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Krankheiten referenzindex «Gicht (Urikopathie)»

Gicht (Urikopathie)Gicht (Urikopathie)Gicht (Urikopathie)


Gicht liegt vor, wenn eine Erhöhung des Harnsäurewerts im Blut (Hyperurikämie) von gichttypischen Beschwerden wie Gelenksentzündungen begleitet wird. Ein Gichtanfall tritt gehäuft nach einer Feier mit reichlich Essen und Alkohol auf. Wird keine Behandlung von akuten Gichtanfällen durchgeführt, kann eine chronische Gicht entstehen.

Wie kommt es zu Gicht?


Die Harnsäure wird im menschlichen Körper als Abbauprodukt aus Purinen gebildet. Purine sind wesentliche Bestandteile aller Zellen und finden sich in besonders hoher Menge in den Zellkernen. Bei der Verdauung von purinreicher Nahrung und beim Abbau von eigenen Körperzellen fällt deshalb Harnsäure an. Der größte Teil der Harnsäure wird über die Nieren im Urin ausgeschieden.

Liegt der Spiegel der Harnsäure im Blut höher als 6,5 mg/dl spricht man von einer Hyperurikämie. Ab diesem Werte wird das Löslichkeitsprodukt für Harnsäure im Blut überschritten und es kann zur Ablagerung von Harnsäurekristallen (Urate) in den Geweben des Körpers kommen. Langfristig erhöhte Harnsäurespiegel im Blut können über diese Ablagerung von Harnsäurekristallen zur Gicht führen.

Was sind die Ursachen von Gicht?


Ursachen für erhöhte Harnsäurespiegel und damit für die Gicht sind entweder eine vermehrte Bildung oder eine verringerte Ausscheidung von Harnsäure.

Eine vermehrte Bildung findet sich bei verschiedenen angeborenen Purin-Stoffwechseldefekten. Beispielhaft sei hier das Lesch-Nyhan-Syndrom genannt. Bei Tumorerkrankungen mit hohem Zellumsatz z.B. Leukämien oder unter Chemotherapie kann ebenfalls vermehrt Harnsäure entstehen und zur Gicht führen.

Eine verringerte Ausscheidung über die Nieren – in etwa 99 % der Erkrankungsfälle die Ursache des erhöhten Harnsäurespiegels – kann bei akuten oder chronischen Nierenerkrankungen auftreten. Die häufigste Ursache der typischen Gicht ist jedoch eine eingeschränkte Harnsäureausscheidung bei ansonsten regelrechter Nierenfunktion aufgrund einer spezifischen Störung.

Was trägt zur Auslösung eines akuten Gichtanfalls bei?


Alkohol und bestimmte Medikamente können die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren weiter verringern. Werden gleichzeitig mit der Nahrung viele Purine und -vorstufen zugeführt kann es zu einer akuten Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut kommen. Dies kann über eine akute Ablagerung von Harnsäurekristallen zu einem Gichtanfall führen. Dadurch erklärt es sich, weshalb gehäuft nach einer Feier ein Gichtanfall auftritt (reichlich Essen und Alkohol) und warum die Gicht in Hungerzeiten (z.B. während und nach dem 2. Weltkrieg) selten war. Gicht gilt deshalb als eine Wohlstandskrankheit und tritt überproportional mit Erkrankungen aus dem Formenkreis des metabolischen Syndroms wie Fettleibigkeit (Adipositas), erhöhter Blutdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Herzerkrankungen (Koronare Herzerkrankung KHK) auf.

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