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Krankheiten referenzindex «Hämolytisch-urämisches Syndrom bei Baby & Kind»

Ljupco Smokovski/Fotolia.comBeschreibung

Bei einem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) kommt es zur Schädigung der Blutgefäßwände. Meist lösen sogenannte EHEC-Bakterien (enterohämorrhagische Escherichia coli) das hämolytisch-urämische Syndrom aus. Die Bakterien zerstören die Darmzellen; ihre abgesonderten Gifte (Verotoxine) greifen die Blutzellen und die Blutgefäße der Niere, des Magen-Darm-Trakts und manchmal sogar des Gehirns an.

Ausgelöst durch die starken Bakteriengifte entwickelt sich in sechs bis acht Prozent der Fälle aus einer EHEC-Infektion ein hämolytisch-urämisches Syndrom. Oft tritt das hämolytisch-urämische Syndrom im Anschluss an virale oder bakterielle Infekte, meist des Magen-Darm-Trakts, auf. Es kommt zu akutem Nierenversagen und einer rapiden Abnahme der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen (Thromboyzten). Feine Blutgefäße werden zerstört.

Das hämolytisch-urämische Syndrom ist eine seltene Krankheit, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder betrifft. Babys und Kleinkinder haben ein noch unreifes Immunsystem und gehören deswegen genau wie alte immunschwache Menschen zur Risikogruppe für ein hämolytisch-urämisches Syndrom. Im Jahr 2010 wurden dem Robert Koch-Institut rund 1000 EHEC-Infektionen und 65 HUS-Fälle übermittelt. Davon waren nur sechs Betroffene älter als 18 Jahre.

Im Mai 2011 kam es in Deutschland jedoch zu einem EHEC/HUS-Ausbruch. Im Zuge dessen wurden dem Robert Koch-Institut von Anfang Mai bis Ende Juni 3063 EHEC-Infektionen und 828 HUS-Fälle übermittelt. Ungewöhnlich ist, dass von diesem Ausbruch hauptsächlich erwachsene Frauen betroffen waren, und nicht - wie es sonst üblich ist - Kleinkinder. Zudem handelte es sich dabei um einen der weltweit größten bislang beschriebenen Ausbrüche von EHEC bzw. HUS, der auf eine veränderte, aggressivere Form des EHEC-Erregers zurückzuführen ist.


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