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Krankheiten referenzindex «Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)»

Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)

Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) sind eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen der Herzmuskel allmählich seine Struktur verändert und an Leistungsfähigkeit verliert. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein - sie reichen von Nervenerkrankungen über Infektionen bis hin zu langjährigem Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. In vielen Fällen ist die Ursache von Herzmuskelerkrankungen aber unklar.

Kardiomyopathien können sowohl im Kindes- als auch Erwachsenenalter auftreten. Mediziner unterteilen die Herzmuskelerkrankungen in folgende Formen:

» Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Die DCM ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie). Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Etwa 6 von 100.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer DCM. Bei etwa der Hälfte der Fälle findet sich eine familiäre Häufung.

Bei der DCM sind die Herzkammern (Ventrikel) erweitert (dilatiert); gleichzeitig ist der Herzmuskel zu schwach, um das Blut mit ausreichendem Druck in die Hauptschlagader zu pumpen. Der Effekt ähnelt dem einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Irgendwann reicht die Pumpleistung des Herzens nicht mehr zur Versorgung der Körperorgane aus.

» Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Diese Form der Herzmuskelerkrankung findet sich bei etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung. Die Hypertrophe Kardiomyopathie ist eine genetisch bedingte Herzmuskelerkrankung, das heißt sie wird vererbt. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Im Gegensatz zur DCM ist der Herzmuskel hier nicht ausgeweitet, sondern die Dicke der Herzmuskulatur, genauer gesagt der linken Herzkammerwand, nimmt zu. Eine Sonderform der Hypertrophen Kardiomyopathie ist die Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM). Hierbei verdicken sich die Herzkammerwände so sehr, dass sie selbst zum Strömungshindernis werden und den Blutfluss aus dem Herzen einschränken.

» Restriktive (Obliterative) Kardiomyopathie: Das Vorkommen dieser Herzmuskelerkrankung ist sehr selten; sie tritt am häufigsten in tropischen Gebieten auf.

Hierbei versteifen die Herzkammerwände, weil das Muskelgewebe vernarbt oder sich bestimmte Eiweiße (Amyloide) darauf ablagern. Die Muskelwände sind dadurch weniger beweglich, was das Füllen und Entleeren der Herzkammern behindert, und die Pumpleistung des Herzens herabsetzt.

» Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVCM, ARVD): Diese relativ seltene Form der Herzmuskelerkrankung tritt etwa doppelt so häufig bei Männern wie bei Frauen auf. Der plötzliche Herztod bei jungen Männern lässt sich in zehn bis 20 Prozent der Fälle auf eine ARVCM zurückführen. Oft findet sich eine familiäre Häufung.

Bei der ARVD ist nur die Muskulatur der rechten Herzkammer verändert. Sie wird zunehmend durch Fettgewebe ersetzt. Als Folge entstehen umschriebene Aussackungen der Herzwand. Durch körperliche Belastung wie Sport kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

» Nichtklassifizierbare Kardiomyopathie (NKCM): Unter dieser Bezeichnung werden alle Ausprägungen der Herzmuskelerkrankung zusammengefasst, die nicht zu den vorab beschriebenen vier Formen gehören.


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