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Krankheiten referenzindex «Fußgeschwür und Beingeschwür - Therapie»

Venöse Beingeschwüre

Die Behandlung venöser Fußgeschwüre und Beingeschwüre gestaltet sich oft schwierig. Ziel der Therapie ist es, den gestörten Rückfluss des Blutes zu verbessern.

Komprimierende Verbände (feste Bandagen): Diese Behandlung sollte konsequent eingehalten werden - viele venöse Beingeschwüre heilen unter einer korrekt durchgeführten Kompressionsmaßnahme ab. Zudem sollten sich Patienten mit Fuß- oder Beingeschwüren viel bewegen, damit sich das Blut nicht im Unterschenkel staut.

Reinigung des Geschwürs: Die meist chronische Wunde des Fußgeschwürs oder Beingeschwürs sollte regelmäßig und fachgerecht gereinigt werden. Dies erfolgt mit bestimmten Salben, welche die fest haftenden Beläge auflösen (fibrinolytisch). Alternativ trägt der Arzt die Beläge mit einem scharfen Löffel ab (Kürretage).

Umschläge mit antiseptischen Wirkstoffen: Durch diese Substanzen soll die Wunde keimfrei werden; bei stark nässenden Wunden finden feuchte Umschläge mit Kochsalzlösung Anwendung.

Feuchte Wundbehandlung: Chronische Wunden von Fuß- oder Beingeschwüren werden heutzutage feucht behandelt. Man hat festgestellt, dass das feuchte Milieu die Wundheilung besser fördert, weniger Keime wachsen und die Wunde besser vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Für die feuchte Wundbehandlung gibt es diverse Wundauflagen.

Operative Therapie: Die verschiedenen operativen Verfahren dienen dazu, Beingeschwüre zu reinigen, abzutragen, den venösen Blutfluss zu verbessern und die Wundheilung zu beschleunigen. So lassen sich Krampfadern, die auf das Beingeschwür zulaufen, operativ entfernen. Alternativ können sie auch verödet werden (Sklerosierungstherapie).

Weitere Maßnahmen: Bei hartnäckigen, nicht heilenden Geschwüren am Fuß oder Bein können Medikamente, die Wachstumsfaktoren enthalten, die Wundheilung fördern. Die Heilung von venösen Beingeschwüren soll durch gepulste elektromagnetische Felder oder durch gepulsten Gleichstrom beschleunigt werden. Die Fachgesellschaften fordern weitere Untersuchungen an mehr Patienten, um diese Methoden endgültig beurteilen zu können.

Antibiotika verordnet der Arzt bei massiver bakterieller Ansiedlung im Bereich des Beingeschwürs, manchmal auch in Form von Infusionen.

Häufig besteht bei Beingeschwüren zusätzlich ein allergisches Kontaktekzem. Denn viele offene Beine werden mit verschiedenen Salben vorbehandelt, auf die mancher Körper mit der Zeit allergisch reagiert. In diesen Fällen kann eine lokale Kortison-Therapie helfen.

Eine etwas unappetitliche, aber sehr effektive Behandlung von Fuß- oder Beingeschwüren ist die bio-enzymatische Wundreinigung mit Fliegenlarven. Hier werden für zwei bis drei Tage 100 bis 200 Fliegenlarven auf das Geschwür gesetzt. Die Larven ernähren sich von abgestorbenem Gewebe, das sie zuvor durch ihren Speichel angedaut haben. Lebendes Gewebe greifen die Larven nicht an. Vor allem bei schlecht heilenden, infizierten Wunden, die auf eine antibiotische Therapie nicht ansprechen, kann die Methode helfen.

Arterielle Beingeschwüre

Bei arteriellen Beingeschwüren kann eine chirurgische Behandlung in Form einer Bypass-Operation helfen. Der verengte beziehungsweise verschlossene Gefäßabschnitt wird mithilfe eines Arterien- oder Venenstücks überbrückt.

Einige Beingeschwüre lassen sich durch eine operative Hautverpflanzung schneller zur Abheilung bringen.

Oberstes Ziel der Geschwürbehandlung ist es, alle Faktoren zu beseitigen, die das Fuß- oder Beingeschwür verursacht haben und die Heilung behindern.


Kommentar «Fußgeschwür und Beingeschwür - Therapie»