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Krankheiten referenzindex «Leberkrebs - Therapie»

Leberkrebs - TherapieLeberkrebs - Therapie

Operation

Bei der Behandlung von Leberkrebs wird das Krebsgewebe möglichst vollständig entfernt. Ist der bösartige Knoten nur klein, wird der Arzt eine Teiloperation vorschlagen. Hierbei entfernt er den Abschnitt der Leber, in dem sich der Knoten befindet. Dabei kann bis zu 85 Prozent des Lebergewebes herausgenommen werden. Eine normale, nicht anderweitig geschädigte Leber wird danach ihre Aufgaben noch ausreichend erfüllen können.

Hat sich der Leberkrebs auf das gesamte Organ ausgebreitet, wird die Leber vollständig entfernt (Hepatektomie), sofern die Voraussetzungen für die Transplantation einer Spenderleber gegeben sind. Nur wenn sich keine weiteren Metastasen im Körper befinden, besteht die Möglichkeit, dass der Krebs durch diese Maßnahme nachhaltig therapiert werden kann.

Bei nur wenigen Patienten kommt eine Lebertransplantation infrage. Operationen an der Leber oder eine Lebertransplantation sind nur dann sinnvoll, wenn sich der Krebs nicht schon in andere Körperorgane ausgebreitet hat.

Schrumpfen und veröden

Wenn keine vollständige Entfernung des Leberkrebses durch eine Operation möglich ist, versucht man, den Tumorknoten durch direkte (örtliche) Behandlung zu schrumpfen. Hierfür wird konzentrierter Alkohol oder Essigsäure durch die Bauchdecke in die Leber gespritzt. Dieses Behandlungsverfahren wird auch als perkutane Ethanol- oder Essiginjektion bezeichnet.

In einigen Fällen spritzen Ärzte aber auch ein gefäßverödendes Medikament in den Ast der Leberarterie, die auch den Tumor mit Blut versorgt. Bei diesem Eingriff wird die große Arterie in der Leiste punktiert, eine biegsame Kanüle bis zu der betreffenden Leberarterie vorgeschoben und dann das Medikament verabreicht. Der Fachname für dieses Behandlungsverfahren lautet transarterielle Chemoembolisation.

Hitze und Kälte

Bei der radiofrequenz- oder laserinduzierten Thermotherapie wird eine Sonde in den Tumor eingeführt und das Gewebe durch Radiofrequenzwellen oder Laserlicht erhitzt. Dadurch können Teile des Tumors zerstört werden. Auch Kältesonden (Kryotherapie) bringen vergleichbare Ergebnisse. Das Gewebe wird hier durch flüssigen Stickstoff vereist. Diese lokalen Therapieverfahren wirken bei Leberzellkarzinomen bis zu einer Größe von drei bis fünf Zentimeter und sind gut verträglich.

Ein neues Verfahren ist das Einspritzen von radioaktiven Kügelchen in die Lebergefäße. Dazu wird das in Mikrosphären verkapselte radioaktive 90-Yttrium, ein ß-Strahler, über einen Katheter direkt in die Leberschlagader eingespritzt. So wird das Tumorgewebe gewissermaßen von innen bestrahlt und das umliegende, gesunde Gewebe geschont.

Medikamente

Ein Nutzen von systemischer (den ganzen Körper betreffender) Chemotherapie ist in der Behandlung von Leberkrebs nicht belegt. Bei einem nicht heilbaren hepatozellulären Karzinom zeigt diese Therapie in der Regel keine lebensverlängernde Wirkung. Auch eine Strahlen- oder Hormonbehandlung gehören derzeit nicht zur Standardtherapie von Leberkrebs.

Ein neuer Behandlungsansatz sind Medikamente, die das Wachstum des Krebses hemmen und die Blutversorgung des Tumors drosseln sollen. In einer weltweiten Studie haben Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkrebs unter dem Medikament Sorafenib deutlich länger überlebt. Sorafenib war in Deutschland zunächst nur für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenkrebses zugelassen. Seit Ende Oktober 2007 ist es in der Europäischen Union auch zur Behandlung von Leberkrebs zugelassen.


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