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Krankheiten referenzindex «Niereninsuffizienz - der Alltag»

Niereninsuffizienz - der Alltag

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Was ist häusliche Pflege?

Wer aufgrund einer Niereninsuffizienz irgendwann zum Dialyse-Patienten wird, stellt bald fest, dass eine derartige Dauerbehandlung einen großen Einschnitt in sein bisheriges Leben bedeutet. Er muss seinen Körper neu kennen lernen, sein Ess- und Trinkverhalten umstellen und vieles mehr. Je besser der Patient - aber auch die Angehörigen - über Nierenschwäche und Dialyse informiert sind, desto einfacher ist es mit der veränderten Lebenssituation umzugehen.

Ein gut aufgeklärter Patient, der die Probleme und Zusammenhänge einer Niereninsuffizienz kennt, kann einen wichtigen Beitrag zur eigenen Behandlung und vor allem zur Rückkehr in ein aktives Leben leisten. Dabei ist es sehr wichtig, sich nicht nur mit der Nierenschwäche und dem Dialysevorgang auseinanderzusetzen, sondern auch die eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnisse nach der Behandlung zu erkennen und auf sie einzugehen.

Bei dieser schwierigen Aufgabe werden Patienten mit Niereninsuffizienz vom Personal seines Dialysezentrums und von seiner Familie unterstützt. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen, die einen Erfahrungsaustausch mit anderen Nierenpatienten ermöglichen.

Tipps zur häuslichen Pflege

  • Nach der Dialyse-Behandlung sollten die Patienten keiner schweren körperlichen Arbeit nachgehen, sich Ruhepausen gönnen und jede Anstrengung vermeiden.
  • Die Shunt-Einstichstelle (Verbindung zwischen Vene und Arterie) muss beobachtet und auf eine eventuelle Nachblutung überprüft werden. Das Pflaster auf der Einstichstelle sollte bis zum nächstem Tag drauf bleiben.
  • Der Bereich um die Shunt-Einstichstelle sollte täglich, vor allem aber vor der Dialyse gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, um Infektionen zu vermeiden. Ein gesunder Shunt zeichnet sich durch intakte, reizlose Haut sowie ein gewisses "Rauschen" aus, das man auch mit der Fingerspitze ertasten kann.
  • Blutdruckmessungen sollten Sie nicht am Shunt-Arm durchführen.

Körperpflege

  • Hautprobleme infolge der Dialyse, zum Beispiel Juckreiz und Austrocknung, bedürfen einer besonderen Körperpflege. Empfehlenswert sind milde Präparate wie Kamillen- oder Salbeiauszüge, gemischt mit klarem Wasser. Sie haben den positiven Nebeneffekt, dass sie unangenehme Gerüche beseitigen. Entfettende Seifen sollten Sie auf keinen Fall verwenden. Bei einem Vollbad sind ölhaltige Emulsionen von Vorteil.
  • Mindestens einmal täglich sollten Sie den ganzen Körper mit Feuchtigkeitscreme einreiben.
  • Verwenden Sie keine alkoholischen Lösungen, beispielsweise Franzbranntwein! Sie sind zwar kurzfristig erfrischend und wohltuend, aber auf Dauer trocknen sie die Haut aus.
  • Unterstützend kann auch Kleidung aus atmungsaktiven Naturfasern wie Seide oder Baumwolle sein. Viel Bewegung an der frischen Luft, kühle Raumtemperaturen und ausreichende Luftfeuchtigkeit tragen ebenso zum allgemeinen Wohlbefinden bei.
  • Für die Mundpflege können außer Zahnpasta zusätzlich Kräutertees, verdünnter Zitronensaft oder Mundwasser benutzt werden.

Sport und Bewegung

Grundsätzlich ist die Frage, ob man mit einer chronischen Niereninsuffizienz Sport treiben darf, mit ja zu beantworten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie alle Voraussetzungen für körperliche Aktivitäten erfüllen und falls ja - für welche. Sportarten, die Sie bei einer chronischen Nierenschwäche ausüben dürfen, sind:

  • Wassergymnastik
  • Schwimmen
  • Wandern
  • Radfahren

Wenn Sie Sport treiben sollten Sie darauf achten, den Körper nicht zu überlasten. Messen Sie Ihren Puls! Wenn Sie sich während des Sports noch locker unterhalten können, liegen Sie in der Regel richtig.

