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Krankheiten referenzindex «Divertikel-Erkrankungen»

Divertikel-ErkrankungenDivertikel-Erkrankungen


Die Divertikel-Erkrankung ist ein Sammelbegriff von Erscheinungen, die mit dem Auftreten von Divertikeln im Dickdarm einhergehen. Diese reichen von Symptomen eines Reizdarmes bis hin zu schweren entzündlichen Veränderungen. Letztere werden als Divertikulitis (Entzündung der Divertikel) bezeichnet.
Bild von 4 verschiedenen Darmspiegelungen (Koloskopien): Beispiel für Divertikel (große, kleine, einzelne, viele...)

Was sind Divertikel?


Die Darmwand ist aus mehreren Wandschichten aufgebaut. Von außen nach innen: Außen liegt eine Verschiebeschicht (Serosa), durch die der Darm mit Blut versorgt wird. Darunter liegt die Muskelschicht (Muscularis propria), welche die Nahrung im Darm vorantreibt. Es folgt eine Zwischenschicht (Submukosa) zwischen Muskelschicht und der inneren Schleimhaut (Mukosa). Diese Schleimhaut (Mukosa) kleidet das Innere des Darmes aus und ihre Aufgabe ist es, Nährstoffe und Wasser aus dem Darminhalt aufzunehmen (zu resorbieren). Diese aufgenommenen Stoffe werden auf dem Blutweg zur Leber „abtransportiert“. Hierzu treten Blutgefäße durch die Muskulatur. In diesen „Muskellücken“ kann sich bei hohem Druck im Inneren des Darmes die innere Schleimhaut nach außen stülpen. Diese „Ausstülpungen“ bezeichnen wir als falsche Divertikel, da sie nicht alle Wandschichten, sondern nur die Schleimhaut beinhalten. Echte Divertikel sind Ausstülpungen, die alle Wandschichten des Darmes betreffen. Sie spielen in diesem Zusammenhang aber keine Rolle. Im Dickdarm finden wir fast ausschließlich falsche Divertikel (im Folgenden nur Divertikel genannt).

Was sind Ursachen und Risikofaktoren einer Divertikel-Erkrankung?


Divertikel entstehen mit zunehmendem Lebensalter. Während Untersuchungen aus den 70er Jahren Divertikel nur bei 1 % der Menschen jünger als 30 Jahre beschreiben, wurden Divertikel bei über 85-Jährigen zu zwei Dritteln nachgewiesen. Es gibt darüber hinaus Hinweise, dass unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten zur Entstehung von Divertikeln beitragen: Bevölkerungsgruppen mit traditionell eher faserreicher Ernährung haben deutlich weniger Divertikel als die Bevölkerung z.B. in Industrieländern, die sich häufiger faserarm (ballaststoffarm) ernährt. Hieraus resultiert die These, dass Divertikel durch eine ballaststoffärmere Kost entstehen. Diese wird dadurch erklärt, dass durch eine faserarme Kost, verbunden mit einer geringeren Trinkmenge, das Gewicht und die Menge des Stuhles herabgesenkt und dadurch das Darminnere (Darmlumen)weniger stark gefüllt wird.

Der Darm bewegt sich spontan, also ohne bewussten Einfluss des Menschen. Diese Beweglichkeit wird durch die Füllung des Darmes bzw. die entsprechende Dehnung der Darmwand gesteuert. Bei geringerem Darminhalt nimmt die spontane Beweglichkeit ab. Für die entsprechenden Bewegungswellen muss dann ein viel höherer Druck aufgewendet werden, der zu den Ausstülpungen durch die Muskellücken führen kann.

Risikofaktoren für die Entstehung von Divertikeln sind neben der ballaststoffarmen Kost und der daraus resultierenden Neigung zur Verstopfung (Obstipation) geringe körperliche Aktivität und starkes Übergewicht.

Kommentar «Divertikel-Erkrankungen»