Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Glioblastom - Therapie»

Glioblastom - TherapieGlioblastom - TherapieGlioblastom - Therapie

Operation und Bestrahlung

Die Therapie des Glioblastoms erfolgt standardmäßig mit Operation(en) und Strahlentherapie. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist dabei, wie gut es dem Neurochirurgen gelingt, das Tumorgewebe während der Operation zu entfernen (Tumorresektion). Dies wiederum hängt wesentlich davon ab, in welchem Hirngebiet das Glioblastom liegt und ob eine Zerstörung dieser Region zu neurologischen Störungen führen würde.

Die Einführung neuer bildgebender Verfahren und die Fortschritte der Mikro-Neurochirurgie haben dazu geführt, dass Ärzte heute viel schonendere und präzisere Eingriffe beim Glioblastom vornehmen können. Auch das Risiko operationsbedingter Todesfälle ist dadurch stark gesunken.

Um für die Lebensqualität wichtiges Gehirngewebe bei der Glioblastom-Operation zu erhalten, wenden Ärzte vielfach das sogenannte intraoperative Monitoring an. Indem der Patient im wachen, schmerzfreiem Zustand operiert wird, kann beispielsweise das Sprachvermögen während des Eingriffs getestet werden; schwere Sprachstörungen können dadurch vermieden werden.

Da es praktisch unmöglich ist, ein Glioblastom vollständig zu entfernen, folgt der Operation in aller Regel eine Strahlentherapie. Sie soll die schnell wachsenden Zellen zerstören und das umliegende gesunde Gewebe weitmöglichst schonen. Auch die Strahlentherapie wurde in den letzten Jahren stark verbessert, sodass eine größere Dosis exakter auf den Tumor gerichtet werden kann als früher. Die Nebenwirkungen dieser Behandlung sind Haarausfall, eine leichte Hautreizung und ein sogenannter Strahlenkater, also eine vorübergehende müde Phase mit leichten Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Eine Strahlentherapie dauert mehrere Monate, wird aber zumeist ambulant durchgeführt.

Chemotherapie und experimentelle Behandlungsansätze

Auch eine Chemotherapie ist bei einem Glioblastom möglich. Eingesetzt wird zum Beispiel der Wirkstoff Temozolomid sowie sogenannte Nitrosoharnstoffe, die allerdings in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung verloren haben. Bei Patienten mit einem Glioblastom, die unter 70 Jahre alt sind, hat sich vor allem die Kombination aus Strahlentherapie und Temozolomid-Therapie als erfolgreich erwiesen. Die Kombinationsbehandlung konnte in Studien die mittlere Überlebenszeit um etwa zwei Monate verlängern. Irgendwann wird das Glioblastom aber trotz eines möglichen Wachstumsstopps unter der Chemotherapie wieder an Größe zunehmen oder an einer benachbarten Gehirnregion aufkeimen.

Aufgrund der insgesamt schlechten Ergebnisse von Operation, Strahlen- und Chemotherapie beim Glioblastom suchen die Wissenschaftler nach alternativen Therapieansätzen. Bisher haben aber weder die Hemmung von Wachstumsfaktoren des Tumors oder seiner versorgenden Blutgefäße noch die Gentherapie bessere Resultate erbringen können. Deshalb sollten diese modernen Therapieverfahren nur im Rahmen kontrollierter Studien an spezialisierten Zentren angewandt werden.


Kommentar «Glioblastom - Therapie»