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Krankheiten referenzindex «Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür - Ursachen»

Aus dem Gleichgewicht

Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entsteht, wenn sich die aggressive Magensäure und die schützenden Faktoren der Magenschleimhaut (zum Beispiel Schleim, Säure neutralisierende Salze) im Ungleichgewicht befinden. Ist die Säure zu stark oder der Magenschutz zu schwach, wird die Schleimhaut geschädigt und ein Magengeschwür (Ulcus ventrikuli) kann entstehen. Ein solches Ungleichgewicht kann verschiedene Ursachen haben.

Helicobacter als Auslöser

Die häufigste Ursache für ein Magengeschwür ist eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori - eines der wenigen Bakterien, das nicht durch die Magensäure zerstört wird. Bei 75 Prozent aller Patienten mit einem Magengeschwür und bei bis zu 99 Prozent aller Patienten mit einem Zwölffingerdarmgeschwür lässt sich das Bakterium nachweisen. Die Infektion kann zu einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut (chronische Gastritis) führen: Es werden mehr Säuren und weniger schützende Faktoren produziert. Bleibt dieser Zustand bestehen, wird das Magengeschwür immer größer und tiefer.

Die Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori führt aber nicht zwangsläufig zu einem Magengeschwür. Das Bakterium ist auch bei etwa 50 Prozent der gesunden Erwachsenen über 50 Jahre nachweisbar. Mediziner vermuten, dass noch andere schädigende Faktoren (zum Beispiel Rauchen, regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln oder Kortikosteroiden, wie Kortison) hinzukommen müssen, bevor ein Magengeschwür entsteht.

Weitere Ursachen

Umgekehrt können auch Patienten ohne eine Helicobacter pylori-Infektion ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickeln. Besonders gefährdet sind Menschen, die regelmäßig schmerz- und entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) einnehmen. Dies erhöht das Risiko für ein Magengeschwür um das Vierfache.

Sehr selten sind Stoffwechselerkrankungen, wie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus), Ursache für das Magengeschwür. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. So bekommen Patienten mit der Blutgruppe 0 häufiger Zwölffingerdarmgeschwüre als Menschen mit anderen Blutgruppen.

Auch nach großen Operationen, Unfällen oder Verbrennungen können Magengeschwüre entstehen. Man bezeichnet sie als Stressulkus (Stressgeschwür).


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