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Krankheiten referenzindex «Chronische Leukämie»

Entartete Blutzellen

Der Begriff "Leukämie" umfasst verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems ("Blutkrebs"). Allen gemeinsam ist die unkontrollierte Vermehrung entarteter weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Je nach ihrem Verlauf werden Leukämien in akute und chronische Leukämien unterteilt.

Chronische Leukämien beginnen meist schleichend und ohne Symptome, weshalb sie oft längere Zeit unentdeckt bleiben. Die Erkrankung schreitet nur langsam voran. Die entarteten Blutzellen sind relativ ausgereift - ganz im Unterschied zur akuten Leukämie, die von unreifen Leukozyten ausgeht. Chronische Leukämieformen kommen fast ausschließlich bei Erwachsenen vor.

Formen von chronischer Leukämie

Nach dem Zelltyp von Leukozyten, aus dem sich die Krebszellen entwickeln, unterteilen Mediziner chronische Leukämien in zwei Hauptgruppen:

» Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Die chronische lymphatische Leukämie ist gekennzeichnet durch entartete Lymphozyten, einer Unterart der weißen Blutkörperchen, die wichtig für die Körperabwehr ist. Auch die akute lymphatische Leukämie (ALL) geht von Lymphozyten aus; allerdings erfolgt die Entartung dort in einem viel früheren Reifungsstadium.

Die CLL ist mit rund vier Erkrankten pro 100.000 Menschen und Jahr die häufigste Leukämieform überhaupt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren.

Trotz ihres Namens wird die chronische lymphatische Leukämie heute meist zu den Lymphomen (bösartige Erkrankungen des Lymphsystems) gezählt, weil die Erkrankung auch die Lymphknoten befällt.

» Chronische myeloische Leukämie (CML)

Die Krebszellen entwickeln sich bei der chronischen myeloischen Leukämie aus Blutstammzellen. Mediziner unterscheiden drei Krankheitsstadien: Die schleichende Erkrankung ("chronische Phase") geht unbehandelt in eine gefährlichere und schneller verlaufende Form über ("Akzelerationsphase") und gleicht zuletzt einer akuten Leukämie ("Blastenkrise").

Die chronische myeloische Leukämie ist selten. Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei von 100.000 Menschen daran. Am häufigsten tritt die CML im sechsten Lebenjahrzehnt auf.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Leukämien sind noch weitgehend unklar. Man weiß allerdings, dass es Faktoren gibt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Genetische Faktoren
  • Ionisierende Strahlung (z.B. radioaktive Strahlen) sowie bestimmte Chemikalien wie Benzol und Pestizide (sie schädigen das Knochenmark, den Ort der Blutbildung)
  • Vorangegangene Strahlen- und/oder Chemotherapie zur Bekämpfung einer anderen Krebserkrankung
  • Langjährige Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)

Heilungschancen

Die Prognose einer chronischen Leukämie hängt sehr stark von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Art der Erkrankung und dem Krankheitsstadium. Generell gilt: Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto höher sind die Erfolgsaussichten.

Mithilfe der zur Verfügung stehenden Medikamente lässt sich eine chronische Leukämie oft längere Zeit in Schach halten. Eine echte Heilung lässt sich bei der CML nach derzeitigem Wissensstand nur durch eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation erreichen.


Kommentar «Chronische Leukämie»