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Krankheiten referenzindex «Heuschnupfen und Pollen - FAQs»

drubig-photo/Fotolia.comWas ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine Allergie gegen die Eiweiße bestimmter Pollen. Wenn Bäume und Gräser blühen, gelangen die Pollen in die Luft und lösen bei Betroffenen die typischen Reaktionen aus: Niesen, verstopfte Nase, Bindehautentzündung und Juckreiz im Hals-, Nasen- und Rachenraum.

Die Ursache dafür sind sogenannte Allergene, die sich an bestimmte weiße Blutkörperchen binden. Diese geben daraufhin spezielle Substanzen (Histamine) ab, welche die typischen Beschwerden hervorrufen. Im Laufe der Zeit entwickeln Menschen mit Heuschnupfen oft auch sogenannte Kreuzallergien gegen andere Eiweiße, zum Beispiel aus Nahrungsmitteln. Unbehandelt kann Heuschnupfen auf die unteren Atemwege übergreifen und dort zu Asthma führen.

Wer ist von Heuschnupfen betroffen?

Nach Angaben von Experten tritt Heuschnupfen in Deutschland häufig auf: etwa 13 Millionen Menschen sollen davon betroffen sein. Die häufigste Form des Heuschnupfens ist die Überempfindlichkeit gegen Gräserpollen. In der Regel entwickelt sich Heuschnupfen bereits im Kindesalter.

Wie stellt der Arzt Heuschnupfen fest?

Meist reicht die Beschreibung der Beschwerden aus, damit der Arzt die Diagnose Heuschnupfen stellen kann. Das auslösende Allergen zu finden, ist aber oft nicht einfach. Oft bittet der Arzt den Betroffenen, ein Allergietagebuch zu führen. Darin sollen zum Beispiel die Art und Dauer der Beschwerden, Aktivitäten während des Tages, Ernährung etc. festgehalten werden. Durch den Vergleich mit dem örtlichen Pollenflugkalender lässt sich die Allergie auslösende Ursache oft identifizieren.
Zusätzlich gibt es verschiedene Tests (Prick-Test, Provokationstest) und die Möglichkeit einer Blutuntersuchung, um den Auslöser von Heuschnupfen festzustellen.

Kann Heuschnupfen das ganze Jahr über auftreten?

Wenn allergischer Schnupfen das ganze Jahr über auftritt (= Dauerschnupfen), steckt vermutlich eine Allergie gegen Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen dahinter. Möglicherweise ist der Betroffene aber auch gegen mehrere Pollenarten allergisch, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten. So blühen im Frühjahr  Bäume wie Birke, Erle, Hasel und Ulme, im Sommer Gräser und im Herbst Kräuter, zum Beispiel Beifuß.

Was steckt hinter der Hygiene-Hypothese?

Die Hygiene-Hypothese geht davon aus, dass das kindliche Immunsystem für seine Reifung Mikroben benötigt. Kinder, die zum Beispiel auf einem Bauernhof aufwachsen, sind weniger anfällig für allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn auf dem Hof Tiere gehalten werden. Auch Kinder aus großen Familien haben ein geringeres Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken. Im modernen Leben, in dem viele Kinder in der Stadt oder in Kleinfamilien aufwachsen, fehlt diese mikrobielle Stimulierung des Immunsystems. Experten vermuten dahinter auch den Grund, warum die Anfälligkeit für Allergien wie Heuschnupfen immer mehr zunimmt.

Was passiert bei der Hyposensibilisierung?

Durch eine spezifische Immuntherapie (SIT, Hypo- oder Desensibilisierung) soll das Immunsystem lernen, nicht mehr übermäßig auf eigentlich harmlose Umweltsubstanzen (Allergene) wie etwa Pollen zu reagieren. Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn kann das spätere Auftreten von allergischem Asthma verhindern.

Bei der SIT spritzt der Arzt dem Betroffenen in regelmäßigen Abständen ein standardisiertes Allergenpräparat unter die Haut. Dabei steigert er jedes Mal die Dosis. Durch den Gewöhnungseffekt tritt irgendwann keine Abwehrreaktion mehr ein, wenn das Immunsystem Kontakt mit dem Allergen hat. Die SIT gegen Gräserpollen gibt es auch in Tablettenform.

Was sind Antihistaminika?

Antihistaminika können die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben, indem sie die Histamin-Rezeptoren blockieren. Histamin wird bei einer allergischen Reaktion von spezifischen weißen Blutkörperchen freigesetzt und löst die typischen allergischen Reaktionen (tränende Augen, laufende Nase etc.) aus.

Antihistaminika werden vor allem bei akuten Beschwerden eingesetzt, da sie die allergische Reaktionen sofort eindämmen können.

Was bedeutet der Begriff "Etagenwechsel"?

Von einem Etagenwechsel spricht der Arzt, wenn eine Erkrankung auf eine andere, höher oder tiefer gelegene Region des Körpers, übergreift. Ein Etagenwechsel bedeutet auch, dass sich die Erkrankung verschlimmert hat. Bei Heuschnupfen kann es zum Beispiel sein, dass aus dem allergischen Schnupfen ein chronisches Asthma wird. Bei Verdacht auf Heuschnupfen sollte man daher immer einen Arzt zu Rate ziehen.


Kommentar «Heuschnupfen und Pollen - FAQs»