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Haarausfall (Alopezie) - AllgemeinesHaarausfall (Alopezie) - Allgemeines

1100 / photocase.de

Was ist Haarausfall?

Ein paar Haare im Kamm sind noch kein Hinweis auf einen Haarausfall. Es ist vollkommen normal, dass ein Mensch bis zu hundert Haare am Tag verliert. Bei jedem dritten Mann und jeder zehnten Frau sind es aber deutlich mehr, und erst dann spricht man von Haarausfall.

Noch bis vor wenigen Jahren existierten keine wirksamen Mittel gegen Haarausfall. Heute hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Substanzen, die mehr oder weniger Erfolg versprechen.

Die häufigsten Arten von Haarausfall

Die häufigsten Arten von Haarausfall sind:

  • Hormonell-erblicher Haarausfall (Alopecia androgenetica): Unter hormonell-erblicher Alopezie leiden vor allem Männer, Frauen dagegen nur selten. Während sich bei Männern die Haare in diesem Fall bereits im jungen Erwachsenenalter oder gar im Jugendalter lichten, setzt der hormonell bedingte Haarausfall bei Frauen meist nach den Wechseljahren ein. Die Haarwurzeln der Betroffenen reagieren empfindlich auf das Sexualhormon Testosteron - siesterben ab, die Haare fallen aus. Mit Haartransplantationen und Medikamenten (wie Finasterid oder Minoxidil) versuchen Betroffene, gegen den Haarschwund anzukämpfen.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata):Kreisrunder Haarausfall ist zwar insgesamt selten, aber dennoch die zweithäufigste Form von schwindendem Haupthaar. Es entstehen dabei kleine, kreisrunde Kahlstellen. Manchmal fallen auch komplett alle Haare aus. Die genaue Ursache für kreisrunden Haarausfall ist unklar, die Prognose fällt sehr unterschiedlich aus. In vielen Fällen wächst das Haar nach einigen Monaten bis hin zu einem Jahr nach, bei über der Hälfte der Betroffenen kommt es allerdings zu Rückfällen.
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Beim diffusen Haarausfall dünnen die Haare insgesamt aus. Schuld daran sind zum Beispiel Stress, Fehlernährung, eine Hormonumstellung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Je nach Ursache gestaltet sich auch die Therapie des diffusen Haarausfalls.

Sonstige Formen von Haarausfall

Neben den drei Hauptformen von Haarausfall gibt es noch weitere mögliche Erklärungen für spärlichen Haarwuchs:

  • Tinea capitis: Durch eine Pilz-Infektion am Kopf kommt es zum Haarausfall an den befallenen Stellen. Meist sind Kinder betroffen. Der Kopfpilz und somit der Haarausfall werden mit Anti-Pilz-Mitteln (Antimykotika) behandelt.
  • Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) können, wenn sie die Kopfhaut betreffen, ebenfalls das Haarwachstum beeinflussen und zu Haarausfall führen.
  • Angeborene Missbildungen: Im Kleinkindalter wird ein vermeintlicher Haarausfall festgestellt. Tatsächlich sind die Haare von Geburt an nicht angelegt oder verbleiben im Stadium des Flaumhaares.
  • Loses Anagenhaar: Die Haarstruktur ist verändert. Es handelt sich dabei um einen vererbten Defekt. Als Ergebnis sind die Haare dünn, brüchig, und lose. Wenn man die Haare kämmt oder an ihnen zieht, fallen sie leicht aus.
  • Traumatische Alopezie: Hier führt langanhaltender Druck bzw. ständiges Reiben und Kratzen an denselben Stellen zum Haarausfall.
  • Traktionsalopezie: Starker Zug an der Haarwurzel bewirkt, dass sie geschädigt wird. So können etwa bestimmte Frisuren wie straff gebundene Zöpfe auf Dauer stellenweise zum Haarausfall führen.
  • Zwanghaftes "Spielen" mit den Haaren, Ausreißen oder Abschneiden: Betroffene stehen unter psychischem Stress, und die Zwangshandlungen bringen ihnen eine kurzfristige Erleichterung. Eine Psychotherapie ist hier gegebenenfalls hilfreich.
  • Medikamente: Eine Vielzahl von Wirkstoffen kann unter Umständen Haarausfall bewirken (z.B. auch einen diffusen Haarausfall). Dazu zählen beispielsweise Krebsmedikamente (Zytostatika), Mittel gegen zu hohe Cholesterinwerte (Lipidsenker), Antidepressiva und Beta-Blocker (gegen Bluthochdruck und Koronare Herzkrankheit).
  • Mangelerkrankungen (z.B. Eisen- oder Zinkmangel), Röntgenstrahlung, Syphilis (Lues), Infekte und weitere Faktoren können ebenfalls Ursache von Haarausfall sein.

