Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Dissoziative Störungen - Ursachen»

Dissoziative Störungen treten oft im Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen auf, allerdings nicht zwangsläufig. Die Entstehung einer solchen Störung ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem verschiedene Risiko- und Schutzfaktoren beteiligt sind, so zum Beispiel körperliche und psychologische Reifungsprozesse, Temperament, besondere körperliche und psychische Vorbelastungen sowie das soziale Umfeld. 

Die verschiedenen dissoziativen Störungen im Detail:

Als Ursache der Amnesie und der Fugue wird die Bewusstseinsspaltung (Dissoziation) angesehen: Belastende oder traumatische Erlebnisse werden so abgespeichert, dass der Betreffende sich nicht mehr daran erinnert – ein Schutzmechanismus gewissermaßen.

Für die Entstehung der Multiplen Persönlichkeitsstörung gibt es derzeit zwei konkurrierende Theorien: Manche Experten sehen die Ursache der Störung in einem schweren Missbrauch in der Kindheit – er führe zur Bewusstseinsspaltung und zur Entwicklung mehrerer Persönlichkeiten. Das bietet den Betroffenen quasi einen Fluchtweg, über den sie den traumatischen Erinnerungen ausweichen können. 

Anhänger der zweiten Theorie betrachten die Multiple Persönlichkeitsstörung als erlerntes Rollenspiel. Vor allem in Situation, in denen es „praktisch“ ist, die Verantwortung abzuwälzen, können neue Persönlichkeiten zum Vorschein kommen.

Auch für die dissoziativen Störungen der Bewegung und Sinnesempfindung existieren verschiedene Erklärungsansätze. Nach Sigmund Freud (1856-1939) stecken verdrängte Triebimpulse hinter diesen Störungen: Die Energie der verdrängten Triebimpulse werde in körperliche Kanäle umgelenkt und störe so das Funktionieren der Sinne und Bewegungen. Diese Umwandlung von Ängsten und inneren Konflikten in körperliche Symptome nannte Freud Konversion. Die daraus resultierenden dissoziativen Störungen werden daher auch als Konversionsstörungen bezeichnet.

Andere Experten vermuten den Auslöser der dissoziativen Störungen der Bewegung und Sinnesempfindungen in einem traumatischen Erlebnis, das von starken Emotionen begleitet wird. Die Konversionssymptome entstehen durch die verdrängte Erinnerung daran.

Anhänger der Verhaltenstheorie glauben, dass Konversionssymptome mehr oder weniger bewusst von den Betroffenen eingesetzt werden, um bestimmte Ziele zu erreichen (z.B. geringeres Arbeitspensum).


Kommentar «Dissoziative Störungen - Ursachen»