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Krankheiten referenzindex «Diabetische Polyneuropathie - Therapie»

Blutzucker einstellen

Der wichtigste Schritt bei einer diabetischen Polyneuropathie ist ein langfristig gut eingestellter Blutzuckerstoffwechsel. Je schlechter die Blutzuckerwerte sind, desto früher und ausgeprägter treten polyneuropathiebedingte Beschwerden auf. Es gibt bestimmte Methoden, mit denen man die Nervenschädigungen zwar nicht rückgängig machen, aber die Beschwerden lindern kann.

Andere Therapien

Je nachdem, welche Körperregion von der diabetischen Polyneuropathie betroffen ist, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Fettsäuren

Die Fettsäuren Alpha-Liponsäure und Gamma-Linolensäure verbessern in manchen Fällen die Leitgeschwindigkeit der Nerven und damit das Wahrnehmungsvermögen. Sie können in Tablettenform oder als Infusionen verabreicht werden. Da die Wirksamkeit von Alpha-Liponsäure bislang jedoch noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt werden konnte, wird sie zur Behandlung einer schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie von den Fachgesellschaften nicht empfohlen.

Schmerzmittel

Neuropathische Schmerzen sind vorübergehend mit Schmerzmedikamenten und längerfristig mit Mitteln behandelbar, die die Schmerzwahrnehmung verändern (Antidepressiva oder Antiepileptika). Auch Capsaicin kann bei bestimmten Personen zu einer Schmerzreduktion führen. Die Substanz wird auf Salbenbasis verabreicht. Der wissenschaftliche Nachweis für eine schmerzlindernde Wirkung von Capsaicin steht jedoch bislang noch aus. Gegen die Nervenschmerzen helfen in manchen Fällen auch Nervenstimulation (transkutane elektrische Nervenstimulation, TENS), Akupunktur und Bädertherapien.

Vitamine

Die Gabe von unterschiedlichen B-Vitaminen (Vitamin B1, B6 und B12) wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Vitamin B1 erhöht die Nervenleitgeschwindigkeit bei diabetischer Neuropathie.

Erektile Dysfunktion

Bei Impotenz erhalten betroffene Diabetiker Rat bei einem Urologen. Es gibt individuelle Problemlösungen, zum Beispiel Medikamente oder Penisprothesen.

Schwindel

Manche Menschen mit Schwindelgefühlen beim Aufstehen (Orthostase) haben gute Erfahrungen mit der Verwendung von Stützstrümpfen gemacht. Die medikamentöse Behandlung der orthostatischen Hypotonie ist nicht einfach, da die Medikamente entweder nicht ausreichend wirken oder auch eine Blutdrucksteigerung in Ruhe hervorrufen. Kurzfristig kreislaufanregende Mittel wie Midodrin (Sympathomimetika) oder Fludrocortison können die Beschwerden bessern.

Magen-Darm-Probleme

Gegen Problemen im Magen-Darm-Trakt helfen in der Anfangsphase einer Neuropathie Medikamente, welche die Magen-Darm-Bewegung anregen (zum Beispiel Metoclopramid, Domperidon). Es ist ratsam, häufige, kleine Mahlzeiten einzunehmen.

Fußpflege

Wichtig ist es, öfter auftretende Fußschäden zu verhindern: Regelmäßige Fußpflege, gutes Schuhwerk und eine genaue Aufklärung über Wundheilungsstörungen bei Diabetes sind notwendig. Kommt es zu Gangunsicherheit oder Lähmungen, können physiotherapeutische Maßnahmen zur Besserung beitragen.

Blutdruck/Blutfette

Bei allen Formen der diabetischen Polyneuropathie sollte immer auch der Blutdruck kontrolliert und bei Erhöhung unbedingt normalisiert werden. Fast genauso wichtig ist die Behandlung einer begleitenden Blutfetterhöhung. Eine Reduktion von Cholesterin und Trigylzeriden im Blut kann helfen, die Neuropathie zu lindern.


Kommentar «Diabetische Polyneuropathie - Therapie»