentzündung ist definiert als eine lang andauernde Entzündung der Mittelohrstrukturen mit irreversiblen Gewebszerstörungen. Das Trommelfell ist praktisch immer in unterschiedlichem Ausmaße betroffen, das von einem kleinen Loch bis zu einem Totaldefekt reichen kann. Die Gehörknöchelchen können noch intakt sein, sie sind jedoch häufig beim Cholesteatom ebenfalls zerstört.

Zwei Unterformen der chronischen Mittelohrentzündung

Abb. 1: Die beiden Formen der chronischen Mittelohrentzündung: a) das zentrale Trommelfellloch (links); b) das randständige Cholesteatom (rechts)
Von der chronischen Mittelohrentzündung gibt es zwei Unterformen, die sich erheblich in ihrer Gefährlichkeit unterscheiden: Die ungefährliche Form ist das zentrale Loch des Trommelfells als sogenannte chronische Schleimhauteiterung (s. Abb. 1). Typisch hierfür ist eine geruchlose, fadenziehende Sekretion aus dem Ohr, z.B. nach Eindringen von Wasser (Haare waschen!) in das Ohr oder auch beim Schnupfen. Die Entzündung beruht in erster Linie auf dem Eindringen von Bakterien durch das Trommelfellloch in das Mittelohr, das normalerweise steril abgeschlossen ist. Der Knochen wird praktisch nicht zerstört. Nur bei sehr lange laufenden Entzündung können auch Teile der Gehörknöchelchen betroffen sein. Auch kann das Innenohr durch die permanente Eiterung mitbeteiligt sein, was sich in einer Verschlechterung der Innenohrfunktion (sog. kombinierte Schwerhörigkeit) auszeichnet.
Abb. 2: Typisches Bild der in die Paukenhöhle eingesunkenen Haut des ausgedünnten Trommelfells, wie es sich in der Vergrößerung durch Mikroskop oder Endoskop darstellt. Beim unbewaffneten Blick kann dieser Zustand leicht als ungefährliches Trommelfellloch missgedeutet werden.
Die gefährliche Form der chronischen Mittelohrentzündung ist das sogenannte Cholesteatom, die auch als sogenannte randständige Trommelfellperforation bezeichnet wird. Beim oberflächlichen Blick scheint nur ein Defekt des Trommelfells vorzuliegen, der auch den knöchernen Rahmen des Trommelfells betrifft. In der ohrmikroskopischen Vergrößerung zeigt sich jedoch, dass Haut von der Trommelfelloberfläche in die Tiefe der Mittelohrräume vorgewachsen ist. Es handelt sich somit nicht um ein echtes Loch, sondern vielmehr um eine Hauteinziehung des Trommelfells (sog. Retraktion) (s. Abb. 2).

Ursachen für das Cholesteatom


Die Ursache dieser Einziehung beim Cholesteatom ist letztlich ungeklärt. Sie kann im Kindesalter beginnen, und sich dann rasch entwickeln, oder erst im höheren Lebensalter erstmals auffallen. Man nimmt heute an, dass sich aus einer anfangs nur geringen Einziehung (sog. atrophisches Trommelfell) eine tiefere Einziehung entwickelt, in der die normalerweise vom Trommelfell in den Gehörgang nach außen wandernden Hornschuppen liegen bleiben. Diese sog. Keratinmassen wirken als Fremdkörper. In dem Bemühen des umliegenden Gewebes, diesen Fremdkörper abzubauen, entwickelt sich die charakteristische schwere Entzündung mit Granulationen.

Kommentar «Cholesteatom»