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Krankheiten referenzindex «Niereninsuffizienz»

NiereninsuffizienzNiereninsuffizienz

Die beiden Nieren spielen eine große Rolle im Organismus, auch wenn sie mit ihren jeweils knapp 200 g Gewicht und 10 cm Länge eher kleine Organe sind. Kommen sie ihrer Funktion, Abfallprodukte und Gifte auszuscheiden, nicht mehr ausreichend nach, resultieren viele Beschwerden, die ohne Behandlung lebensgefährlich sein können.

Was ist eine Niereninsuffizienz?

Die Aufgaben der Nieren sind vielfältig – eine der wichtigsten ist, mit dem Urin harnpflichtige, stickstoffhaltige Stoffwechselendprodukte und giftige Substanzen auszuscheiden. Erkrankt das Nierengewebe, ist diese Fähigkeit eingeschränkt, die Stoffe sammeln sich im Organismus an und vergiften diesen. Außerdem kommt es zu einer Überwässerung des Körpers. Solch ein Nierenversagen kann entweder plötzlich auftreten (akute Niereninsuffizienz) oder sich über einen längeren Zeitraum nach und nach verschlimmern (chronische Niereninsuffizienz). Da bei der letzteren Form das gesunde Nierengewebe lange Zeit die Aufgaben des erkrankten Teils mit übernehmen kann, wird die Krankheit häufig zufällig oder erst in einem späten Stadium entdeckt.

Wie entsteht die Niereninsuffizienz?

Die Ursachen sind vielfältig und bei den beiden Formen verschieden. Das akute Nierenversagen ist meist Folge einer plötzlichen Mangeldurchblutung der Nieren. Dies kann bedingt sein durch plötzlichen Blutverlust, wie er z.B. nach einem schweren Unfall auftritt oder durch einen jähen Blutdruckabfall wie im Schock. Häufige Ursache ist auch eine Vergiftung, die das Nierengewebe schädigt (z.B. durch Bakteriengifte bei Infektionen) oder eine allergischen Schädigung der Nierenkörperchen (meist durch Medikamente, Pilze oder Röntgenkontrastmittel).

Der chronischen Niereninsuffizienz liegt dagegen in den meisten Fällen eine Entzündung der Nierenkörperchen oder eine Nierenschädigung als Folge einer langjährigen Zuckerkrankheit bzw. eines Bluthochdrucks zugrunde. Seltenere Auslöser sind u.a. Nierensteine, Zystennieren, Entzündungen des Nierenbeckens oder der Harnwege und Missbrauch bestimmter Schmerzmittel (v.a. Phenacetin).

Wer ist betroffen?

Ende 2003 gab es in Deutschland etwa 78.000 Patienten, deren Nierenfunktion so schlecht war, dass sie sich einer Behandlung unterziehen mussten – das entspricht fast einer Person pro tausend Einwohnern. Etwa drei Viertel davon wurden mit Dialyseverfahren behandelt, knapp 20.000 mit einer Nierentransplantation. Momentan sind etwa 1,3 mal mehr Männer als Frauen erkrankt. Auffällig ist, dass in den letzten Jahren nicht nur die Inzidenz (Anzahl der neu behandlungsbedürftigen Patienten) und die Prävalenz (Anzahl der Patienten pro Million Einwohner) kontinuierlich steigen, sondern auch das Durchschnittsalter der Betroffenen stetig zunimmt – momentan liegt es insgesamt bei 64 Jahren bzw. bei neu hinzu kommenden Patienten sogar bei 69 Jahren. Die Tatsache verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass zum einen insgesamt die Menschen immer älter werden, zum anderen Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck länger leben als früher.

Damit sind Nierenerkrankungen nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein wirtschaftlich relevantes Problem. Die Kosten für Dialyse und Begleiterkrankungen liegen bei ca. 44.000 €, die für Nierentransplantation bei 18.000 € pro Jahr. Die Gesamtkosten für alle Nierenersatzverfahren (Dialyse und Transplantation) belaufen sich schätzungsweise derzeit auf 2,0–2,5 Milliarden €.

Weitere ausführliche Informationen zum akuten Nierenversagen und zur chronischen Niereninsuffizienz von Prof. Grotz, Nierenspezialist aus Essen.


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