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Krankheiten referenzindex «Diabetes mellitus bei Baby & Kind - Therapie»

Ziel der Diabetes-Behandlung im Kindes- und Jugendalter ist es, akute Stoffwechselentgleisungen, diabetesbedingte Folgeerkrankungen und Entwicklungsstörungen zu vermeiden. Dies setzt eine möglichst gute Blutzuckereinstellung voraus.

Diese Therapieziele gelten sowohl für Kinder mit Typ-1-Diabetes als auch Sprösslinge mit Typ-2-Diabetes. Um die Ziele zu erreichen, müssen die kleinen Patienten ausreichend über ihre Erkrankung und deren Behandlung Bescheid wissen. Weitere wichtige Therapiesäulen sind eine entsprechende Ernährung sowie sportliche Aktivität. Bei Kindern mit Typ-2-Diabetes kommt noch die Behandlung eventueller Begleiterkrankungen (wie Übergewicht oder Bluthochdruck) dazu.

Nur wenn der Diabetes konsequent behandelt und überwacht wird, können die Kinder ein normales Leben führen.

Information über Diabetes

Die Familie und das Kind müssen richtig über Diabetes mellitus informiert sein und lernen, mit der Krankheit umzugehen. Was kann das kranke Kind tun? Wo sind seine Grenzen? Kontakte zu anderen betroffenen Kindern helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen und die Angst zu nehmen. Bereits im Krankenhaus werden Eltern und Kind meist ausführlich zum Thema Diabetes informiert. Es gibt sowohl Schulungen für Typ-1-Diabetiker als auch für Typ-2-Diabetiker.

Behandlung und Insulintherapie

Die Insulintherapie ist bei Typ-1-Diabetes der lebensnotwendige Ersatz des fehlenden körpereigenen Insulins. Sie ist lebenslang erforderlich. Ihr Erfolg hängt davon ab, inwieweit es gelingt, die körpereigene Insulinausschüttung zu imitieren.

Wie bei Erwachsenen ist die intensivierte Insulintherapie (ICT) der Behandlungsstandard bei Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1:

Die ICT imitiert die Insulinausschüttung von Nicht-Diabetikern und funktioniert nach dem Basis-Bolus-Konzept. Man teilt die Insulingaben in den Grundbedarf (Basis) und zusätzliches Insulin für die Mahlzeiten (Bolus) ein. Dafür spritzen sich Diabetiker ein- bis dreimal täglich ein lang wirkendes Verzögerungsinsulin oder ein mittellang wirkendes Verzögerungsinsulin, um den Grundbedarf an Insulin zu decken.

Vor jeder Mahlzeit wird der aktuelle Blutzuckerspiegel gemessen und die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlichen Aktivität errechnet. Die benötigte Insulinmenge wird als kurz wirksames Insulin gespritzt. Die Insulindosis wird der Nahrungsmenge und der körperlichen Aktivität angepasst.

Voraussetzung für diese Diabetes-Therapie ist eine intensive Schulung. Kinder sollten so schnell wie möglich lernen, das Insulin selbst unter der Aufsicht der Eltern zu spritzen. Meist dauert es mehrere Wochen, bis sich die tägliche Routine eingespielt hat.

Inzwischen gibt es auch für Kinder Insulinpumpen (CSII), die kontinuierlich Insulin unter die Haut spritzen und so ideale Blutzuckereinstellungen ermöglichen. Diese Therapie kann bei bestimmten Fragestellungen in allen Altersstufen vorteilhafter sein als eine Behandlung mit vielen Injektionen.

Auch die CSII ahmt das Basis-Bolus-Konzept nach. Eine Pumpe sorgt dafür, dass kurz wirksames Insulin kontinuierlich über eine Nadel und einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) in das Fettgewebe unter die Haut gelangt. Die Mengen an Insulin, die zur Deckung des Grundbedarfs notwendig sind (Basis), werden einprogrammiert. Der Diabetiker misst vor jeder Mahlzeit seinen aktuellen Blutzuckerspiegel und errechnet die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlichen Aktivität. Per Knopfdruck wird die extra Dosis Insulin freigesetzt (Bolus).

