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Krankheiten referenzindex «Magersucht - Diagnose»

Magersucht - Diagnose

Diagnostische Kriterien

Die Magersucht (Anorexie) lässt sich relativ leicht diagnostizieren. Führendes Symptom ist natürlich das gefährlich geringe Körpergewicht. Dieses wird mit der Körpergröße zum Body-Mass-Index (BMI) berechnet. Liegt das Gewicht mehr als 15 Prozent unter den Normalgewicht, beziehungsweise bei einem BMI unter 17,5, besteht ein ausgeprägtes Untergewicht, das behandelt werden muss.

Die Erkrankten weigern sich aber zuzunehmen, sie haben sogar Angst davor. Aufgrund der verzerrten Körperwahrnehmung halten sie sich für zu dick. Sie beschreiben auch Körperpartien an sich als "zu fett", die eindeutig von der Abmagerung betroffen sind.

Diese "Körperschemastörung" hilft auch, eine echte Magersucht von anderen psychischen Störungen abzugrenzen, die auch mit einer mitunter massiven Gewichtsabnahme einhergehen können: Das können unter anderem Depressionen, Manisch-depressive Erkrankungen, Zwangsstörungen, Schizophrenien oder die gegenüber der Anorexie deutlich harmloseren – weil vorübergehenden – anorektischen Reaktionen sein.

Ein weiterer Hinweis ist bei weiblichen Patienten das Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe) an mindestens drei Menstruationszyklen (außer die Patientin nimmt die "Pille").

Untersuchungsgang

Zuerst schildert der Betroffene dem Arzt seine Beschwerden. Dabei sind auch die familiäre Lebenssituation, Schule, Ausbildung und frühere Erkrankungen von Bedeutung. Der Arzt wird dabei eindringlich nachfragen, unter anderem weil bekannt ist, dass Anorektiker dazu neigen, ihre Situation zu verharmlosen. Speziell entwickelte Interviews und Fragebögen helfen dem Arzt bei seiner Diagnosestellung.

Dann folgt eine genaue körperliche Untersuchung, um mögliche Folgen der Unterernährung frühzeitig zu erkennen. Bei der Magersucht fallen oft niedriger Blutdruck, Puls, geringe Körpertemperatur und eine flaumweiche Körperbehaarung (Lanugobehaarung) auf.

Bei der Blutuntersuchung werden manchmal Konzentrationsänderungen der lebenswichtigen Mineralien (Elektrolyte), Schilddrüsen- und Geschlechtshormone erkannt. Zusätzlich zeigen sich hier manchmal Blutarmut (Anämie) und ein gestörter Blutzuckerstoffwechsel.

Zusätzliche technische Untersuchungen dienen vor allen dazu, andere Erkrankungen auszuschließen, die ebenfalls zu einer schweren Gewichtsabnahme führen können: Magen-Darm-Erkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder Tumorerkrankungen.


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