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Krankheiten referenzindex «Divertikulitis - Therapie»

Divertikulitis - TherapieDivertikulitis - Therapie

Fasten, Antibiotika, Operation

Die Therapie der Divertikulitis hängt von Beschwerden des Patienten und der Ausbreitung der Entzündung im Bauch ab. Eine unkomplizierte, leichte Divertikulitis lässt sich mit Fasten, flüssiger Kost, Antibiotika oder Aminosalicylat in den Griff bekommen. Krampflösende Präparate können bei Schmerzen helfen.

Patienten mit einer Divertikulitis, die starke Schmerzen oder Fieber haben, sollten stationär im Krankenhaus behandelt werden. In vielen Fällen dürfen sie keine Nahrung zu sich nehmen. Stattdessen bekommen sie Infusionen und Antibiotika.

Auch eine schwerwiegendere Divertikulitis ist in vielen Fällen ohne Operation therapierbar. Bessern sich die Beschwerden, beginnt man nach etwa zwei bis drei Tagen mit dem Kostaufbau.

Bei einer ausgeprägten Divertikulitis empfehlen Chirurgen, den entzündeten Darmabschnitt zu entfernen. Dies geschieht nach Abklingen der Entzündung, etwa sechs bis acht Wochen nach Beginn der Antibiotikatherapie. Die Operation kann auch früher stattfinden, wenn die Beschwerden trotz Antibiotika-Infusionen nicht verschwinden.

Hat sich im Bauch ein Abszess (Eiteransammlung) gebildet, wird er durch die Haut angestochen und der Eiter abgelassen.

Wenn ein oder mehrere Divertikel geplatzt sind, muss das betroffene Darmstück so schnell wie möglich entfernt werden. Sonst ist die Gefahr groß, dass sich das gesamte Bauchfell entzündet (Peritonitis). Das Bauchfell ist eine dünne Haut, welche die Bauchhöhle von innen auskleidet.

Eine immer wiederkehrende Divertikulitis sollte ebenfalls operiert werden.

Ablauf der Operation

Bei der Operation wird der Darmabschnitt mit den Divertikeln entfernt und die verbleibenden Darmenden wieder aneinander genäht.

Für die Operation ist ein Bauchschnitt erforderlich. In einigen Kliniken entfernen Chirurgen den kranken Darm auch im Rahmen einer Bauchspiegelung. Bei dieser sogenannten laparoskopisch-assistierten Technik ist trotzdem ein kleiner Bauchschnitt nötig - anders als bei einer rein laparoskopischen Operation, beispielsweise einer Gallenblasenentfernung. Bei geplatzten Divertikeln ist auf jeden Fall eine offene Operation notwendig.

Bei einem Notfall-Eingriff oder einer besonders schweren Entzündung wird manchmal ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) anlegt, um die Darmnaht vorübergehend zu entlasten. Der künstliche Ausgang wird meist kurze Zeit später in einer zweiten Operation zurück verlagert. Manchmal lässt sich die normale Darmpassage aber nicht wieder herstellen. Der Darm endet dann an einem Loch an der Haut. Der Stuhl gelangt in einen Beutel, der auf der Haut befestigt ist.

Komplikationen einer Operation

In etwa einem Prozent der Fälle kommt es im Rahmen der Divertikel-Operation zu Komplikationen. Zum Beispiel hält die neue Verbindung der Darmabschnitte nicht (Anastomoseninsuffizienz) und es sammelt sich Eiter in der Bauchhöhle (Abszess). Möglich ist auch, dass die Operationswunde nur verzögert abheilt (Wundheilungsstörung), oder dass später ein Bruch in der Narbe entsteht (Narbenhernie). Macht eine Divertikulitis eine Notoperation notwendig, ist das Risiko von Komplikationen weit höher.

Tipps gegen den Rückfall

Bei 30 Prozent der Patienten tritt die Divertikulitis nach einer Weile erneut auf (Rezidiv). Das Risiko sinkt aber, wenn sich Patienten ballaststoffreich ernähren, viel trinken (mindestens 2 bis 2,5 Liter pro Tag) und Verstopfung vermeiden.

Körperliche Bewegung bringt auch den Darm in Schwung. Der Sport fällt leichter und macht mehr Spaß, wenn man überflüssige Pfunde abnimmt. Nach einer Divertikel-Operation sollte man für etwa vier bis sechs Wochen keine schweren Lasten (über zehn Kilogramm) heben, damit kein Narbenbruch entsteht.


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