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Krankheiten referenzindex «Myelodysplastisches Syndrom - Therapie»

Die Behandlung des Myelodysplastischen Syndroms (MDS, Myelodysplasie) richtet sich nach der Einteilung der Erkrankung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Niedrigrisiko-MDS und einer Hochrisiko-MDS.

1. Beobachten

Eine Therapieoption bei einem Myelodysplastischen Syndrom ist, erst mal gar nichts zu unternehmen. Bei manchen Patienten verläuft die Erkrankung über Jahre stabil und ohne größere Komplikationen. Eine aggressive Therapie würde den Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom mehr schaden als nutzen.

2. Bluttransfusionen

Eine andere Therapie-Möglichkeit des Myelodysplastischen Syndroms ist, das fehlende Blut zu ersetzen. Das kann beispielsweise in Form von Bluttransfusionen erfolgen. Alternativ können Wachstumsfaktoren eingesetzt werden. Dies sind beispielsweise körpereigene Hormone (wie Erythropoietin), welche die Zellreifung und -teilung regulieren. Diese Behandlung heilt das Myelodysplastische Syndrom zwar nicht, mildert aber unter Umständen die Beschwerden. Diese Therapie eignet sich vor allem für Niedrigrisiko-Patienten.

3. Medikamente

Eine neuere Therapiemöglichkeit bei Myelodysplastischem Syndrom besteht darin, das Immunsystem der Patienten medikamentös zu beeinflussen. So soll das Verhältnis von gesunden und entarteten Zellen verändert werden. Manche Substanzen (Immunmodulatoren) können die noch gesunden Knochenmarkszellen dazu bringen, vermehrt gesunde Blutzellen zu produzieren. Mit einer Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems) wird dagegen versucht, die entarteten Zellen im Knochenmark zu bekämpfen. Bei einer schon bestehenden oder drohender Eisenspeicher-Krankheit (Siderose) gibt man sogenannte Eisenchelatoren, die das Eisen binden.

Relativ neu auf dem Markt sind demethylierende Substanzen: Bei MDS-Patienten sind sogenannte Tumorsuppressorgene (Gene, welche die Entwicklung bösartiger Zellen verhindern beziehungsweise unterdrücken) teilweise "abgeschaltet". Verantwortlich für den inaktiven Zustand der Gene sind bestimmte Methylreste, die an die DNA angehängt sind. Hier setzen demethylierende Substanzen an: Sie Entfernen die Methylreste von der DNA, sodass diese Gene wieder abgelesen werden können.

 

4. Chemotherapie

 

Bei einigen Unterarten des Myelodysplastischen Syndroms kann eine Chemotherapie helfen. Eine milde Chemotherapie zerstört einige der übermäßig vermehrten Zellen, und normale Zellen können sich wieder besser vermehren. Manchmal ist eine aggressive Chemotherapie nötig, die aber bei älteren Personen mit Myelodysplastischem Syndrom oft aufgrund der Nebenwirkungsrate nicht möglich ist.

In Einzelfällen wird mit einer intensiven Chemotherapie versucht, alle kranken Zellen zu zerstören. Das Knochenmark hat so die Chance, genügend normale Zellen zu produzieren. Ärzte müssen hier genau das Risiko-Nutzen-Verhältnis abwägen.

 

5. Stammzellentransplantation

 

Die Stammzellentransplantation ist die einzige Möglichkeit, ein Myelodysplastisches Syndrom (MDS) zu heilen. War diese Therapie früher nur für jüngere Patienten geeignet, stellt sie mittlerweile auch eine Option für ältere Personen bis 70 Jahre dar. In einem Transplantationszentrum muss individuell abgeklärt werden, ob der Patient für dieses Verfahren in Frage kommt.

Lässt sich kein geeigneter Spender finden, versuchen die Ärzte bei jüngeren Patienten mit Myelodysplastischem Syndrom, die eigenen Stammzellen zu transplantieren. Zunächst werden körpereigene Zellen gesammelt und nach einer Hochdosis-Chemotherapie wieder zurück transplantiert. Allerdings gibt es bei diesem Verfahren viele Rückfälle.

In der Erforschung

Zusätzlich zu diesen Behandlungsmöglichkeiten werden derzeit weitere medikamentöse Therapieformen für das Myelodysplastische Syndrom erforscht. Dazu zählen:

  • Histondeacetylaseinhibitoren
  • Farnesyltransferaseinhibitoren
  • Nukleosidanaloga

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