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Krankheiten referenzindex «Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne)»

Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne)


Bei einer Glenoidfraktur handelt es sich um einen Bruch der Schulterpfanne, der einen direkten Einfluss auf die Schulterfunktion hat und deshalb oft zur Instabilität des Schultergelenks führt. Mithilfe moderner unfallchirurgischer Verfahren lassen sich Glenoidfrakturen (Brüche der Schulterpfanne) aber gut behandeln, so dass meist nur eine geringe Bewegungseinschränkung zurückbleibt. Die Diagnose einer Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne) erfolgt mittels Röntgenaufnahme; bei komplexeren Brüchen auch mittels Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRI, MRT).

Anatomie der Schulterpfanne


Das Schulterblatt trägt auf der Seite die Schulterpfanne, die wie ein kleiner Suppenteller geformt ist. In die Rundung dieses Tellers passt genau die Kugel des Oberarmkopfes, so dass diese beiden Knochen den wesentlichen Teil des Schultergelenkes ausmachen. Die folgende vereinfachte Grafik (Abbildung 1a) zeigt auf der linken Seite den Oberarm mit seinem Oberarmkopf und auf der rechten Seite das Schulterblatt mit der Gelenkfläche zum Oberarmkopf. Diese ist mit einem G wie „Glenoid“ gekennzeichnet. Die Vergrößerung (Abbildung 1b) zeigt die Pfannen-Form der Gelenkfläche (Pfeil).
Abbildung 1a (Grafiken von Frau Hella Thun) Abbildung 1b (Grafiken von Frau Hella Thun)

Einteilung von Glenoidfrakturen (Brüchen der Schulterpfanne)


Die Glenoidfrakturen (Brüche der Schulterpfanne) teilen sich in zwei wesentliche Bereiche auf. Es gibt die kleineren, meist nur an der vorderen Kante gelegenen Rand-Brüche, die im Rahmen von ausgerenkten Schultern auftreten (Schulterluxation, Luxationsbruch, knöcherne Bankart Läsion). Diese Glenoidfrakturen (Brüche der Schulterpfanne) nennt man auch Bankart-Frakturen. Sie entstehen meist durch einen Unfallmechanismus, bei dem die Aufprallenergie relativ gering ist (Niedrig Energie Mechanismus). Beispielsweise kann die Schulterpfanne bei einem einfachen Sturz durch den Ausrenk-Mechanismus teilweise abbrechen.

Im Gegensatz dazu führt eine große Energieeinleitung auf das Schultergelenk, wie es beispielsweise bei einem Verkehrsunfall passieren kann, zu Glenoidfrakturen (Brüchen der Schulterpfanne), die die gesamte Schulterpfanne betreffen können (Hoch-Energie-Mechanismus). Im Folgenden werden zwei Beispiele für Glenoidfrakturen (Brüche der Schulterpfanne) mit Röntgenbildern aufgeführt:
Abbildung 2a: Dieses Röntgenbild zeigt eine typische Bankart-Fraktur. Dieser Bruch entsteht bei Ausrenkungen der Schulter (Luxation) und betrifft nur die Knochenkante der Schulterpfanne (Pfeil). Abbildung 2b: Diese Computertomographie zeigt einem komplexen Bruch der Schulterpfanne nach Hoch-Rasanz Unfall mit Zertrümmerung des Pfannenbodens (Typ Ideberg IV, siehe Pfeile).

Symptome und Diagnose einer Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne)


Was alle Glenoidfrakturen (Brüche der Schulterpfanne) gemeinsam haben, ist, dass sie relativ schmerzhaft sind. Die kleineren Bankart-Frakturen nach einer Schulter-Luxation (Ausrenkung) erscheinen zwar von der Ausdehnung her klein, haben aber eine große funktionelle Wirkung: Da an den knöchernen Anteilen der Schultergelenkpfanne auch die knorpeligen Vergrößerungslippen (Labrum) angewachsen sind, erfüllen diese bei einer Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne) Ihren Zweck nicht mehr und das Schultergelenk wird extrem instabil. Das bedeutet, dass die Schulter sehr leicht auskugelt. Die komplexen Trümmerfrakturen sind so schmerzhaft, dass die betroffenen Patienten das Schultergelenk meist komplett in Schonhaltung ruhig halten. Die Diagnose einer Glenoidfraktur (Bruch der Schulterpfanne) wird mittels Röntgenaufnahmen oder bei komplexeren Brüchen mittels Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRI, MRT) gestellt.

Bilder: Radiologisches Bildmaterial wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Dr. Stefan Wirth.

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