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Krankheiten referenzindex «Hämorrhoiden - Medikamente»

Hämorrhoiden - MedikamenteHämorrhoiden - Medikamente

Unter Hämorrhoiden versteht der Laie alles, was am After juckt, brennt oder schmerzt. Doch es gibt Unterschiede - auch in der Behandlung. Daher sollte die genaue Ursache vor der Therapie abgeklärt sein.

Streng genommen sind Hämorrhoiden ein Teil des Enddarms. Sie haben eine wichtige Funktion: Hämorrhoiden unterstützen den Schließmuskel und dichten den After ab. Erst wenn die Hämorrhoiden verändert sind, verursachen sie Beschwerden.

Am besten ist es natürlich, die Ursachen der Hämorrhoiden zu behandeln. Das heißt: die Darmtätigkeit durch ballaststoffreiche Ernährung ankurbeln, reichlich trinken und sich viel bewegen. Für den Stuhlgang sollte man sich Zeit nehmen und auf keinen Fall zu stark pressen.

Gelegentliche leichte bis mittlere Beschwerden lassen sich nach Abklärung durch den Arzt selbst mit Medikamenten behandeln. Bei starken und chronischen Beschwerden sind sie lediglich als Ergänzung zur Entfernung (Verödung, Ligatur, Operation) durch einen Arzt (Proktologe) sinnvoll.

Salben

Nach jedem Stuhlgang sollte die Afterregion mit Wasser oder einer milden Waschlotion gereinigt werden. Die Haut nur trocken tupfen, nicht reiben.

Anschließend tragen Sie eine Salbe in den Analkanal ein. Die Packungen enthalten einen Spezialaufsatz für die Tube, den man in den Analkanal einführt. Dies Aufsätze haben entweder vorne an der Spitze eine Öffnung oder mehrere seitliche Austrittsöffnungen.

Drücken Sie in beiden Fällen zuerst etwas Salbe aus der Tube und verteilen Sie diese auf dem Aufsatz, damit er leichter in den After gleitet.

Dann wird die Spitze unter Drehen vorsichtig vollständig (drei bis vier Zentimeter) in den After geschoben.

Bei nur einer Öffnung wird der Salbenstrang beim Herausziehen der Tube durch kontinuierliches leichtes Drücken im Analkanal platziert.

Hat der Applikator mehrere Öffnungen, drücken Sie nur einmal kurz auf die Tube und verteilen die Salbe durch Drehen.

Bei Plastiktuben halten Sie die Tube beim Herausziehen gedrückt, damit der Inhalt nicht wieder zurück gesaugt wird.

Reinigen Sie den Tuben-Aufsatz nach jeder Anwendung von außen.

Einigen Salben ist ein Analdehner beigepackt. Das ist ein etwa zehn Zentimeter langes, spitz zulaufendes, kegelförmiges Hilfsmittel aus Plastik. Damit lässt sich der verkrampfte Schließmuskel dehnen. Auch der Analdehner wird zuerst mit Salbe bestrichen und dann behutsam unter Drehen sowie Vor- und Zurückbewegen in den After eingeführt. Dort verbleibt er einige Minuten.

Zäpfchen

Anstatt Salben können Sie auch Zäpfchen verwenden. Schieben Sie die Zäpfchen aber nicht so weit in den Analkanal hinein wie beispielsweise ein Schmerzzäpfchen. Sie sollten es mit der Fingerkuppe noch tasten können. Zäpfchen müssen einige Zeit in dieser Lage bleiben; sie eignen sich deshalb gut für die Anwendung in der Nacht. Zum besseren Einführen können Sie auch das Zäpfchen mit Salbe bestreichen. Manche Patienten empfinden es als angenehm, das Zäpfchen vorher in kaltes Wasser zu tauchen. Für nässende oder blutende Hämorrhoiden gibt es Zäpfchen mit eingeschmolzenen Mullstreifen (Analtampons) beziehungsweise spezielle Vlieskompressen (Analvorlagen), um die Haut um den After trocken zu halten.

