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Krankheiten referenzindex «Gynäkomastie - Ursachen»

Gynäkomastie - Ursachen

Die Gynäkomastie kann durch normale oder krankhafte Veränderung entstehen.

» Normale Veränderung (physiologisch)

  • Neugeborenengynäkomastie: Sie wird durch die weiblichen Hormone der Mutter ausgelöst, die über den Mutterkuchen (Plazenta) auf das Neugeborene übertragen wurden.
  • Pubertätsgynäkomastie: Sie entsteht durch eine vorübergehende, vermehrte Bildung bzw. Umwandlung von Hormonvorstufen in weibliche Geschlechtshormone (Östron/Östradiol) im Fett- und Muskelgewebe; sie bildet sich wieder zurück. Bei 60 Prozent aller Jungen tritt sie im Schnitt mit 14 Jahren auf.
  • Altersgynäkomastie: Sie entsteht durch eine zunehmende Fettgewebsmasse bei abnehmender Körpermasse; dadurch werden vermehrt männliche Hormone (Androgene) in weibliche Hormone (Östrogene) im Fettgewebe umgewandelt; gleichzeitig nimmt die männliche Hormonbildung im Hoden ab.
  • Pseudogynäkomastie: Sie tritt bei allgemeiner Fettsucht (Adipositas) auf.

» Krankhaft (pathologisch)

1.) Mangel an männlichen Hormonen (Hypogonadismus)

  • Die häufigste Ursache für diese Erkrankung ist ein Gendefekt (Klinefelter-Syndrom). Betroffene Männer besitzen ein zusätzliches weibliches Geschlechtschromosom (X-Chromosom).
  • Androgenresistenz: Bei dieser Erkrankung entfalten die männlichen Hormone keinerlei Wirkung an den Zielorganen. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung geschlechtshormonstimulierender Hormone und es überwiegen die Wirkungen der weiblichen Hormone.
  • Androgenmangel: Durch Hodenentzündungen (Masern, Tuberkulose), Verletzungen, Kastrationen oder Operationen kann nicht mehr genügend männliches Hormon produziert werden.
  • Bei einem nicht angelegten Hoden während der Embryonalentwicklung (Hodenagenesie) fehlt die Hormonproduktion von Geburt an.

2.) Erhöhte Östrogenbildung

  • Der Grund kann eine Östrogentherapie sein, etwa bei Transsexuellen.

3.) Chronische Erkrankungen

  • Leberzirrhose: Östrogen kann nicht mehr ausreichend abgebaut werden;  auch der Abbau männlicher Hormone ist gestört, wodurch eine vermehrte Umwandlung in weibliche Hormone erfolgt.
  • Alkoholmissbrauch: Durch chronischen Alkoholmissbrauch entsteht einerseits eine Leberzirrhose mit daraus resultierender Gynäkomastie. Andererseits wird die Bildung von männlichem Geschlechtshormon (Testosteron) durch eine Verminderung der sexualhormonproduzierenden Hormone (der Hirnanhangsdrüse) gebremst.
  • Niereninsuffizienz

4.) Durch Medikamente bedingte Gynäkomastie

Eine Therapie mit weiblichen Hormonen oder eine Behandlung mit Gegenspielern (Antagonisten) der männlichen Hormonen (z.B. bei der Therapie von Hodentumoren, Prostatakrebs) führt zu einer Gynäkomastie. Bei anderen Medikamenten ist der Wirkungsmechanismus noch nicht genau geklärt: Spironolacton, ein entwässerndes Medikament, Magenschutzpräparate (H2-Blocker), einige Psychopharmaka und Antidepressiva, aber auch Rauschgifte wie beispielsweise Heroin und Suchtgiftersatzpräparate wie Methadon können nach längerer Einnahme zur Gynäkomastie führen.

5.) Hyperprolaktinämie

In der Hirnanhangsdrüse wird Prolaktin produziert, ein die Brustdrüse stimulierendes Hormon. In der Schwangerschaft oder bei starkem Stress kommt es zu einer vermehrten Produktion diese Hormons. In seltenen Fällen kann ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse zur Vermehrung dieser Zellen und zu einer vermehrten Produktion dieses Hormon führen. Dies führt zu einer beidseitigen Vergrößerung der Brustdrüse.

6.) Brustkrebs

Sehr sehr selten kann es auch bei Männern zum Auftreten von Brustkrebs kommen.


Kommentar «Gynäkomastie - Ursachen»