Essen und Trinken

Die Diätvorschläge für Menschen mit einer chronischen Niereninsuffizienz, die mit den Diätassistentinnen besprochen und im Krankenhaus erarbeitet wurden, sollten Sie zu Hause natürlich auch umsetzen. Das ist ein wichtiger Beitrag, den Sie zur Behandlung selbst leisten können. Vermeiden Sie stark kalium- und wasserhaltige Nahrungsmittel. Zu hohe Kaliumwerte im Blut können zu Herzrhythmusstörungen führen.

Ausgeprägt kaliumhaltige Lebensmittel sind:

  • Frischgemüse (zum Beispiel Spinat, Grünkohl, Tomatenprodukte)
  • Trockenobst, Frischobst (Bananen, Kiwis)
  • Obst- und Gemüsesäfte
  • Nüsse, Schokolade und andere Kakaoprodukte
  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln

Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz sollten geschnittene Kartoffeln und Gemüse schon einige Stunden vor Verzehr wässern. Zudem sollten Obst und Gemüse (ohne Saft) aus der Dose bevorzugt werden, da diese einen wesentlich geringeren Kaliumgehalt als frische Produkte haben. Zudem ist es hilfreich, beim Einkauf von Fertigprodukten auf das Zutatenverzeichnis zu achten. Hier kommt sehr häufig Phosphat zum Einsatz (zum Beispiel Schmelzkäse), welches Sie vermeiden sollten.

Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz, die sich einer Dialysebehandlung unterziehen müssen, dürfen nur begrenzte Flüssigkeitsmengen zu sich nehmen. Dieser Umstand bedeutet eine große Umstellung und erfordert viel Disziplin. Die tägliche Trinkmenge richtet sich nach der Urinausscheidung innerhalb von 24 Stunden. Soviel Flüssigkeit, wie Sie ausscheiden, sollten Sie dem Körper auch wieder zuführen, plus etwa einem halben Liter zusätzlich pro Tag. Bedenken sie dabei jedoch, dass ein Teil des Flüssigkeitsbedarfs auch über die Nahrung abgedeckt wird. Nicht nur Suppen, sondern fast alle Lebensmittel enthalten Wasser (zum Beispiel Obst, Gemüse, Joghurt, Pudding, Fisch, Fleisch).

Tipps zum Durstlöschen

  • Kaugummi ohne Zucker kauen
  • Eiswürfel lutschen
  • Zitronenstückchen lutschen
  • Salzige und sehr süße Speisen vermeiden
  • Mund ausspülen

Menschen mit Niereninsuffizienz, die dialysepflichtig sind, sollten täglich ihr Gewicht kontrollieren. Übersteigt die Gewichtszunahme das vom Arzt empfohlene Maß, sollten Sie sich sofort mit Ihrem Arzt besprechen.

Tipps für Peritonealdialyse-Patienten

  • Oberstes Prinzip beim Beutelwechsel ist absolute Sauberkeit. Das bedeutet, dass alle Teile und Utensilien steril gehalten werden müssen, um Infektionen zu vermeiden.
  • Die Austrittsstelle des Katheters aus der Haut muss immer wieder auf Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung oder Austritt von Sekret überprüft werden.

Ist die Haut nicht gereizt, reicht es, den Verband alle ein bis zwei Tage zu wechseln. Dabei wird die Stelle zunächst desinfiziert, anschließend mit sterilen Tupfern getrocknet und wieder verbunden. Tägliches Duschen ist auch kein Problem, danach müssen Sie allerdings die Austrittsstelle des Katheters erneut verbinden. Ist die Haut um die Katheteraustrittsstelle gerötet, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Wenn Sie weitere Fragen zum Verhalten bei einer Niereninsuffizienz haben, wenden Sie sich an das nächste Dialysezentrum.


Kommentar «Niereninsuffizienz - der Alltag»