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Krankheiten referenzindex «Hepatitis A bei Baby & Kind»

Hepatitis A bei Baby & KindHepatitis A bei Baby & KindHepatitis A bei Baby & Kind

Was ist Hepatitis A?

Hepatitis A ist eine akut verlaufende Leberentzündung. Die Hepatitis-A-Infektion zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Vor allem in südlichen Urlaubsländern ist das Hepatitis-A-Virus weit verbreitet.

Zwar ist die Zahl der mit Hepatitis A infizierten Menschen in Ländern mit hohem Hygienestandard stark zurückgegangen, aber durch den zunehmenden Reiseverkehr steigt die Rate der Neuerkrankungen wieder an.

Wodurch wird Hepatitis A ausgelöst?

Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst. Bei dem Erreger der Hepatitis A handelt es sich um ein sogenanntes Enterovirus aus der Familie der Picorna-Viren (RNA-Virus). Dieses Virus ist sehr ansteckend. Es befindet sich im Stuhl infizierter Menschen und wird durch Schmierinfektion übertragen (mangelnde Hygiene im Umgang mit Speisen und Trinkwasser, kein Händewaschen nach Benutzung der Toilette). Außerdem ist es auch im Speichel und im Blut Erkrankter zu finden.

Auch Kinder können an Hepatitis A erkranken, die Infektion verläuft bei ihnen jedoch nur selten bedrohlich. Nach überstandener Krankheit besteht eine lebenslange Immunität.

Was sind die typischen Symptome?

Bei einer Hepatitis A beträgt die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen (Inkubationszeit) etwa zwei bis sieben Wochen. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung völlig ohne Symptome.

Treten Symptome auf, leidet das Kind im Frühstadium der Hepatitis A unter Beschwerden, die an eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) erinnern: Manchmal erbricht es, ihm ist übel, es fühlt sich abgeschlagen und hat keinen Appetit. Hinzu kommen häufig Fieber und zuweilen Gelenkbeschwerden. Nach wenigen Tagen setzen Bauchschmerzen ein, die Haut kann sich gelblich färben (Gelbsucht, Ikterus), während der Urin dunkel und der Stuhl hell werden. Kinder unter sechs Jahren entwickeln allerdings nur in etwa zehn Prozent der Fälle eine Gelbsucht. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren, ist der Ikterus mit circa 45 Prozent deutlich häufiger. Die Leber ist fühlbar vergrößert, oft auch druckempfindlich.

Die Hepatitis A dauert etwa zwei bis vier Wochen. Noch Monate nach einer Hepatitis-A-Infektion kann das Kind unter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und depressiven Verstimmungen leiden.

Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind sich mit Hepatitis A angesteckt haben könnte.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Zur Diagnose der Hepatitis A wird der Arzt Ihrem Kind in der Regel Blut abnehmen, um verschiedene Werte im Labor überprüfen zu lassen. Meist sind die Leberwerte erhöht, zudem lassen sich Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus im Blut nachweisen. Die Hepatitis-A-Viren werden auch im Stuhl ausgeschieden und sind dort nachweisbar. Außerdem ertastet der Arzt die Leber und fragt nach dem Krankheitsverlauf.

Solange die Viren im Stuhl ausgeschieden werden, besteht Ansteckungsgefahr. Meist ist dies circa zwei Wochen vor bis zu zwei Wochen nach Krankheitsbeginn der Fall.

Was hilft gegen Hepatitis A?

Es gibt keine spezifische Therapie gegen Hepatitis A. Der Arzt wird Ihrem Kind nur dann Bettruhe und eingeschränkte Aktivität verordnen, wenn es sich sehr krank fühlt. Bei einer Hepatitis-A-Infektion ist eine fettarme Kost empfehlenswert.

Besonders bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass der große Flüssigkeitsverlust, der durch Erbrechen, massive Durchfälle und Fieber entsteht, ausgeglichen wird. Die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation) ist besonders bei Kleinkindern sehr groß. Nicht selten ist bei einer schweren Hepatitis A ein Krankenhausaufenthalt notwendig, um dem Kind die verlorene Flüssigkeit und die Salze über eine Infusion (Venentropf) wieder zuzuführen.

Wahrscheinlich wird der Arzt Ihr Kind bei Vorliegen einer Hepatitis A aber für mindestens zwei Wochen unter Quarantäne stellen und Ihnen nahe legen, es für etwa vier Wochen zu Hause zu lassen. Es ist außerdem möglich, der gesamten Familie Gammaglobulin-Injektionen (Antikörper) zu verabreichen, um das Risiko der gegenseitigen Ansteckung zu vermindern.

Was können Sie selbst tun?

In erster Linie wird Ihnen viel Disziplin abverlangt, wenn Ihr Kind an Hepatitis A erkrankt ist. Lassen Sie Ihr Kind in seinem Zimmer und halten Sie sich an die Quarantänevorschriften des Arztes. Dazu gehört auch, den Kontakt zur "Außenwelt" möglichst klein zu halten und sein Spielzeug vom restlichen Haushalt zu trennen.

Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind sich nicht ausgeschlossen fühlt. Besorgen Sie ihm Dinge, die es ablenken, wie Kassetten, CDs und Bücher. Achten Sie auf äußerste Hygiene. Reinigen Sie die Toilettenbrille gründlich mit einem Desinfektionsmittel, nachdem Ihr Kind die Toilette benutzt hat. Spülen Sie auch möglichst sein Geschirr und Besteck separat. Jedes Familienmitglied sollte sein eigenes Handtuch benutzen oder Sie steigen während der Zeit der Erkrankung auf Einmalhandtücher um. Das Hepatitis-A-Virus lässt sich durch Händewaschen mit Seife nicht unschädlich machen. Spezielle Handdesinfektionslösungen, die das Virus sicher abtöten, sind in der Apotheke erhältlich.

Wie beugen Sie der Hepatitis A vor?

Für Hepatitis A gibt es sowohl aktive als auch passive Impfungen. Bei der aktiven Impfung werden abgetötete Teile des Krankheitserregers injiziert (Totimpfung). Sie besteht aus drei Teilimpfungen und schützt nach zwei Wochen wirksam gegen eine Hepatitis-A-Infektion. Der Impfschutz dauert etwa zehn Jahre an. Vor allem sollten sich Reisende nach Asien, Südamerika und Afrika impfen lassen. Auch Menschen, die durch ihre Arbeit einem erhöhtem Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wird die Hepatitis-A-Impfung empfohlen. Das betrifft zum Beispiel Erzieherinnen oder medizinisches Pflegepersonal.

Die passive Hepatitis-A-Impfung enthält quasi "fertige" Antikörper gegen die Erreger, die sogenannten Immunglobuline. Der Schutz tritt hier zwar sofort ein, ist aber nicht dauerhaft wie bei der aktiven Immunisierung - meist hält er - je nach Dosis - nur ein bis drei Monate an. Eine passive Impfung erhält man dann, wenn kurzfristig eine Reise geplant ist oder ein Familienmitglied an Hepatitis A erkrankt ist.

Außerdem können Sie das Hepatitis-A-Infektionsrisiko vermindern, indem Sie auf Hygiene achten.

Prognose und Komplikationen

Die Prognose der Hepatitis A ist im Gegensatz zu anderen Hepatitis-Infektionen sehr gut. In seltenen Fällen erstreckt sich die Leberentzündung über mehrere Monate.

Leberversagen infolge einer Hepatitis-A-Erkrankung ist äußerst selten. Chronische Verläufe infolge einer Hepatitis A kommen nicht vor.


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