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Krankheiten referenzindex «Junge Parkinsonpatienten»

Robert Wilson/Fotolia.com

Wer an Parkinson denkt, stellt sich meist ältere Herrschaften vor. Dabei erkranken rund zehn Prozent der Patienten vor ihrem 40. Lebensjahr. Die Probleme, welche die Parkinson-Krankheit mit sich bringt, treffen sie härter, denn sie stehen meist mitten im Leben und im Beruf.

Schiefe Blicke

Alten Menschen, die sich komisch bewegen oder wegen der zitternden Hände ein Getränk verschütten, begegnet man mit Nachsicht. Passiert das einem jungen Menschen, erntet er schiefe Blicke und verächtliche Sprüche: "Total betrunken", mutmaßen viele. Das muss ein junger Parkinsonpatient aushalten oder er geht in die Offensive. Jeden Fremden über die eigene Krankheit aufzuklären, fällt aber nicht leicht. Auch Mitleid ist schwer auszuhalten: "Noch so jung und schon so krank!"

Partnerschaft

Ältere Menschen, die an Parkinson erkranken, haben im günstigsten Fall langjährige Partnerschaften, auf die sie sich verlassen können. Eine noch junge Beziehung ist vielleicht nicht stabil genug, um die Belastungen auszuhalten, die mit der Krankheit einhergehen. Hier muss sich der gesunde Partner die Frage ehrlich beantworten, ob er sein Leben mit einem zunehmend schwerer behinderten Menschen verbringen kann oder will.

Junge Patienten, die noch nicht den Mann oder die Frau fürs Leben gefunden haben, sorgen sich, ob sie überhaupt noch jemanden finden, der bereit ist sich auf sie und ihre Krankheit einzulassen.

Beruf

Dank moderner Therapien können junge Parkinsonpatienten oft in ihrem Beruf weiterarbeiten. Dafür brauchen sie allerdings auch einen verständnisvollen Chef, der sie unterstützt. Ein Problem ist auch, dass junge Menschen entweder noch keinen oder nur einen sehr geringen Anspruch auf Rente haben. Wenn sie berufsunfähig werden, sind manche auf Sozialleistungen angewiesen. Das Fehlen einer beruflichen Perspektive nagt zudem in jungen Jahren am Selbstwertgefühl. So lange wie möglich zu arbeiten, ist deshalb für viele ein wichtiges Ziel.

Vorsichtige Therapie

Die Lebenserwartung von Parkinsonpatienten ist nahezu normal. Ein junger Mensch, der an Parkinson erkrankt, wird mit der Krankheit voraussichtlich einige Jahrzehnte leben. Das muss bei der Therapie berücksichtigt werden.

Die wirksamsten Parkinsonmedikamente enhalten L-Dopa und sind ein zweischneidiges Schwert. Sie führen dem Gehirn zwar eine Vorstufe von Dopamin zu und bessern so die Symptome schnell. Möglicherweise führen sie aber zu Spätkomplikationen, zum Beispiel zu unwillkürlichen, überschießenden Bewegungen (Dyskinesien). Das kann etwa das Hochreißen eines Armes sein.

Insbesondere bei jüngeren Patienten zögern Ärzte die Behandlung mit L-Dopa daher möglichst lange hinaus. Stattdessen erhalten sie in der Regel Dopamin-Agonisten, die zwar weniger wirksam sind, langfristig aber weniger Spätfolgen verursachen.

U 40 Club

Junge Parkinsonpatienten haben sich im U 40 Club zu einem gesonderten Netzwerk zusammengeschlossen. In einigen deutschen Städten gibt es bereits spezielle Selbsthilfegruppen für jüngeren Patienten, die über die Website des Clubs (www.parkinson-club-u40.de) zu finden sind.


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