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Krankheiten referenzindex «Lungenemphysem - Therapie»

Lungenemphysem - Therapie

Krankheit aufhalten

Die bei einem Lungenemphysem eingetretenen Veränderungen des Lungengewebes sind endgültig und damit nicht mehr rückgängig zu machen. Die Therapie beschränkt sich darauf, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und das noch vorhandene Lungenvolumen möglichst gut auszunutzen.

Am wichtigsten ist es, das Rauchen aufzugeben. Jede Zigarette weniger tut der Lunge gut. Zudem müssen Lungeninfekte vermieden werden, da sie die Symptome wie Luftnot verschlechtern. Daher sollten sich alle COPD-Patienten gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. Die Auswahl der Medikamente orientiert sich an der Stärke der Beschwerden und ist die gleiche wie bei der COPD.

Eitriger Auswurf (gelb-grün) bei einem Lungenemphysem weist auf eine bakterielle Infektion hin. Solche Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. In seltenen Fällen ist eine Dauertherapie notwendig, die der Hausarzt überwachen muss.

Physikalische Therapie

Bei einem Lungenemphysem hilft eine Atemtherapie, das richtige Atemverhalten einzuüben. Dazu zählt auch das systematische Training der erschlafften Bauchmuskulatur. Das richtige Atemverhalten ist wichtig, weil es das Angstgefühl nimmt, das Selbstvertrauen hebt und die Leistungsfähigkeit steigert.

Der Patient lernt, sich selbst zu helfen. Inhalationen mit Salzlösung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr verhindern ein Eindicken des Auswurfs. Auch ein dosiertes körperliches Training ist bei einem Lungenemphysem wichtig.

Sauerstoff-Langzeittherapie

In schweren Fällen eines Lungenemphysems ist eine Sauerstoff-Langzeittherapie notwendig. Hierbei erhält der Patient Sauerstoffflaschen und inhaliert 15 bis 18 Stunden täglich. Diese Therapie verbessert die Versorgung der Organe mit Sauerstoff. Für die Therapie stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung.

  • Ein Sauerstoffkonzentrator ist ein Gerät, das fortlaufend Sauerstoff aus der Umgebungsluft konzentriert. Der Konzentrator benötigt Strom; das Gerät ist sehr schwer und kann daher nur in der Wohnung eingesetzt werden. Damit ist ein Sauerstoffkonzentrator in erster Linie für wenig mobile Patienten sinnvoll.
  • Flüssigsauerstoffsysteme werden vom Anbieter direkt befüllt. Dabei entspricht ein Liter flüssiger Sauerstoff etwa 835 Litern gasförmigem Sauerstoff. Aus diesem häuslichen Vorrat kann der Betroffene ein mobiles Gerät befüllen. Dieses kann wie ein Rucksack getragen oder auf Rollen gezogen werden.
  • Sauerstoffdruckflaschen gibt es in unterschiedlichen Größen. Für eine langfristige Therapie sind sie weniger geeignet, da die Flaschen groß sind. Kleinere Flaschen werden häufig mit einem Sauerstoffkonzentrator kombiniert eingesetzt, um die Mobilität der Patienten zu erhöhen. Sie können ebenfalls wie ein Rucksack getragen oder auf Rollen gezogen werden.

Des Weiteren können bei erschöpfter Atemfunktion aufgrund des Lungenemphysems auch Beatmungsgeräte im ambulanten Bereich eingesetzt werden. Die Einweisung und Einstellung sollte in spezialisierten Krankenhausabteilungen stattfinden. Die Beatmungsdauer liegt in der Regel bei acht bis 14 Stunden pro Tag.

Operation

In manchen Fällen ist bei einem Lungenemphysem eine Volumen-Reduktions-Operation sinnvoll. Dabei entfernen die Ärzte funktionell wirkungslose, überblähte Lungenareale. So kann die Wirksamkeit der Atemmuskulatur verbessert werden, und die Beschwerden des Lungenemphysems nehmen ab. Bei Personen in einem sehr weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadium kann eine Lungentransplantation in Erwägung gezogen werden.

Substitutionstherapie

Bei einem Lungenemphysem aufgrund eines angeborenen Enzymmangels kann das fehlende Enzym Alpha-1-Proteinase-Inhibitor ersetzt werden. Diese Therapie kommt in erster Linie für Personen mit mittelgradiger Einschränkung der Lungenfunktion in Frage, wenn der Alpha-1-Proteinase-Inhibitor Spiegel im Blut weit unter dem Normwert liegt. Auch wird bei einem Lungenemphysem eine Substitutionstherapie empfohlen, wenn die Lungenkapazität kontinuierlich stark zurückgeht. Ist die Lungenfunktion bereits stark eingeschränkt, wird die Therapie nicht generell empfohlen.


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