Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür - Therapie»

Bei Helicobacter-Infektion

Die Art der Therapie des Magengeschwürs hängt davon, ob das Bakterium Helicobacter pylori nachgewiesen wurde oder nicht. Falls ja, kommt eine Kombination verschiedener Antibiotika sowie ein säurereduzierendes Medikament zum Einsatz. In Fachkreisen nennt man dies Eradikationstherapie. Sie ist bei mehr als 90 Prozent der Patienten mit einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür erfolgreich. In seltenen Fällen sind die Erreger des Magengeschwürs allerdings resistent gegen eines der Antibiotika. Das erschwert die wirksame Behandlung des Magengeschwürs deutlich.

In klinischer Erprobung ist eine Bestrahlung der Magenschleimhaut mit blauem Licht. Licht dieser Wellenlänge kann das Bakterium Helicobacter pylori abtöten. Sollte sich diese Methode als erfolgreich erweisen, wäre sie eine Alternative bei hartnäckiger Antibiotikaresistenz der Erreger.

Ohne Helicobacter-Infektion

Lässt sich das Bakterium Helicobacter pylori nicht nachweisen, werden nur säurereduzierende Medikamente eingesetzt. Ohne die schädigende Wirkung der Magensäure heilt das Magengeschwür im Normalfall von selbst aus. Folgende Medikamente stehen zur Verfügung:

  • Protonenpumpenhemmer blockieren die Bildung eines Enzyms, das für das Einströmen der Magensäure in das Mageninnere verantwortlich ist. Da das Enzym vor allem morgens gebildet wird, werden Protonenpumpenhemmer am Morgen eingenommen.
  • H2-Antihistaminika besetzen die Angriffsstellen von Histamin, einem wichtigen Botenstoff für die Bildung und Freisetzung der Magensäure. Da die Bildung der Magensäure hauptsächlich nachts stattfindet, ist die Einnahme zur Nacht besonders wichtig. In einigen Fällen ist eine zusätzliche Dosis am Tag notwendig.

Krebs-Kontrolle

Bei einem Magengeschwür ist nach erfolgreicher Therapie eine Magenspiegelung zur Kontrolle notwendig. Sie soll einen möglichen Magenkrebs ausschließen, den man bei der ersten Spiegelung während der akuten Phase hätte übersehen können. In etwa drei Prozent der Fälle führt ein chronisches Magengeschwür zu Magenkrebs. Im Zwölffingerdarm ist die Gefahr einer bösartigen Veränderung dagegen wesentlich geringer. Eine Magenspiegelung ist hier nicht unbedingt erforderlich.

Magenblutung

Eine Magenblutung infolge eines Magengeschwürs, lässt sich heute in den meisten Fällen auch während einer Magenspiegelung stillen. Möglichkeiten hierzu sind die Einspritzung eines Eiweiß-Klebstoffs durch eine spezielle Sonde, die in das Endoskop (den Schlauch für die Magenspiegelung) eingeführt wird. Ist die Blutung jedoch sehr stark, kann eine Operation notwendig werden. Bei einem Magendurchbruch (Perforation) lässt sich eine Operation zum Verschluss des Lochs nicht vermeiden.

Erneutes Magengeschwür

Entscheidend für die Therapie eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs ist, dass alle schädigenden Faktoren ausgeschaltet werden. Ist das Magengeschwür abgeheilt, ist in der Regel keine weitere Behandlung erforderlich. Eine erneute Infektion tritt sehr selten auf. Alkohol, Rauchen, Stress und bestimmte Schmerzmittel sollten Sie jedoch meiden, denn nicht selten kommt es damit zu einem Wiederauftreten des Magengeschwürs. In diesem Fall ist eine erneute medikamentöse Therapie notwendig.


Kommentar «Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür - Therapie»