Ernährung bei Diabetes

Die Ärzte, Diabetesberater und Ernährungsberater stimmen die Ernährung genau auf das Kind ab. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, die besonders reich an Ballaststoffen und langsam verdaulichen Kohlenhydraten ist, steht im Vordergrund. Dazu gehören beispielsweise Brot sowie Nahrungsmittel, die besonders arm an tierischen Fetten sind. Die Nahrung sollte nur geringe Mengen an direkt verwertbarem Zucker enthalten. Die Ernährung ist vom Alter und Gewicht des Kindes abhängig und wird in Absprache mit der Diätassistentin und den Eltern festgelegt.

Die Ernährung bei Diabetes mellitus hängt außerdem vom Ausmaß der körperlichen Bewegung ab. So müssen Kinder zusätzlich Fruchtsaft, Brot und andere Kohlenhydrate aufnehmen, wenn sie Sport ausüben. Dies sollte in Absprache mit dem Arzt oder der Diätassistentin geschehen. Ratsam sind drei Haupt- und zwei bis drei Nebenmahlzeiten. Zu Beginn empfiehlt es sich, dass die ganze Familie die gleiche Kost isst. Im Gegensatz zu früher wird der absolute Verzicht auf Süßigkeiten bei diabetischen Kindern heute nicht mehr so streng gehandhabt, solange der Blutzucker gut eingestellt bleibt.

Körperliche Aktivität

Bewegung erhöht die Wirkung des Insulins im Körper und hilft, das Körpergewicht auf gesundem Niveau zu halten. Zum einen sollte Bewegung ein natürlicher Bestandteil im Alltag des Kindes sein. Außerdem sollten Eltern ihrem Kind helfen, eine geeignete Sportart zu finden, die ihm Spaß macht.

Kinder mit Typ-1-Diabetes benötigen häufig weniger Insulin, wenn sie mehr Sport treiben. Das bedeutet, dass die gewohnte Insulindosis in der Regel reduziert werden oder das Kind vorher zusätzliche Broteinheiten essen muss. Körperliche Aktivität birgt sonst das Risiko, dass der Blutzucker zu stark sinkt. Deshalb sollte Ihr Kind immer Traubenzucker bei sich haben.

Was Eltern tun können

Den richtigen Umgang mit der Diabetes-Krankheit können Sie zusammen mit Ihrem Kind lernen. Entscheidend sind ein konsequentes Verhalten im Hinblick auf Ernährung, körperliche Belastung und Insulintherapie sowie eine gute Dokumentation der Blutzuckerwerte.

Suchen Sie sich so schnell wie möglich kompetente Unterstützung durch Ärzte, Diabetesberater und Ernährungsberater. Lassen Sie sich helfen und vor allem informieren! Bei kaum einer Krankheit ist es von so großer Bedeutung, dass Patient und Angehörige zu Fachleuten werden.

Nach der Erstdiagnose des Diabetes mellitus erfolgt meist im Krankenhaus eine ausführliche Schulung von Eltern und Kind. Außerdem bieten Krankenhäuser und die meisten Hersteller von Insulinpräparaten eigene Schulungen für Patienten an. Dies kann ebenso einen Beitrag zum erfolgreichen Umgang mit der Krankheit leisten wie der Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Folgende Punkte sollten Sie beachten:

  • Sie sollten die Symptome für zu hohen und zu niedrigen Blutzucker kennen.
  • Sie sollten regelmäßig den Blutzuckergehalt Ihres Kindes messen und diesen regelmäßig im Diabetes-Tagebuch dokumentieren. Sobald Ihr Kind alt genug ist, sollte es dies selbst tun.
  • Kinder mit insulinpflichtigem Diabetes sollten so schnell wie möglich lernen, sich selbst Insulin-Injektionen zu verabreichen.
  • Halten Sie immer Zucker, Traubenzucker oder süße Fruchtsäfte für den Fall griffbereit, dass der Blutzucker durch eine zu hohe Insulingabe zu stark absinkt.
  • Gehen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle; bringen Sie dabei das Blutzuckerprotokoll mit, damit das Insulin dem Bedarf Ihres Kindes angepasst werden kann.
  • Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihr Kind an einer anderen Erkrankung leidet.
  • Informieren Sie die Schule und Ihr privates Umfeld über die Diabetes-Krankheit Ihres Kindes. Vor allem die Symptome eines zu niedrigen Blutzuckers sollten jedem bekannt sein.

 


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