Wirkstoffe

Medikamente gegen Hämorrhoiden enthalten häufig folgende Wirkstoffe - einzeln oder in Kombination:

  • Entzündungen: Hamamelis (pflanzlich). Stärker und länger wirkt Kortison, beispielsweise Hydrocortisonacetat oder Prednisolon. Bis vor kurzem wurde auch der Wirkstoff Bufexamac empfohlen. Seit Mai 2010 dürfen entsprechende Präparate aber nicht mehr verkauft werden, weil die Gefahr von Kontaktallergien besteht.
  • Juckreiz und Schmerzen: Benzocain, Cinchocain, Lidocain, Macrogollaurylether (Polidocanol) und Quinisocain wirken örtlich betäubend.
  • Immunsystem: Escherichia-coli-Bakterien stärken das Immunsystem der Schleimhaut, wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung.

Einige Patienten empfinden Sitzbäder mit entzündungshemmenden Gerbstoffen (beispielsweise Eichenrinde) als angenehm. Für unterwegs sind Feuchttücher mit entzündungslindernden und desinfizierenden Wirkstoffen praktisch.

Quell- und Ballaststoffe erweichen den Stuhl und verhindern Verstopfung und Schmerzen beim Toilettengang. Verwenden Sie auf keinen Fall Abführmittel, sie machen den Darm träge und verstärken auf Dauer die Beschwerden.

Andere Erkrankungen

Perianalthrombosen

Sie werden fälschlich auch als äußere Hämorrhoiden bezeichnet. Perianalthrombosen sind Blutgerinnsel (Thrombosen), die außerhalb des Darms um den After herum (perianal) entstehen. Im Unterschied zu Hämorrhoiden stammt das Blut auf dem Stuhl oder am Papier aus den Venen und ist dunkelrot. Zieht man die Falten des Analringes auseinander, sind sie als kleine bläuliche Schwellungen oder Knötchen sichtbar.

Bei starken akuten Beschwerden sticht der Arzt die krankhaft erweiterte Vene an und drückt sie aus. Bei leichten Beschwerden und zur Nachbehandlung kommen entzündungshemmende und örtlich betäubende Salben zum Einsatz. Auch Abtupfen mit Eiswürfeln (Vorsicht, nicht zu langer Kontakt, Erfrierungen möglich) kann gut tun. Bei chronischen Beschwerden wird das venöse Grundleiden mit Venenmitteln behandelt.

Afterjucken

Die häufigste Ursache für Afterjucken ist mangelnde Hygiene. Es empfiehlt sich, die Afterregion daher mindestens einmal täglich mit einer milden Waschlotion zu waschen. Stuhlreste nach dem Stuhlgang lassen sich mit einem möglichst weichen Papier entfernen. Aber auch Würmer, besonders bei Kindern, oder Analekzeme können dahinterstecken.

Ursache von Analekzemen können Lebensmittel (Alkohol, Chili, Pfeffer, Zimt), eine zu intensive Körperpflege (Intimhygiene, Desinfektionsmittel) oder Kontaktallergien auf Körperpflegemittel oder Arzneimittel sein. Auch ein zu harter oder breiiger Stuhl reizt die Analhaut. Neben der ursächlichen Behandlung lindern entzündungshemmende und juckreizstillende Salben die Beschwerden.

Analfissuren

Plötzliche und starke Schmerzen beim Toilettengang mit leichten, hellen Blutspuren weisen auf einen Einriss der Analhaut (Analfissur) hin. Meistens kann der Einriss nicht ausheilen, weil gleichzeitig eine Verstopfung besteht, und die Betroffenen häufig beim Toilettengang zu stark pressen. Neben der Behandlung der Analfissur mit entzündungshemmenden und betäubenden Salben muss auch die Verstopfung behandelt werden. Zusätzlich zu Quell- und Ballaststoffen sind hier auch kurzfristig Abführmittel erlaubt.


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