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Krankheiten referenzindex «Darmkrebs»

DarmkrebsDarmkrebsDarmkrebs


Spricht man von Darmkrebs, so meint man die Krebserkrankungen von Dickdarm (Kolonkarzinom) und Enddarm (Rektumkarzinom). Es kann natürlich auch Krebs in anderen Teilen des Darms entstehen, diese sind aber eher selten. Darmkrebs gehört in Europa zu den häufigsten Krebserkrankungen (Platz 2 der häufigsten Krebserkrankungen sowohl für Männer als auch für Frauen, Robert-Koch-Institut 2006). In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 73 000 Menschen an Darmkrebs und ca. 28 000 Menschen sterben daran. Statistisch gesehen erkranken im Laufe ihres Lebens in Deutschland 6 von 100 Menschen an Darmkrebs, d.h. jeder Siebzehnte von uns.

Hintergrund zu Darmkrebs: Was bedeutet Krebs allgemein?


Als Krebs bezeichnet man allgemein bösartige Neubildungen, die durch die Entartung körpereigener Zellen entstanden sind. Krebszellen zeichnen sich durch einen veränderten Zellaufbau, das Einwachsen in umliegendes Gewebe und die Fähigkeit, Tochtergeschwülste (Metastasen) auszubilden aus.

Je nachdem, aus welchen Ursprungszellen sich die Krebszellen entwickelt haben, teilt man sie in drei Krebsarten ein. Am häufigsten entstehen sie aus der obersten Deckschicht von Haut, Schleimhaut oder Drüsen (auch Epithel genannt), diese Krebsart bezeichnet man dann als Karzinome. Weniger häufigbilden sie sich aus Bindegewebs- oder Nervenzellen (Sarkome) oder aus den blutbildenden Zellen in Knochenmark, Milz und Lymphgewebe (Leukämien und Lymphome).

Wie entsteht Darmkrebs?


In der Regel entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Darmpolypen. Die Entartung vom gutartigen Darmpolyp (Adenom) zum bösartigen Krebs (Karzinom) ist ein Prozess, der über viele Jahre laufen kann (Adenom-Karzinom-Sequenz). Die Entartung beruht auf vielen aufeinander folgenden Genveränderungen (Mutationen) an den Schleimhautzellen der Darmwand. Diese führen letztlich zum Verlust der Wachstumskontrolle der Zellen, sodass diese sich ungehindert teilen und bösartig ausbreiten können. Dies geschieht in mehreren Schritten:

Die Schleimhautzellen beginnen sich lokal übereinander zu schieben, sodass nach und nach eine kleine Geschwulst, ein so genanntes Adenom, entsteht. Das häufigste Erscheinungsbild eines solchen Adenoms ist der Darm-Polyp. Ein Polyp wächst als sichtbare Knospe in den Darm-Raum hinein, und kann daher bei einer Darmspiegelung gut erkannt und ggfs. auch abgetragen werden. Wird der Polyp jedoch nicht erkannt, so finden nach und nach immer mehr Genveränderungen in den Zellen statt, bis sie schließlich zu bösartigen Krebszellen geworden sind. Beginnen sie irgendwann in das umgebende Gewebe hinein zu wuchern, spricht man von einem „invasiven“ Tumorwachstum. Die Tumorzellen wachsen langsam in die gesamte Darmwand vor. Außerdem können sich einzelne Zellen lösen und sich von Blut oder Lymphflüssigkeit an andere Orte des Körpers treiben lassen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Was sind die Ursachen von Darmkrebs?


Dieser gesamte Prozess, vom Polypen bis zum Krebs, wird auf eine Zeitspanne über 5-10 Jahren geschätzt. Das Risiko für eine solche Entartung steigt mit dem Alter, die meisten Darmkrebs-Patienten sind über 50 Jahre alt. Die Genveränderungen können allerdings auch vererbt sein (ca. 20-30 % der Fälle), was zur Folge hat, dass sich der Krebs auch schon in jüngerem Alter ausbilden kann. Gibt es in einer Familie gehäuft Darmkrebs, ist also besondere Vorsicht geboten.

Weitere Faktoren, die Gene verändern und so die Krebsentstehung fördern können, sind unter anderem Tabakrauch, ein erhöhter Alkoholgenuss, Übergewicht, eine ungesunde Lebensweise und Ernährung (wenig Obst, Gemüse und Bewegung), chronische Entzündungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa), verschiedene Chemikalien, radioaktive Strahlung und UV-Strahlen. Auch im Rahmen bestimmter anderer Krebserkrankungen wie Brust- oder Eierstockkrebs besteht ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

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