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Krankheiten referenzindex «Gastritis»

GastritisGastritisGastritis

Man unterscheidet bei Magenschleimheutentzündungen (Gastritis) akute und chronische Formen. Neben unterschiedlichem Beschwerdebild haben akute und chronische Gastritis auch verschiedene Ursachen. In allgemeinärztlichen und internistischen Praxen zählen solche Beschwerden zum "täglichen Brot". Die Art und Ursache der Beschwerden müssen jedoch vor allem bei längerem Bestehen im Einzelnen abgeklärt werden, damit eine geeignete Therapie eingeleitet werden kann.

Das Wort "Gastritis" als Bezeichnung der Magenschleimhautentzündung leitet sich von dem griechischen Wort Gaster (= Magen) und der Endung "itis"(Entzündung) ab. Früher wurde eine Gastritis gemeinhin auch als "Magenkatarrh" bezeichnet. Nahezu die Hälfte der Bundesbürger leidet unter zeitweisen Oberbauch- und Magenbeschwerden. In allgemeinärztlichen und internistischen Praxen zählen solche Beschwerden zum "täglichen Brot". Die Art und Ursache der Beschwerden müssen jedoch vor allem bei längerem Bestehen im Einzelnen abgeklärt werden, damit eine geeignete Therapie eingeleitet werden kann.

Man unterscheidet bei der Gastritis akute und chronische Formen. Neben unterschiedlichem Beschwerdebild haben akute und chronische Gastritis auch verschiedene Ursachen. Nachdem der Keim Helicobacter pylori als Ursache der häufigsten chronischen Gastritis, nämlich des Typ B erkannt wurde, untersuchte man in verschiedenen Studien die Verbreitung des Keimes und seine Rolle bei verschiedenen Erkrankungen. Laut offiziellen Angaben des Umwelt-Medizinischen-Informations-Dienstes sind durchschnittlich 35 % der deutschen Bevölkerung mit Helicobacter pylori infiziert. Glücklicherweise macht eine Infektion mit Helicobacter pylori aber nicht in jedem Fall Beschwerden und ist auch gut behandelbar.

In den letzten Jahren wird tierexperimentell an einer Impfung gegen Helicobacter pylori gearbeitet, mit einem Impfstoffeinsatz beim Menschen ist aber frühestens in vier bis fünf Jahren zu rechnen.

Grundlagen

Der Magen wird anatomisch in 5 Abschnitte eingeteilt:

  1. Kardia (Magenmund) an der Mündung der Speiseröhre
  2. Fundus (Magengrund)
  3. Korpus (Magenkörper)
  4. Antrum (Magenteil vor dem Magenpförtner)
  5. Pylorus (Magenpförtner) am Übergang zum Zwölffingerdarm.

Die Magenoberfläche ist von einem Epithel überzogen, das von zahlreichen Grübchen, den Mündungsstellen der Magendrüsen, unterbrochen ist. Die Drüsenzellen (Nebenzellen) im Kardia- und Pylorusbereich sezernieren schützenden Schleim, während die Drüsenzellen im Korpus- und Fundusbereich einerseits Salzsäure (Belegzellen), andererseits Pepsinogen (Hauptzellen) produzieren. Die Belegzellen bilden außer der Salzsäure auch noch den wichtigen intrinsic factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm benötigt wird.

Im Antrumbereich, also schon im unteren Magen, befinden sich G-Zellen, die das Hormon Gastrin bilden, das die Bildung des Magensaftes anregt. Neben Gastrin sind an der Steuerung der Säurebildung noch Histamin und Acetylcholin beteiligt. Diese 3 Substanzen wirken über spezielle Rezeptoren an der Belegzelle und erhöhen die Säureproduktion.
Die Durchknetungsbewegungen des Magens werden von der glatten Muskulatur der Magenwand ausgeführt, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird.

Funktion des Magens

Der Magen hat die Aufgabe, aufgenommene Speisen zu speichern, zu durchmischen und an die tiefer gelegenen Teile des Verdauungstraktes zeitgerecht weiterzuleiten. Die weitere Aufgabe besteht in der Bildung von Magensaft, der sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt: Salzsäure (HCl), Pepsin, das sich in Anwesenheit von HCl aus Pepsinogen bildet, Wasser und Schleim. Durch das eiweißspaltende Enzym Pepsin des Magensafts wird die Nahrung vorverdaut, die eigentliche Verdauung erfolgt aber erst im Dünndarm.

Der Magen bildet etwa 1,5 bis 3 l Magensaft pro Tag, der im stark saueren pH-Bereich von 0,9 bis 1,5 liegt. Dadurch hat der Magensaft eine keimabtötende Wirkung.
Damit durch die starke Säure keine Selbstandauung der Magenwand geschieht, schützt sich die Oberfläche des Magens durch eine dünne alkalische Schleimschicht aus den Nebenzellen. Der pH-Wert an der Zelloberfläche direkt beträgt dadurch etwa 7 im Gegensatz zum Mageninneren, wo er bei ca. 2 liegt. Der Zusammenbruch dieser Schleimhautbarriere hat eine wesentliche Bedeutung bei der Entstehung einer Gastritis.

Im Durchschnitt verweilt die Nahrung drei Stunden im Magen. Kohlenhydratreiche Nahrung verlässt den Magen ziemlich rasch, eiweißreiche verweilt etwas länger, am längsten (fünf Stunden und mehr) beschäftigt fettreiche Kost den Magen.

Formen der Gastritis

Entzündungen der Magenschleimhaut können als akute oder chronische Gastritis auftreten, die verschiedene Ursachen haben und auch einen unterschiedlichen Verlauf zeigen.

Die akute Gastritis ist gekennzeichnet durch starke Rötung und Schwellung der Schleimhaut. Eventuell sind vereinzelt Erosionen und Blutungen auf der Schleimhaut sichtbar. Eine akute Gastritis tritt heftig und plötzlich auf, heilt aber in der Regel vollständig aus. Die chronische Gastritis ist charakterisiert durch einen wochen- häufig auch jahrelangen Verlauf mit weniger deutlichen Beschwerden.

Die chronischen Formen können nach der Ursache anhand des ABC-Schemas weiter eingeteilt werden:

Chronische Gastritis

  • Typ A (Autoimmungastritis)
  • Typ B (Helicobacter pylori assoziierte Gastritis)
  • Typ C (chemisch-toxische Gastritis)
  • Seltene Sonderformen

Daneben existiert die Sydney-Klassifikation, die die chronischen Formen nach Ursache, histologischen und endoskopischen Kriterien unterteilt.

Die genaue Unterscheidung der verschiedenen Formen kann letztlich nur die feingewebliche (histologische) Untersuchung einer Gewebeprobe mittels Gastroskopie (Magenspiegelung) ergeben.


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