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Krankheiten referenzindex «Erektile Dysfunktion - Daten und Fakten»

Erektile Dysfunktion - Daten und FaktenErektile Dysfunktion - Daten und Fakten

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Zahlen und Fakten

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist sehr häufig: 20 bis 50 Prozent der Männer über 30 sind betroffen. Doch nicht jeder Mann mit Impotenz braucht oder will tatsächlich Hilfe. Deshalb wird nur ein geringer Teil der Betroffenen tatsächlich behandelt.

Unter Erektiler Dysfunktion beziehungsweise Impotenz versteht man Erektionsstörungen. Das bedeutet, dass der Penis sich nicht ausreichend versteift oder die Erektion nicht lange genug gehalten werden kann, um einen befriedigenden sexuellen Akt zu erleben. Mediziner charakterisieren die Erektile Dysfunktion als das "Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuführen". Sie unterscheiden zwischen Erektionsstörungen (Impotentia coeundi) und Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi) - der Unfähigkeit, bei normaler Erektion ein Kind zu zeugen.

Die Schwere der Impotenz kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von gelegentlichen Problemen bis zum totalen Verlust der Erektionsfähigkeit. Erst wenn eine ausreichende Erektion in rund 70 Prozent der Versuche ausbleibt und die Probleme mindestens sechs Monate anhalten, spricht man im medizinischen Sinne von einer Erektilen Dysfunktion.

Mögliche Ursachen

KörperSeele
Herz-Kreislauf-ErkrankungenFehlende Selbstsicherheit
BluthochdruckMangel an Lust
ArterioskleroseAngst
DiabetesDepressionen
Operationen (z.B. Prostatakarzinom)Leistungsdruck
Folgen von VerletzungenStress
Hormonelle StörungenPartnerschaftskonflikte
Multiple SkleroseVerdrängte Homosexualität
Andere Nervenkrankheiten

Heute trennen Fachleute nicht mehr streng zwischen seelischen und körperlichen Ursachen einer Erektilen Dysfunktion, sondern berücksichtigen bei der Diagnose und Therapie alle Faktoren der Erkrankung. Rund 70 Prozent der Potenzschwierigkeiten sind vorwiegend auf körperliche Ursachen zurückzuführen, trotzdem spielt die Seele auch hier eine große Rolle.

Psychische Faktoren können leichte körperliche Defekte soweit verstärken, dass im Bett gar nichts mehr geht und der Mann impotent wird. Viele Männer empfinden eine Potenzstörung als Schwäche ihrer männlichen Identität. Wer über einen längeren Zeitraum keine Erektion bekommen kann, fühlt sich schnell nur noch als halber Mann. Die Angst vor einem erneuten Versagen der Männlichkeit verstärkt wiederum die Erektile Dysfunktion - ein Teufelskreis.

Bei einem Teil der Patienten ist die Ursache für die mangelnde Erektionsfähigkeit rein psychisch. Sexualwissenschaftler und Psychologen sehen sexuelle Störungen in erster Linie als verschlüsselte Botschaften von Körper und Seele. Wenn der Penis streikt, können Hemmungen oder Ängste dahinter stecken, aber auch ein Protest gegen das "Starker-Mann-Sein-Müssen", Leistungsdruck und Stress.

Therapiemöglichkeiten

Zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Erstes Mittel der Wahl sind Tabletten mit Wirkstoffen, welche die Erektionsfähigkeit auf chemischem Weg verstärken. Dazu gehören etwa sogenannte PDE-5-Hemmer.
  • Bringt die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg, kann eine Vakuumpumpe eingesetzt werden, mit deren Hilfe Blut in den Penis gepumpt wird. Diese Methode erfordert etwas Übung, ist aber nebenwirkungsarm.
  • Eine Alternative hierzu sind Medikamente, die unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr direkt in die Schwellkörper des Penis gespritzt (SKAT) oder als Zäpfchen in die Harnröhre geschoben werden (MUSE). Für manche Männer kommt die Methode der Selbstinjektion aber nicht infrage.
  • Wenn alle anderen Therapieformen versagt haben, sind verschiedene operative Eingriffe möglich, beispielsweise das Einsetzen einer Penisprothese. Dies ist allerdings immer die letzte Maßnahme, weil hierzu die Schwellkörper im Penis entfernt werden müssen - ein Eingriff, der nicht mehr rückgängig zu machen ist.
  • Zur Behandlung der psychischen Ursachen und Verstärker kommen sexualpsychologische Beratungsgespräche, eine Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse infrage. Gegen den Teufelskreis aus Versagensangst und Versagen können erektionsfördernde Medikamente wie PDE-5-Hemmer, aber auch der Wirkstoff Yohimbin helfen. Dieser wird heute jedoch nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt.

Prognose

ED-Ursachen: Ein Mix aus mehreren Faktoren

Je früher die Erektile Dysfunktion behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Leider vermeiden viele Männer aus Scham über den Verlust ihrer Männlichkeit den Gang zum Spezialisten. Rund anderthalb Jahre warten Betroffene im Schnitt, bevor sie ärztliche Hilfe suchen.

Das kann auch gefährlich sein: In einigen Fällen ist eine Impotenz das erste Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes oder eine Nervenstörung, die unbehandelt immer weiter fortschreitet. Auch wenn ein Mann mit Erektionsstörungen kein bekanntes Gesundheitsproblem hat, sollte er eine schwerwiegende Erkrankung immer ausschließen lassen. Und dafür hilft nur der Gang zum Facharzt (Urologe, Internist, Neurologe).

 


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