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Krankheiten referenzindex «Duktales Carcinoma in situ (DCIS)»

Duktales Carcinoma in situ (DCIS)Duktales Carcinoma in situ (DCIS)Duktales Carcinoma in situ (DCIS)

Das duktale Carcinoma in situ (DCIS) ist kein richtiger Brustkrebs, sondern vielmehr eine Krebsvorstufe. Anders als invasive Tumoren (z.b. duktales oder lobuläres Mammakarzinom) hat sie noch nicht die Basalmembran (Trennungsschicht zum Gewebe) durchbrochen und wächst damit auch nicht in die Umgebung ein (nicht invasiv, nicht infiltrativ). Deshalb können DCIS auch keine Metastasen bilden. Diese Oberflächenkarzinome bestehen zwar aus Krebszellen, die aber nur innen wachsen – sie kleiden praktisch die Milchgänge und Drüsenläpppchen aus.

DCIS

Das duktale Carcinoma in situ geht von den Milchgängen aus (95 Prozent der Fälle). Die Milchgänge sind vollkommen oder teilweise mit atypischen Zellen ausgekleidet, die Basalmembran ist aber intakt. DCIS sind die Vorstufen eines frühen Brustkrebses. Die Gewebsveränderungen treten hier oft an mehreren Stellen der Brust auf (multifokal). Zu tasten sind DCIS meist nicht. Der wichtigste Hinweis auf DCIS sind Mikroverkalkungen, die in der Mammografie erkennbar sind. Manchmal sind die verdickten Milchgänge auch mit Hilfe einer hochauflösenden Sonografie sichtbar.

Kurz erklärt
Der Begriff der lobulären Neoplasie (LN) fasst heute gemäß der aktuellen WHO-Klassifikation Zellveränderungen zusammen, die früher als atypische lobuläre Hyperplasie (ALH) oder lobuläres Carcinoma in situ (LCIS) bezeichnet wurden. Gebräuchlich ist außerdem die Abkürzung LIN, die für lobuläre intraepitheliale Neoplasie steht. Es gibt LIN 1, 2, und 3.

Man schätzt, dass sich DCIS bei 14 bis 60 von 100 Frauen zu invasiven (richtigen) Karzinomen entwickeln, und das in einem langen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren. Die Diagnose DCIS wird anhand von Gewebeproben (histologisch) nur unter Vorbehalt gestellt. Auch eine sorgfältige Untersuchung kann ein richtiges Karzinom nicht mit Sicherheit ausschließen.

Auch bei DCIS gibt es ein Grading: low, intermediate und high grade (nach WHO-Schema, 2003). Bei High-grade-DCIS ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es voranschreitet bzw. an der gleichen Stelle wieder auftritt (Lokalrezidiv). Bei Low-grade-DCIS kann die Entwicklung über Jahrzehnte gehen. Empfohlen ist auch die Bestimmung des Hormonrezeptorstatus (Östrogen = ER, Progesteron = PgR).

Mediziner empfehlen, alle Frauen mit DCIS zu behandeln – auch wenn das für etliche
Frauen eine nicht notwendige Behandlung bedeutet. Die optimale Therapie des DCIS ist aufgrund seiner biologischen Verschiedenheit schwierig und sollte nur von Experten durchgeführt werden. Es gibt klare Therapieempfehlungen für die verschiedenen DCIS-Typen. Insgesamt stehen aber noch weiterführende Studiendaten aus.

Therapiert werden DCIS, indem das veränderte Gewebe operativ entfernt wird. Oft geschieht dies brusterhaltend (unter vier Zentimeter), aber es muss mit einem ausreichend großen Rand von gesundem Gewebe entfernt werden (optimaler Sicherheitsabstand zehn Millimeter). Die Achsellymphknoten (Wächterlymphknoten, Sentinel-Nodes) werden meist belassen – anders als bei einer Brustkrebsoperation.

Allerdings ist in manchen Fällen auch die Entfernung der gesamten Brustdrüse nötig (Ablatio) – je nach Größe und Verteilung der Herde in der Brust oder auch bei unzureichendem Sicherheitsabstand. Sind mehrere Abschnitte einer Brust betroffen, ist dies oft unumgänglich. In der Regel folgt eine lokale Strahlentherapie. Auch nach einer brusterhaltenden Operation empfehlen Experten eine Bestrahlung. Sie ist mittlerweile fester Bestandteil der Therapie.

Wenn man sich bei positivem Hormonrezeptorstatus für eine adjuvante (nach der Operation) medikamentöse Therapie entscheidet, ist die Anti-Hormontherapie mit Tamoxifen das Mittel der Wahl. Da die Prognose der Patienten mit DCIS ohnehin gut ist, müssen Nutzen und Risiken der Therapie individuell bewertet werden. Allgemein gilt: Tamoxifen halbiert die Rate der invasiven Rezidive vor Ort sowie der Mammakarzinome der anderen Brust.

Darüberhinaus gibt es weitere Medikamente zur Anti-Hormontherapie, die je nach Diagnose eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Arzt und Patientin die Vor- und Nachteil genau abwägen.

Die Prognose sieht bei einer geeigneten Therapie sehr gut aus. DCIS ist fast immer heilbar. Bestimmte Faktoren können die Prognose des DCIS beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise das Alter der Patientin, Beschaffenheit, Grading, Größe und Verteilungsmuster des Tumors, verbleibende Mikroverkalkungen, abgestorbenes Gewebe (Nekrosen) und inwieweit der Tumor mit ausreichendem Abstand zum gesunden Gewebe entfernt werden konnte (Resektionsstatus).


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