Möglichkeiten der Behandlung

In manchen Fällen können Medikamente den Schwund der Haarpracht aufhalten oder teilweise sogar umkehren - meist allerdings nur, solange die Mittel angewendet werden. Ob und welche Medikamente in Ihrem Fall infrage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

In Drogerien, Supermärkten und Apotheken gibt es viele Produkte, die das Haar im Wachstum stärken oder Mangelerscheinungen ausgleichen sollen. Im Allgemeinen ist eine ausgewogene Ernährung aber ausreichend, um den Körper mit allem Notwendigen zu versorgen.

Obwohl ihre Wirksamkeit bei Haarausfall nur teilweise bewiesen ist, kann eine Kur mit folgenden Wirkstoffen einen Versuch wert sein, da manche Patienten für sich selbst eine Verbesserung feststellen:

  • Vitamine B oder H (Biotin)
  • Spurenelement Zink
  • Schwefelhaltige Aminosäuren, Cystein und Methionin
  • Hirse-Extrakte
  • Kombinationspräparate aus Vitaminen und schwefelhaltigen Aminosäuren

Halten Sie sich dabei an die empfohlene Dosierung und besprechen Sie die Anwendung vorab mit Ihrem Arzt. Je nach Ursache des Haarausfalls können Kortikosteroide (bei Entzündungen), Anti-Pilz-Mittel (bei Kopfpilz) oder auch eine Verhaltenstherapie (bei Zwangserkrankungen) hilfreich sein. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

In Kleinanzeigen, per E-Mail oder auch im Direktvertrieb über Freunde, Bekannte oder sogar Friseure werden immer wieder rezeptfreie Wundermittel gegen Haarausfall beworben, die angeblich eine dichte Haarfülle hervorzaubern. Mit gut getricksten Vorher-Nachher-Bildern oder anrührenden Geschichten verlocken sie zum Kauf. Sparen Sie sich die oft sehr teuren Produkte. Für sie gibt es keinerlei Wirkungsnachweise.

Bei Haarausfall gibt es auch noch die Möglichkeit einer Operation. Dermatologische und plastische Chirurgen entwickeln ständig bessere Methoden zur Haartransplantation oder zur Verkleinerung kahler Stellen am Kopf. Diese Methoden der Behandlung sind allerdings sehr teuer.

Was Sie selbst tun können

  • Damit kahle Stellen weniger auffallen, können Sie versuchen, sie mit den verbleibenden Haaren abzudecken.
  • Manche Betroffene schneiden ihre verbleibenden Haare ganz kurz oder rasieren sich sogar den Kopf, um den Haarausfall zu kaschieren. Vielleicht würde auch Ihnen eine solche Typveränderung gefallen!
  • Haarteile (wie Toupets) sind eine Möglichkeit, Folgen starken Haarausfalls zu kaschieren. Einige Friseure sind auf Frisurberatung bei Haarausfall spezialisiert.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um einen Haarausfall durch Vitamin- oder Mineralstoffmangel zu vermeiden.
  • Falls Sie Veränderungen Ihrer Kopfhaut wie Entzündungen, Juckreiz oder starke Schuppung bemerken, ist eine Besuch beim Hautarzt ratsam.

Klärung der Ursachen ist wichtig

In manchen Fällen ist gegen den Haarausfall dauerhaft kein Kraut gewachsen. Wichtig ist, mögliche krankhafte Ursachen von Haarausfall vom Arzt abklären zu lassen, etwa wenn Haarausfall durch Veränderungen der Kopfhaut ausgelöst wird oder ein Mineralstoffmangel vorliegt. Versuchen Sie, Ihren Körper und Ihr Aussehen zu akzeptieren. Wenn Sie mögen, können Sie sich von einem Friseur über ein typgerechtes Styling oder möglichen Haarersatz beraten lassen.


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