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Krankheiten referenzindex «Lärmschwerhörigkeit»

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Beschreibung

Die Lärmschwerhörigkeit (chronisches Lärmtrauma) wird durch eine langfristige Einwirkung hoher Schallpegel auf das Gehör verursacht. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um belastenden Lärm oder eine freiwillige "Dröhnung" handelt.

Immer mehr Jugendliche leiden unter Lärmschwerhörigkeit. Der Grund: Beim Musikhören über Kopfhörer liegt die Lautstärke bei 100 Dezibel (dB(A)) und mehr, ein Diskobesuch ist meist auch nicht leiser. Damit ist die zulässige wöchentliche Schallbelastung nach etwa eineinhalb Stunden erreicht. 100 dB(A) entsprechen etwa dem Lärmpegel eines Presslufthammers in wenigen Metern Entfernung.

Die Lärmschwerhörigkeit zählt zu den Schallempfindungsstörungen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem akuten Lärmtrauma und einem chronischen Schalltrauma (Lärmschwerhörigkeit). Während beim akuten Lärmschaden sehr hohe Schallpegel von 100 dB(A) und mehr schon nach Minuten oder Stunden zu einer Schwerhörigkeit oder Ertaubung führen können, geschieht dies bei der Lärmschwerhörigkeit über Jahre.

Krach und die Folgen

Die folgende Übersicht veranschaulicht die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm. Hohe Schalldruckpegel verursachen Unwohlsein und Schmerzempfindungen. Die Unwohlseinsschwelle liegt im Durchschnitt bei etwa 120 dB, die Schmerzschwelle liegt zwischen 120 dB und 140 dB. Diese Empfindlichkeitsschwelle ist aber von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

*Die Dezibel-Skala verläuft exponentiell, d.h. von 20 auf 40 dB(A) verdoppelt sich die Lautstärke nicht, sondern sie verzehnfacht sich!
LärmquellenLautstärke in Dezibel* (dB)Gesundheitliche Folgen
Explosion150 dB(A)sofortige Gehörschädigung
Düsenflugzeug120 dB(A)Gehörschädigung nach kürzester Zeit
Livekonzert, Disco110 dB(A)Gehörschädigung bei längerer Belastung ab 100 dB
Kreißsäge90 dB(A)Gehörschädigung bei Dauerbelastung ab 85 dB
Autobahn80 dB(A)erhöhtes Risiko für Herz- Kreislauferkrankung ab 65 dB
Hauptverkehrsstraße, tags70 dB(A) 
Hauptverkehrsstraße, nachts60 dB(A)Schlafstörungen
Wohnstraße, tags50 dB(A)Kommunikationsstörungen
Ruhige Wohnstraße, nachts35 dB(A)Lern- und Konzentrationsstörungen
Weckerticken30 dB(A) 
Blätterrauschen20 dB(A) 
Atmen10 dB(A) 

Keine Regeneration

Das Gehör ist Tag und Nacht "auf Sendung". Es kann die Folgen großer Lautstärken durchaus wieder reparieren, aber dafür braucht es Ruhepausen. Und die gibt es für viele Menschen immer seltener. Ob ständige Geräuschkulisse in Form von Musikberieselung im Supermarkt oder durch Verkehrslärm - alles kann dem Gehör schaden. Deshalb ist es wichtig, ganz bewusst akustische Pausen einzulegen, zum Beispiel durch einen Leseabend im Bett oder einen Spaziergang in unberührter Natur.

Berufskrankheit

Eine andauernd hohe Lärmbelastung findet sich vor allem in bestimmten Berufen. Klassische Lärmbereiche sind beispielsweise:

  • Niet-, Hammer- und Schleifarbeiten in der Metallindustrie
  • Bergbau
  • Motorenprüfstände, Gasturbinen und Kompressoren
  • Sägen in der Holzbearbeitung
  • Web- und Spinnmaschinen in der Textilindustrie
  • Druckereimaschinen

Die Lärmschwerhörigkeit zählt zu den häufigsten Berufskrankheiten. Jährlich werden den Berufsgenossenschaften etwa 12.000 Verdachtsfälle von berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit gemeldet. Schon Geräusche ab 85 Dezibel verursachen bei einer Einwirkdauer von 40 Stunden pro Woche gegebenenfalls einen Hörschaden. 85 Dezibel entsprechen dem Geräusch einer Motorkettensäge in zehn Meter Entfernung.

Arbeiter, die einem Lärm von 90 dB(A) ausgesetzt sind, müssen sich regelmäßig untersuchen lassen und einen individuellen Hörschutz tragen. Eigentlich wäre so ein Schallschutz auch in Diskotheken und auf Konzerten erforderlich, er kommt dort jedoch eher selten zum Einsatz.

Verlauf

Der Hörverlust bei der Lärmschwerhörigkeit beginnt schleichend, und die Betroffenen nehmen ihn anfangs nicht wahr. Den Fernseher oder das Radio drehen sie stattdessen einfach lauter. In vielen Fällen betrifft der Hörverlust nicht alle Frequenzen gleichermaßen. Wer einige Geräusche noch ausgezeichnet hört, kommt kaum auf den Gedanken, dass er dennoch ein Hörgerät braucht.

Besteht bereits eine Lärmschwerhörigkeit, ist der Gehörschaden meist nicht mehr reparabel. Nur Hörgeräte können helfen, die geminderte Hörleistung auszugleichen.


Kommentar «Lärmschwerhörigkeit»