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Krankheiten referenzindex «Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen - Therapie»

Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen - Therapie

Einnahme stoppen

Um den Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch loszuwerden, müssen die Betroffenen die Schmerzmittel-Einnahme stoppen. Es nützt nichts, nur die Dosis zu verringern oder die Medikamente seltener einzunehmen.

Der Medikamentenentzug kann ambulant mithilfe eines niedergelassenen Schmerztherapeuten, in Schmerzambulanzen in Krankenhäusern oder in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden.

Ambulanter Entzug

Einen ambulanten Medikamentenentzug können Patienten mit medikamenteninduzierten Kopfschmerzen unter folgenden Voraussetzungen versuchen:

  • Einnahme von Schmerzmitteln ohne gleichzeitige Einnahme von Codein oder Beruhigungsmitteln (Tranquilizern)
  • Eine hohe Motivation des Patienten
  • Unterstützung durch Familie oder Freunde

Zu Beginn des Medikamentenentzugs bei Migräne dürfen Schmerzmittel und Migränemittel nicht mehr zugänglich sein. Alle Schmerzpräparate werden abrupt abgesetzt. Zusammen mit dem Entzug sollte bei Migränikern eine Migräne-Prophylaxe eingeleitet werden.

Patienten mit Spannungskopfschmerzen sollten zugelich mit dem Entzug eine Prophylaxe mit Amitriptylin oder Amitryphilin (Einzeldosis vor dem Zubettgehen) beginnen.

Eventuell kann die Kopfschmerz-Prophylaxe auch bereits vor dem Medikamentenentzug erfolgen. Wenn Kopfschmerzen oder Übelkeit während des Entzugs auftreten, können bestimmte Wirkstoffe (zum Beispiel Naproxen, Kortison oder Domperidon) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (viel trinken) helfen.

Ein halbstationärer Entzug in einer Tagesklinik ist ebenfalls möglich, um medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu behandeln.

Stationärer Entzug

Ein stationärer Medikamenten-Entzug ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Langjähriger medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz
  • Zusätzliche Einnahme von Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln (Tranquilizer) oder angstlösenden Medikamenten (Anxiolytika)
  • Regelmäßige Einnahme von Migränemitteln, die Codein enthalten
  • Mehrere erfolglose Versuche des Selbstentzugs
  • Angst vor dem ambulanten Entzug
  • Hoher Leistungsanspruch und Versagensangst
  • Wenig familiärer Rückhalt
  • Ausgeprägte Begleitdepression

Ein stationärer Aufenthalt bei medikamenteninduzierten Kopfschmerzen dauert mehrere Tage. Eine verhaltenstherapeutische Begleittherapie verbessert die Prognose. An Tagen, an denen die Entzugssymptomatik nicht zu ausgeprägt ist, können spezifische verhaltenstherapeutische Behandlungsstrategien (zum Beispiel Stressbewältigungstraining, Progressive Muskelentspannung) eingeleitet werden.


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