Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Lymphödem - Ursachen»

Vier Hauptgründe

Ein Lymphödem ist eine übermäßige Ansammlung von Wasser im Gewebe. Es entsteht, wenn zu viel Flüssigkeit in den Zellzwischenraum (Interstitium) austritt oder sie nicht richtig abfließen kann. Für ein Lymphödem gibt es vier wichtige Ursachen:

  • Der Druck in den Blutgefäßen ist höher als gewöhnlich, es wird mehr Flüssigkeit in den Gewebezwischenraum gepresst.
  • Im Blut befinden sich weniger Eiweiße als normal (zu geringer onkotischer Druck). Um den Konzentrationsunterschied zwischen Blut und Gewebe auszugleichen, fließt mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in den Gewebezwischenraum.
  • Die Wand der kleinen Blutgefäße ist durchlässiger als gewöhnlich.
  • Der Abfluss der Lymphgefäße ist gestört, weil beispielsweise eine Entzündung oder ein Tumor die Lymphbahnen zusammendrückt. Ähnlich wie bei einem verstopften Abflussrohr in Bad oder Küche staut sich die Lymphe. Flüssigkeit wird dann aus den Lymphgefäßen in den Gewebezwischenraum gepresst.

Mediziner unterscheiden zwischen angeborenen (primären) und erworbenen (sekundären) Lymphödemen.

Angeborene Lymphödeme (primär)

Jedes zehnte Lymphödem entsteht in Folge einer angeborenen Fehlbildung des Lymphgefäßsystems. Diese Veranlagung kann vererbt sein, spontan auftreten oder eine Begleiterscheinung anderer Erbkrankheiten sein. Primäre Lymphödeme betreffen zu ungefähr 85 Prozent Frauen und beginnen meist ab einem Alter von 17 Jahren. Sie können auf einer oder beiden Körperseiten auftreten.

Das Ödem beginnt meist in der Peripherie des Körpers (zum Beispiel an den Zehen) und schreitet zum Stamm fort. In Deutschland leiden etwa 40.000 Menschen an einem primären Lymphödem. In den meisten Fällen wurden die Lymphgefäße während der Entwicklung im Mutterleib nicht richtig angelegt.

Erworbene Lymphödeme (sekundär)

An den wesentlich häufigeren sekundären Lymphödemen leiden in Deutschland schätzungsweise 80.000 Menschen. Fast immer entsteht das Ödem, weil die Lymphe durch eine Erkrankung oder nach einer medizinischen Behandlung nicht mehr ungehindert abfließen kann. Entweder wurden im Rahmen einer Operation die Lymphknoten entfernt oder die Lymphgefäße bei einer Bestrahlung zerstört. Andere Ursachen wie Verletzungen oder Entzündungen der Lymphgefäße sind seltener.

Die häufigste Ursache des sekundären Lymphödems ist Brustkrebs. Nach einer Tumoroperation der Brust hat etwa jede zehnte Frau dauerhaft mit einem Lymphödem am Arm der gleichen Körperseite zu kämpfen.

Ein sekundäres Lymphödem kann entstehen nach:

  • Operationen (z.B. Brustkrebs-Operationen)
  • Bestrahlung (z.B. der Brust bei Brustkrebs)
  • Unfällen oder Verletzungen (Traumata)
  • Infektionen
  • Entzündungen
  • Parasitenerkrankungen (Filariosis)
  • Bösartigen Tumoren, die die Lymphgefäße zerstören
  • Selbstverletzung (z.B. Abschnürungen von Armen oder Beinen aufgrund einer psychischen Störung)
  • Venenentnahmen für eine Bypass-Operation am Herzen
  • Erkrankungen der kleinen Blutgefäße

Kommentar «Lymphödem - Ursachen»